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„Deutsche treten“: Sixt ärgert Deutsche in der Schweiz mit Provo-Werbung

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Wie kaum ein anderes Unternehmen versteht sich Sixt darauf, Zeitgeschehen mit einem Augenzwinkern ins Marketing einzubinden. Doch in der Schweiz scheint der Autovermieter jetzt einen Schritt zu weit gegangen zu sein.

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„Die günstigste Gelegenheit, mal einen Deutschen zu treten.“ So steht es auf einem Plakat des Autovermieters Sixt. Darüber drei Autos von BMW, Audi und Mercedes-Benz. Gemeint ist: aufs Gaspedal treten. Hintergrund die seit Jahren latent schwelenden Ressentiments gegen Deutsche in der Schweiz. 2013 titelte der Blick noch: Wie viel Deutsche verträgt die Schweiz? 2014 sprach sich mehr als die Hälfte der Eidgenossen gegen eine Masseneinwanderung aus. Die Deutschen sind mit 300.000 Zugezogenen die größte Einwanderergruppe neben den Italienern.

Die Sixt-Werbung hat offenbar einen Nerv getroffen. Der Haken: Sprachlich ist die Formulierung „Deutsche treten“ etwas krumm. Denn in der Schweiz wird das Gaspedal nicht getreten, sondern „gedrückt“. Und „Deutsche drücken“ wäre zwar lieb, würde aber wohl völlig die Debatte verfehlen.

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„Plumper Aufruf zu Gewalt“

„Das finde ich nun wirklich blöd“, erklärt der Präsident des Swiss-German-Clubs, Fritz Burkhart, gegenüber 20min.ch. „Werbung sollte mit einem Augenzwinkern kreiert werden, zum Schmunzeln anregen – aber das ist für die Beziehung mit unseren Nachbarn nicht gerade förderlich.“

In einer Pressemitteilung des Swiss-German-Clubs wird Burkhart konkreter: „Es darf nicht sein, dass auf Kosten der geschätzten Nachbarn, Freunden und willkommenen Arbeitskräften Profit gemacht wird.“ Es gäbe genügend Möglichkeiten, Werbung positiv und konstruktiv zu formulieren, ohne plumpe Aufrufe zu Gewalt. Auch auf Twitter und Facebook stößt die Sixt-Werbung auf wenig Gegenliebe: „Warum wirbt Sixt so grenzwertig in der Schweiz“, fragt ein Nutzer. „Ist das jetzt noch lustig? #fail“, ein Anderer.

Den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit weist Sixt zurück. Eine Sprecherin sagt zu 20 Minuten: „Uns haben keine negativen Reaktionen erreicht. Anzeigen von Sixt sind immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen.“

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Alle Kommentare

  1. Wenn diese Werbung so toll ist, warum nicht schwarze Autos abbilden und dazu „Die günstige Gelegenheit, mal einen Schwarzen zu treten“.
    Der Aufschrei danach wäre massiv und der Vorwurf nach Rassismus gerechtfertigt. Daher empfinde ich die Aufforderung Deutsche zu treten als geschmacklos. Zu welcher Werbung ist Sixt in der Lage, mit Autos, die mit Gas betrieben werden?

  2. „Es gäbe genügend Möglichkeiten, Werbung positiv und konstruktiv zu formulieren, ohne plumpe Aufrufe zu Gewalt.“

    Wenn es so viele Möglichkeiten gibt, soll der Mann mal einige Beispiele nennen. Ich glaube, dass wäre nicht mehr im Ansatz so kreativ und lustig, wie die Sixt Sprüche. Ist doch ganz und gar nicht schlimm und vor allem sehe ich da null Aufruf zur Gewalt.

  3. Ich musste selber schmunzeln, als ich die Werbung gesehen habe und es stört mich auch nicht. Die Sixt Werbung mit dem Mercedes-Benz auf dem Plakat ist halt ein Scherz und mehr sollte man da auch nicht rein interpretieren.

  4. Wollte nicht Steinbrück mit der Kavallerie in die Schweiz galoppieren… Also, bitte nicht einnäsen, Größe zeigen und drüber lachen!

  5. Als sich die deutsche Fussballnationalelf beim Empfang in Berlin tanzend über Argentinier und Brasilianer lustig gemacht hat, da hat doch auch ganz Deutschland gelacht. Wer austeilt muss auch einstecken können und die Sixtwerbung finde ich als Deutscher durchaus originell!

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