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Schwächster ESC seit 2009: 8,11 Mio. sehen Deutschland-Schlappe in Wien

Måns Zelmerlöw ist der Gewinner des diesjährigen ESC in Wien
Måns Zelmerlöw ist der Gewinner des diesjährigen ESC in Wien

Russland wollte, Schweden siegte, und Deutschland landete mit null Punkten auf dem letzten Platz: Beim 60. Eurovision Song Contest aus Wien gab es manche Überraschung, das Interesse der Zuschauer war jedoch geringer als in den Vorjahren. Zudem sorgte der letzte Spieltag in der Fußball-Bundesliga für Top-Quoten.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Samstag wissen müssen:

1. Der ESC bleibt trotz Verlusten das Maß aller Samstagabenddinge

Måns Zelmerlöw aus Schweden heißt der Gewinner des diesjährigen Eurovision Song Contest, den das Erste am Samstagabend live aus der Wiener Stadthalle übertrug. Und bei dem sich erst im zweiten Drittel der langen, langen Punktevergabe herausstellte, dass am Ende – anders als zuerst gedacht – doch nicht Russland als Sieger dastehen würde. Insofern war’s ein durchaus spannender Abend, den im Ersten 8,11 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren verfolgten. Das ist der schlechteste Wert seit 2009, also der Vor-Lena-Zeit – auch wenn man dazu sagen muss, dass der Abstand zu den Vorjahren nicht gewaltig ist. 2014 hatten zwar 8,9 Mio. eingeschaltet, bereits 2013 war das Interesse mit 8,2 Mio. jedoch auf ähnlichem Niveau wie jetzt. In jedem Fall sicherte sich die vierstündige Show einen Marktanteil von 34%. Den „Countdown für Wien“ sahen davor bereits 4,45 Mio. (16,6%). Im jungen Publikum knackte der ESC die 40-Prozent-Marke (40,7%) und holte 3,81 Mio. 14- bis 49-Jährige vor den Fernseher.

2. Letzter Bundesliga-Spieltag bringt „Sportschau“ auf über 30%

Außerdem stand der Samstag ganz im Zeichen von Meisterfeier und Abstiegsdramen, die der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga lieferte, der wiederum der „Sportschau“ Spitzenquoten bescherte: 5,77 Mio. sahen die Zusammenfassung am frühen Abend (31,2%) – Platz 4 in der Tageswertung nach der „Tagesschau“, die mit 6,68 Mio. ebenfalls auf großes Interesse stieß. Von den 14- bis 49-Jährigen hatten wiederum 1,48 Mio. (26,2%) die „Sportschau“ eingeschaltet und sahen Pep Guardiolas Weißbierdusche, Jürgen Klopps Abschied von Dortmund und den des SC Freiburg aus der 1. Liga. Bei Sky waren ab 15.30 Uhr 1,67 Mio. Zuschauer dabei, was für 14,5% Marktanteil und Platz 18 in der Gesamtwertung reichte, bei den 14- bis 49-Jährigen sogar für Platz 9 (0,92 Mio. und 21,7%).

3. Erfolgreicher Krimi im ZDF, RTL versucht’s mit „10 schrägsten Grand-Prix-Momenten“

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Relativ unbeeindruckt gab sich das ZDF von der Kitsch-, Licht- und Trickkleidparade aus Wien und setzte sich mit seinem Krimi „Ein starkes Team“ bei den übrigen Zuschauern durch – und das waren gar nicht mal wenige. Mit 6,7 Mio. rückte das Zweite der Konkurrenz gefährlich nahe, der Marktanteil betrug 23,5%. (In der jüngeren Zielgruppe waren noch 7,6% drin.) Das „heute journal“ musste sich danach aber bereits mit 3,37 Mio. begnügen, das „Aktuelle Sportstudio“ mit 2,28 Mio. Mit 2,67 Mio. Fans schaffte es „Der Bergdoktor“ am Vorabend in die Top 10. Das „erfolgreichste“ Programm der Privaten folgt erst auf Rang 12 und stammt von RTL, das mit einer Konservenkonkurrenz vor dem Live-Original zu punkten versuchte: „Die 10 schrägsten Grand-Prix-Momente“ kam jedoch über 2,18 Mio. (8,1%) nicht hinaus.

4. ESC-Party im jungen Publikum ein Hit, RTL-Ranking nur zu Beginn des Abends ordentlich

Bei den 14- bis 49-Jährigen waren dem ESC-Ranking von RTL immerhin 12,8% Marktanteil vergönnt, weil sich 1,1 Mio. 14- bis 49-Jährige ab viertel nach acht nicht für den Countdown im Ersten entschieden – der kam aber insgesamt auf fast doppelt so viele Zuschauer (2,07 Mio.) und 24,7% Marktanteil und eroberte damit Platz 3. (Weil „Das Wort zum Sonntag“ direkt vor ESC-Beginn mit 2,4 Mio. noch etwas mehr Quotenglanz abbekam.) Das junge Publikum bleib auch noch dran, als im Ersten weit nach Mitternacht die „Grand Prix Party“ stieg – obwohl es zumindest aus deutscher Sicht ja wenig zu feiern gab. Für 1,02 Mio. war das kein Grund wegzuschalten (25,0%). Zurück zu RTL: Als die Live-Show im Ersten lief, kamen dem Ranking-Abend die Zuschauer abhanden, und „Die 25 atemberaubendsten Auftritte“ schaffte noch 0,88 Mio. und 8,4%. Mit 8,1% sah’s bei den 14- bis 59-Jährigen fast ganz genauso aus.

5. Restliche Privatsender ohne Chance, Sat.1 fährt mit Katastrophen-Hollywood noch am besten

Sat.1 und ProSieben spielten am Abend einmal mehr Videothek und zeigten Hollywood-Blockbuster: 0,82 Mio. 14- bis 49-Jährige bzw. 0,69 Mio. sahen „The Day after Tomorrow“ bzw. „X-Men – Der Film“ (8,4% und 7,3%). Mit „New Kids Turbo“ sackte ProSieben nachher sogar auf miese 5,3% ab. Bei kabel eins lieferte „Navy CIS“ 4,5% und 4,6%; nur 380.000 junge Zuschauer wollten „Im Auftrag des Teufels“ bei RTL II sehen (3,9%). Vox hatte erst nach 23 Uhr Chancen mit „Medical Detectives“ und auch nicht gerade berauschenden 5,7% (0,52 Mio.). Der WDR zeigte die dritte Folge „Pussyterror TV“ mit Carolin Kebekus für 450.000 Zuschauer ab 3 Jahren, davon 0,12 Mio. junge (1,3%).

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums, der 14- bis 49-Jährigen und der 14- bis 59-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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