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2,25-Millionen-Euro-Klage: Bild und Kachelmann lassen es auf Urteil ankommen

Jörg Kachelmann (r.) und sein Medienanwalt Ralf Höcker im Kölner Landgericht.
Jörg Kachelmann (r.) und sein Medienanwalt Ralf Höcker im Kölner Landgericht.

Dass Axel Springer dem Wetter-Experten Jörg Kachelmann die geforderten 2,25 Millionen Euro Schmerzensgeld nicht zahlen will, war nach dem ersten Verhandlungstag bereits klar. Doch nun sind auch die Verhandlungen für einen Vergleich geplatzt. Eine Urteilsverkündung in dem aufsehenerregenden Schadensersatzfall ist nun für den 2. September angekündigt.

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Nach mehreren Angeboten soll zwischen beiden Parteien mittlerweile Funkstille herrschen. Nun wird sich die Kammer erneut mit dem Fall beschäftigen, um demnächst ein Urteil zu sprechen. Neben Kachelmann hat auch sein Anwalt Ralf Höcker gegenüber MEEDIA bestätigt, dass man sich nicht hat einigen können. „Springer war nicht bereit, sich mit unserem Mandanten auf einen Vergleich in der ungefähren Größenordnung zu einigen, die das Gericht vorgeschlagen hatte. Herr Diekmann zieht es stattdessen vor, Herrn Kachelmann weiter als krank und behandlungsbedürftig zu beleidigen. Das wird die Urteilssumme noch einmal erhöhen. Denn ein solch uneinsichtiges Nachtatverhalten wirkt sich immer zu Lasten des Schädigers aus.“

Auf Nachfrage von MEEDIA wollte Springer den aktuellen Stand der Vergleichsgespräche nicht kommentieren, antwortete aber: „Wir bestätigen, dass es keinen Vergleich gibt.“ Am Montag twitterte Jörg Kachelmann, dass es zu einem Urteilsspruch kommen werde. Statt – wie ursprünglich angesetzt – Ende Juni soll die Urteilsverkündung allerdings nun am 2. September stattfinden. Den neuen Termin hat das Landgericht Köln bestätigt. Vorausgesetzt, beide Parteien einigen sich nicht doch noch vorher, was derzeit wenig wahrscheinlich scheint.

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Kachelmann hat zu Beginn des vergangenen Jahres Klage wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte eingereicht. Als Ausgleich für unwahre und Persönlichkeitsrechte verletzende Berichterstattung im Rahmen des Mannheimer Strafprozesses gegen ihn in den Jahren 2012 und 2013 forderte der Ex-ARD-Wetterexperte gegenüber Bild und Bild.de 2,25 Millionen Euro Schmerzensgeld. Vom Medienhaus Hubert Burda fordert er wegen Berichten von Bunte und Focus Online eine weitere Million. Die damit insgesamt 3,25 Millionen Euro sind die höchste Schadensersatzforderung in der deutschen Mediengeschichte.

Beim ersten Gütetermin gegen Bild und Bild.de im vergangenen März betonte das Gericht die „außergewöhnliche Dimension“ des Falls und stellte fest, dass es in der beanstandeten Berichterstattung durchaus zu Verletzungen der Persönlichkeitsrechte gekommen sei. Dennoch machte der vorsitzende Richter deutlich, dass die Forderungen des Klägers nicht durchzusetzen seien. In welcher Höhe die Kammer Kachelmann Schmerzensgeld zusprechen würde, ließ er nicht durchblicken.

Im Streit mit Hubert Burda Media ist es noch zu keinem Gütetermin gekommen. Nach dem Ausfall des ersten Termins wurde kein neuer vereinbart.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes stand lediglich, dass Springer die Verhandlungen nicht kommentieren wollte. Die Bestätigung erfolgte am frühen Montagabend. 

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Alle Kommentare

  1. Kachelmännchen hol raus was du kriegen kannst von Bild und Burda. Lass sie bluten, es muss Ihnen richtig weh tun!

  2. Da sind mehrere Aussagen im Text falsch.

    1. Der Kachelmann-Strafprozess lief zwischen 2010 und 2011 und nicht 2012 bis 2013.
    2. Die Klagen wurden vor Eintritt der Verjährung ENDE letzten Jahres 2014 von RA Höcker eingereicht.
    3. Es handelt sich um eine Schmerzensgeldforderung und nicht um eine Schadenersatzforderung. Das sind unterschiedliche Dinge. Daraus erklärt sich auch, warum die Höhe so ungewöhnlich ist: weil nämlich Schmerzensgeld in Deutschland sehr restriktiv zugesprochen wird.

    1. Schmerzensgeld ist im BGB als immaterieller Schadensersatz ausgestaltet, das kann man also schon so nennen.

      1. Das Gesetzt spricht von „billige Entschädigung in Geld“ und gerade nicht von Schadenersatz. Die Voraussetzung für Schmerzensgeld ist, dass dem Grunde nach ein Schadenersatzanspruch besteht. Daraus ergibt sich, dass Schmerzensgeld und Schadenersatz zu unterscheiden sind. Wenn man bei Schmerzensgeld einfach auch von „Schadenersatz“ spricht, verwischt das diesen Unterschied und ist zumindest ungenau.

  3. Es ist Herrn Kachelmann so sehr zu wünschen, dass sich Justitia mit einem sanften Kuss für ihre früheren Verfehlungen entschuldigt.

  4. Na da ist ja noch nicht sehr viel gelaufen, Habt Ihr die Medien denn wenigstens einmal aufgeklärt, um was es denn nun wirklich geht? Hast Du dir deswegen eine Auszeit genommen? Ich hätte Dir so gerne geholfen, wenn es nötig ist.

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