Anzeige

Kein Hangover: „Mad Men“-Sender AMC auch nach Serienende fast auf Höchstkurs

madmen.jpg

Es war das grandiose Finale einer der besten Serien der TV-Geschichte: Sonntagnacht ging "Mad Men" zu Ende – und die Fernsehwelt ist eine andere. Aber wie verkraftet eigentlich der Sender das Ende seines Zugpferdes? Bislang ungerührt: Seit Jahresbeginn liegt die AMC-Aktie um 22 Prozent vorne.

Anzeige
Anzeige

Was passiert eigentlich mit Netflix, wenn „House of Cards“ zu Ende geht? Es könnte am nächsten Handelstag einen Schluckauf an der Wall Street geben, schließlich ist das Politdrama um den notorisch skrupellosen Präsidenten Frank Underwood das große Aushängeschild für den Streaming-Dienst, der inzwischen mehr als 20 Eigenproduktionen am Start hat – und ebenfalls die größte Wette, wie CEO Reed Hastings vor einigen Wochen auf der re:publica einräumte.

Das Serienende von „Mad Men“ bei AMC ließ die Wall Street indes kalt. Sonntagnacht ging in den USA die von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen wohl am meisten gefeierte Serie über die glamouröse Werbewelt der 60er-Jahre mit ihrer dritthöchsten Einschaltquote zu Ende – stilecht mit dem (fiktiven) Entstehungsprozess der viel diskutierten Coca Cola-Werbung „I’d Like to Buy the World A Coke“.

Für die Hauptfigur der Serie, den ausgebufften, aber auch von seiner Vergangenheit schwer traumatisierten Werber Don Draper endet die zehnjährige Achterbahnfahrt durch die 60er-Jahre in einer kalifornischen Hippie-Kommune – Produzent Matthew Weiner kann sich zu Recht für das gelungene Serienfinale feiern lassen, dem die branchenüblichen Grabenkämpfe über das große Geld vorausgingen.

„Mad Men“-Macher Matthew Weiner: „Ich habe Milliarden für AMC verdient“
Anzeige

„Wir haben zum Serienfinale ums Budget gekämpft“, bekannte Weiner gegenüber dem Branchenorgan „Hollywood Reporter“ – zwischen 2,5 bis drei Millionen Dollar soll die US-Kultserie pro Folge verschlungen haben. „Die Wunden sind aber zum Großteil verheilt. Ich habe schließlich Milliarden für sie verdient, AMC ging ja an die Börse und war plötzlich Milliarden wert“, erklärt der 50-jährige Produzent, der bereits die Kultserie „Die Sopranos“ produzierte.

Die Wertschöpfung der „Mad Men“-Ökonomie in diesen Dimensionen ist zumindest virtuell dokumentiert: Im Sog der „Mad Men“-Euphorie debütierte AMC Networks im Juni 2011 zu 35 Dollar an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq – knapp vier Jahre später notiert die Aktie mehr als doppelt so hoch bei 77 Dollar, nur vier Dollar unter den Anfang des Monats aufgestellten Allzeithochs. Der Börsenwert des auch schon 35 Jahre alten US-Medienunternehmens liegt inzwischen bei 5,5 Milliarden Dollar.

AMC-Aktie robust

Ein Hangover vom Ende des Werber-Dramas „Mad Men“, in dem nach Herzenslust zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit getrunken wurde, ist damit gegenwärtig bei der AMC-Aktie absolut nicht erkennbar.

Im Gegenteil: Bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen Anfang Mai konnte AMC ein sattes Umsatzplus von 28 Prozent auf 668 Millionen Dollar ausweisen, während die Gewinne gar um 70 Prozent auf 120 Millionen Dollar explodierten. Und mit der Zombie-Reihe „The Walking Dead“ hat AMC ja immerhin noch eine weitere Topserie im Portfolio…

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Mad Men als Zugpferd von AMC? Vielleicht bei den Kritikern, aber von Preisen allein kann sich ein Sender bekanntlich nichts kaufen. Mad Men war nie ein herausragender Zuschauererfolg mit 2-3 Mio Zuschauern, ganz im Gegensatz zu The Walking Dead mit mittlerweile teils mehr als 15 Millionen. Beim Ende dieser Serie würde vielleicht die AMC-Aktie nachgeben, aber dass dies nach dem Ende von Mad Men nicht passiert ist, finde ich kaum verwunderlich.

    Und der Erfinder der Sopranos ist immer noch David Chase.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*