AdBlock Plus: Auch ProSiebenSat.1 und RTL scheitern vor Gericht

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Das Landgericht München hat ProSiebenSat.1 und RTL mit einer Klage gegen Eyeo, den Betreiber von AdBlock Plus, abblitzen lassen. Die Unternehmen kritisieren das Geschäftsmodell der Software, mit der Nutzer Werbung auf Websites ausblenden können. Auch Handelsblatt und Zeit sind bereits gescheitert.

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Eyeo verdient sein Geld mit so genannten Whitelists, auf die sich Firmen gegen Gebühren eintragen lassen können. Die Adblocker-Software blockiert zunächst alle Werbung, das ist das so genannte Blacklisting. Einzelne Unternehmen können sich dann unter Umständen aber wieder von der Blockade “freikaufen”. Dazu wird in Adblocker-Foren darüber diskutiert, welche Werbung von der Community als tolerierbar eingestuft wird. Die Firmen müssen für die Freischaltung ihrer Werbung Eyeo dann aber auch bezahlen. Firmen wie Amazon, Microsoft oder Google sollen hohe Beträge an Eyo gezahlt haben, um die Werbe-Blockade zu umgehen. Das Verfahren der Community-Diskussionen wurde in der Vergangenheit aber immer wieder als höchst intransparent kritisiert. Medien sehen vor allem das Kartell- und Wettbewerbsrecht verletzt.

Ähnlich denken auch die Richter des Kölner Landgerichts, weshalb sie das Whitelistening als  „in hohem Maße bedenklich“ bezeichneten. In Köln klagt die Axel Springer SE gegen Eyeo. An anderen Gerichtsorten scheint man allerdings anderer Meinung zu sein. Bevor das Landgericht München die Klagen von ProSiebenSat.1 und RTL abgewiesen hat – beide Unternehmen klagten getrennt voneinander – , scheiterten auch die Verlagsgruppe Handelsblatt und Zeit Online in Hamburg.

Im Falle ProSiebenSat.1 und RTL argumentierten die Richter allerdings, dass zwischen Eyeo und Vermarktern kein Wettbewerbsverhältnis bestehe. Die User seien zudem frei zu entscheiden, ob sie das Angebot nutzen möchten oder nicht. Auch werde das Kartellrecht nicht verletzt, da Eyeo keine marktbeherrschende Stellung habe.

Thomas Port, Geschäftsführer des ProSieben-Vermarkters Seven-One Media erklärte bereits, dass man weitere rechtliche Schritte prüfen wolle.

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