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Empfehlungsportal Yelp stellt sich selbst zum Verkauf – Aktie steigt um 23 %

So kann man enttäuschende Quartalszahlen auch korrigieren: Nachdem Yelp erst Ende vergangener Woche nach der Bilanzvorlage mit zweistelligen Kursverlusten schwer unter die Räder gekommen war, wurden Anleger nun vom Wall Street Journal mit der Nachricht überrascht, dass sich das Empfehlungsportal selbst zum Verkauf stelle. Die Aktie bricht um 23 Prozent nach oben aus.

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Für einige Jahre galt Yelp als Geheimtipp. Vor allem als das inzwischen auch schon über zehn Jahre alte Empfehlungsportal Ende 2012 tief in Apple Maps integriert wurden, schien die Zukunft rosarot: Wann immer Apple-Nutzer auf ihrem Kartendienst nach einer Lokalität suchten, bekamen sie die Informationen von Yelp geliefert.

Doch auch eine Dekade nach der Aufnahme der Geschäftstätigkeit konnte Yelp nicht den Nachweis der nachhaltigen Profitabilität erbringen. Wenig überraschend verloren Anleger zuletzt die Nerven und ließen die Aktie nach Vorlage der jüngsten Quartalsbilanz am vergangenen Donnerstag um satte 25 Prozent abstürzen. Seit Jahresbeginn betrug das Minus bereits 30 Prozent.

Nach Kurssprung 3,4 Milliarden Dollar wert

Doch gestern schlugen die Kurse wieder in die andere Richtung aus: Satte 23 Prozent sprintete die Yelp-Aktie nach oben. Der Grund: Übernahmegerüchte, die Yelp selbst beförderte! Wie das Wall Street Journal kolportierte, habe Yelp Investmentbanker damit beauftragt, Übernahmeofferten einzusammeln und auszuloten.

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Ein Verkauf sei nicht zwingend, doch allein die Tatsache, dass CEO Jeremy Stoppelman offenkundig Übernahmebereitschaft erkennen lässt, elektrisierte die Wall Street. 3,4 Milliarden Dollar ist das Empfehlungsportal nach dem Kurssprung nun wert: Branchenüblich müsste der Käufer wohl in etwa einen Aufschlag von 50 Prozent  berappen – das läge in der Nähe der 5-Milliarden-Dollar-Grenze.

Google, Facebook oder Apple: Wer bietet für Yelp?

An dieser Stelle verkleinert sich der Kreis der möglichen Bieter auf eine Handvoll üblicher Verdächtiger: Vor allem Google und Facebook kämen als erste potenzielle Interessenten in Frage – Amazon und Apple von der Finanzkraft natürlich auch, obwohl eine Integration des ortbezogenen Empfehlungsportals weniger naheliegend erscheint.

Yelp besitzt inzwischen 142 Millionen Nutzer und übernahm 2012 den deutschen Konkurrenten Qype.

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