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Was Thomas Gottschalk und Paul Sahner gemeinsam haben

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Der Spiegel definiert das Genre des Medien-Imagefilmchen neu. Bei “Markus Lanz” gab es gleich drei “Wetten dass..?”-Moderatoren auf einmal (wobei einer von den dreien deutlich am meisten redete), das Medium Magazin interviewte den Interviewer Paul Sahner und fragte nach seinem berühmtem “Trick”. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Vielleicht könnte Philipp Walulis sich demnächst mal den typischen Image-Film von Medien vornehmen. Meine Vorschläge für unverzichtbare Elemente: Reporterin sitzt versonnen im Fond eines Autos und denkt über ihren Beruf nach. Kriegsreporter setzt Helm auf und rennt mit Schutzweste im Krisengebiet von zerbombtem Haus zu zerbombtem Haus. Transzendente Lounge-Mucke ist ein Muss. Aktuell wieder zu besichtigen im Image-Filmchen, das sich der Spiegel gegönnt hat. Spiegel – der Film wartet außerdem mit folgenden neuen Highlights auf: Online-Chef checkt arabische Koran-Quellen in einer Moschee ab. Und: Vize-Chefin nimmt an Pantomime-Kurs teil. Hammer! Dazu das Mega-Zitat des Spiegel-Dokumentars: “Wir glaube erstmal von dem, was der Redakteur geschrieben hat, nichts.” Nicht unflott geraten ist auch jener Spiegel-Film aus dem Jahr 2011. Der hatte auch eine super Musik:

Am Donnerstag gab es bei “Markus Lanz” im ZDF ein Gipfeltreffen der “Wetten dass..?”-Moderatoren. Lanz himself natürlich, der Erfinder der Katzenkappe, Show-Dino Frank Elstner und Mr. “Wetten dass..?” Thomas Gottschalk. Letzterer hatte mit seiner aktuellen Autobiografie “Herbstblond” sogar ein aktuelles Produkt im Gepäck. Werbung hat das Buch aber gar nicht nötig, es steht auch so schon auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Der nun (endlich) in Ehren ergraute Gottschalk zeigte gut aufgelegt, dass er immer dann am besten ist, wenn er ungebremst über sich reden kann. Wenn Gottschalk über Gottschalk spricht, dann ist er in den allermeisten Fällen witzig, selbstironisch, schlagfertig, unterhaltsam. Und: Er kennt sich wirklich aus!

Da fällt mir doch glatt eine Vossianische Antonomasie ein: Paul Sahner ist der Thomas Gottschalk der Journalisten. Stand bestimmt schon mal irgendwo, bin aber gerade zu faul zum Googeln. Paul Sahner jedenfalls hat dem Medium Magazin ein großes Interview gegeben. Hat bestimmt viel Überredungskunst gekostet, ihn dafür zu gewinnen. *Zwinker, zwinker* Im Interview sagt Sahner Sachen wie “ Alice Schwarzer ist immer noch eine meiner liebsten Interviewpartnerinnen. Wir trinken gern Kaffee in Paris. Dann schwärmt sie von Sartre, bei dem sie Kindermädchen war.” Was heißt denn “gern”? Wie oft trinken der Sahner und die Schwarzer denn Kaffee in Paris? Und erzählt sie dann wirklich jedes Mal, dass sie Kindermädchen bei Sartre war? Irritierend! Der Interview des Medium Magazins fragt den Interviewer der Bunten: “Ob Reich-Ranicki, Buchholz oder Jürgens: Jeder dieser Herren hat Ihnen Intimstes gestanden. Es heißt, Sie wenden stets die gleiche Methode an, um das zu erreichen: Sie erzählen von sich. Ist das der Paul-Sahner-Trick?” Nein, liebe Kollegen vom Medium Magazin, ständig von sich zu reden, ist nicht der Paul-Sahner-Trick, es ist der Paul-Sahner-Tick!

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Haben Sie auch noch eine Frage? Paul Sahner steht leider gerade nicht zur Verfügung. Aber er hier:

Schönes Wochenende!

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