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Nikolaus Blome verlässt den Spiegel – Projekt Büchner-Säuberung abgeschlossen

Damit hat die neue Spiegel-Führung auch das letzte Überbleibsel der kurzen Ära von Wolfgang Büchner als Spiegel-Chefredakteur entfernt: Nikolaus Blome, der Leiter des Hauptstadtbüros und Mitglied der Chefredaktion von Spiegel und Spiegel Online, verlässt das Magazin. Blome war von Büchner von der Bild geholt worden, was eine Revolution in der Spiegel-Redaktion auslöste.

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Der Abgang erfolge „in gegenseitigem Einvernehmen“, heißt es in der dürren Pressemitteilung. Klaus Brinkbäumer, der neue Spiegel-Chefredakteur wird mit den Worten zitiert: „Nikolaus Blome ist ein leidenschaftlicher politischer Journalist. Wir danken ihm für seine überzeugende Arbeit.“ Wo es Blome nun hinzieht und wer ihm beim Spiegel nachfolgt, ist noch unklar.

Die neue Spiegel-Chefredaktion um Klaus Brinkbäumer hat sich bemüht, alle Spuren des ungeliebten Ex-Chefs Wolfgang Büchner beim Spiegel zu entfernen. So wurde auch schon der von Büchner berufene stellvertretende Chefredakteur Clemens Höges degradiert. Blome selbst rückte im Impressum schon nach unten – ein Vorbote seiner nun erfolgten Demission. Der frühere Spiegel Online-Chefredakteur Rüdiger Ditz – auch ein Weggefährte Büchners – wurde noch während der Amtszeit Büchners vom Chefredakteur zum geschäftsführenden Redakteur runtergestuft.

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Dass es Büchner gewagt hatte einen Bild-Mann wie Blome zum Spiegel zu holen – und dann auch noch in die Chefredaktion – ließ die Print-Redaktion des Spiegel förmlich durchdrehen. Büchner schaffte es nicht durchzusetzen, Blome als stellvertretenden Chefredakteur zu benennen. Man einigte sich auf „Mitglied der Chefredaktion“. Die Berufung Blomes haben die einflussreichen Altvorderen des Print-Spiegel Büchner aber nie verziehen. Fachlich und kollegial gab es, wie man hört, gegen Blome nichts einzuwenden. Als Büroleiter in Berlin machte er einen guten, professionellen Job. Die Stimmung gegen Blome wurde vor allem in Hamburg gemacht.

So hat seine Abberufung wohl auch nichts mit fachlichen Gründen zu tun. Er hat schlicht den falschen Stallgeruch, er gehört nicht zur Print-Kaste des Spiegel, er ist in den Augen der Spiegel-Elite für immer ein Bild-Mann und darum für die Spiegel-Printler automatisch bäh. Ob diese Art der Kasten-Denke heute noch zeitgemäß ist und den Spiegel nach vorne bringt, das müssen die dort Verantwortlichen für sich beantworten..

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Alle Kommentare

  1. Nun ist die Hoffnung auf einen „ehrlichen“ Spiegel wieder dahin! Der Spiegel ist jetzt blind.
    N. Blome ist so gut, dass er von dieser Blindheit Gott sei dank nicht berührt werden wird!!

  2. So geht das, wenn ein Medium nicht informieren sondern indoktrinieren will. Keine Chance für Meinungsvielfalt in der Redaktion.

  3. Es ist tatsächlich wie bei Stalin. Peinlich, wie archaisch und rückständig die Strukturen im Journalismus noch immer sind. Wird Zeit, dass der Spiegel mal eine Chefredakteurin bekommt und endlich Schluss ist mit diesen albernen Männermachtspielchen.

  4. Dass damit zu rechnen war, war klar, der SPIEGEL predigt zwar Toleranz…, aber im eigenen Hause wird dieses Wort im Keller zu finden sein. Beim SPIEGEL sind lauter kleine Kaiser, Könige und Kronprinzen zu Hause, im männlichen und weiblichen Sinne, die glauben immer noch…, sie sind das Gewissen Deutschlands, war vielleicht mal zu Zeiten R. Augstein, E. Böhme.
    Die heutigen „Herrscher“ sind nichtssagend, wenn man so die Leute fragt:
    Wie heißt der Chefredakteur ??? Bei Lotto ist die Chance größer…!
    Schade um so einen Mann, wie es Herr N. Blome ist.

  5. Sorry Leute, aber wo lebt Ihr eigentlich? Noch im Tausendjährigen Reich? „Säuberung abgeschlossen“ – müssen die „Ausgesonderten“ jetzt nach Auschwitz oder dürfen Sie vielleicht das Überleben in Theresienstadt üben? Wo seid Ihr ausgebildet worden? Online?

    1. Zur berechtigten Kritik an der verstörenden Wortwahl „Säuberung“: Dieses Un-Wort kommt aus der kommunistisch-sozialistischen Praxis des Alltags-Terrors der 20er und 30er Jahre. Millionen Opfer, Voraussetzung war die Definition der Andersdenkenden als „Dreck“.
      Dies nur als Präzisierung. Der Begriff bleibt unmöglich – auch wenn er auf kommunistische und nicht auf nationalsozialistische Verbrecher zurückgeht.

  6. Lustig. Könnte es nicht einfach sein, dass Blome gehen muss, weil er ebenso unfähig ist wie Büchner, illoyal gegenüber Kollegen und nur die Nähe der politischen Macht sucht? Könnte es sein, dass die Hamburger seine Schauspiel-Nummer als „Bürgerlicher“ längst als solche erkannt haben? Mag es möglich sein, dass seine erwartbaren Phrasen aus Kanzleramt, Mainstream-Medien und linksliberalen Hintergrundzirkeln auch im Spiegel irgendwann nur noch nervten?

  7. …die „laxe“ Wortwahl von meedia ist nicht angemessen.

    Die „Hamburg-Connection“ des Spiegel tut sich langfristig keinen Gefallen, Niklaus Blome „fallen“ zu lassen.

    Blome ist ein herausragender Journalist, der sich vermutlich aussuchen kann,
    wer sein nächster Arbeitgeber sein wird.

    Christian G. Christiansen, Berlin

  8. Graue alte Männer beim SPIEGEL, die ihre Pfründe verteidigen… Diese Woche ein lapidares Sex-Thema auf’m Cover und jetzt auch noch Blome weg! Ja, er kam von BILD. Aber trotzdem war und ist er ein leidschenschaftlicher Journalist, ein bewundernswert schneller Denker. Jeden Freitag (Sonntag) wieder im köstlichen Wort-Duell mit Augstein auf Phoenix. Ich glaub‘ das mit dem nächsten SPIEGEL-Abo überleg ich mir noch mal. Das Blatt wird sowieso immer langweiliger – und nichts sagender. Weil seine Macher nix zu sagen haben.

    1. Naja, mit Blome, dem Kanzerlinnen-Schmeichler, hat der Spiegel ja nun nicht gerade an Profil gewonnen.

    1. Ging mir auch so.
      @meedia: Provokation als Form des clickbaitings ist eine Sache, aber das geht vielleicht n Stück zu weit.
      Wie sehr steigt eigentlich euer Traffic Anteil, der von PI-news, blu und co kommt, wenn ihr es sprachlich in der Form krachen lasst?

  9. Ach, jetzt hätten sie ihn auch lassen können. Der Ruf ist ruiniert. Da können sie jetzt hinstellen wen sie wollen. Der Sprung zum Egaljournalismus ist gemacht worden.

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