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Übernahme-Gerüchte: Warum die HuffPo nicht zu Springer passt

Gründungsmitglied Arianna Huffington will sich aus dem Unternehmen zurückziehen
Gründungsmitglied Arianna Huffington will sich aus dem Unternehmen zurückziehen

Wie das US-Techblog re/code berichtet, könnte die Huffington Post nach der Übernahme von AOL zum Verkauf stehen. Möglicher Bieter: Die Axel Springer SE, der Techreporterin Kara Swisher die ernsthaftesten Kaufabsichten nachsagt. Die Gratis-Mentalität des US-Blognetzwerks widerspricht jedoch diametral dem Journalismusverständnis des Berliner Traditionsverlags. AOL-CEO Tim Armstrong beeilte sich unterdessen selbst, die Gerüchte zu dementieren.

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Nach dem überraschenden Verkauf von AOL an Verizon für 4,4 Milliarden Dollar schießen die Gerüchte hoch, was eigentlich mit der Huffington Post passiert, die 2011 noch für 315 Millionen Dollar übernommen wurde. Passt das Blogkonglomerat auch zum größten amerikanischen Mobilfunkbetreiber?

Eher nicht, meint das US-Techblog re/code und kolportiert, dass Verizon durchaus geneigt sein könnte, sich von Content-Angeboten zu trennen. „Unser vorrangiges Interesse galt den Ad Tech-Plattformen, bei den Tim Armstrong und sein Team hervorragende Arbeit geleistet haben“, begründete Verizon-COO John Stratton den Schritt.

re/code: Axel Springer hat die ernsthaftesten Kaufabsichten

Entsprechend schießen Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Huffington Post hoch, die inzwischen bereits mit über eine Milliarde Dollar bewertet sein soll, wie die gewöhnlich gut unterrichtete Techreportertin Kara Swisher berichtet. Wahrscheinlichster Käufer in diesem Szenario: Axel Springer!

Wie Swisher berichtet, hätten die Berliner in Gesprächen das ernsthafteste Interesse bekundet, aber auch Private Equity-Firmen hätten ihre Absichten erkennen lassen. Die kolportierte Summe von einer Milliarde Dollar wäre für das MDax-Mitglied, das aktuell an der Börse mit 5 Milliarden  Euro bewertet wird, sicher zu stemmen – nicht zuletzt nach dem Verkauf der Regionaltitel an die Funke Gruppe im vergangenen Jahr.

Gratis-Mentalität widerspricht Döpfners Journalismusverständnis
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Aber würde die Huffington Post auch zum traditionsreichen deutschen Verlagshaus passen? Auf den ersten Blick wäre der Erwerb des Blogkonglomerats, das gerade sein zehnjähriges Bestehen feierte, eine logische Fortsetzung von Springers Digitalisierungsstrategie, die zuletzt in der Millionen-Beteiligung an einem anderen aufstrebenden US-Blog-Netzwerk mündete: des Business Insiders.

Andererseits jedoch widerspricht der bedingungslose Gratis-Ansatz der Huffington Post, die ihre Autoren bekanntlich nicht entlohnt, dem Journalismusverständnis des 69 Jahre alten Berliner Verlagshauses. Vor zwei Jahren hatte Konzernchef Mathias Döpfner sehr deutlich gegen die Kostenloskultur der Huffington Post Stellung bezogen.

Tim Armstrong dementiert Gerüchte

Die Huffington Post widerspreche „unseren Ansichten von den Urheberrechten der Autoren und den Leistungsschutzrechten“. Deswegen sei die HuffPo „das Anti-Geschäftsmodell für Journalismus“, erklärte Döpfer seinerzeit. Zudem ist der deutsche Ableger der Huffington Post fest beim Münchner Burda Verlag verankert.

Wie weit fortgeschritten die mutmaßlichen Verhandlungen zwischen AOL und Springer am Ende wirklich waren, bleibt also höchst spekulativ. AOL-CEO Tim Armstrong beeilte sich unterdessen, nach Handelsschluss die Gerüchte zu dementieren.

„Die HuffPost wird immer ein Kernelement von AOL sein“, erklärte der frühere Google-Manager unterdessen in der Huffington Post selbst.  „Der Verizon-Deal ermöglicht es uns, viele Dinge zu erreichen. Die Huffington Post wird weiter bestehen, und sie wird Teil des neuen Unternehmens sein.“

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