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Pussy Riot bei der #mcb15: Skurriler Auftritt wurde zur Farce

Legten einen skurrilen Auftritt hin: Pussy Riot.
Legten einen skurrilen Auftritt hin: Pussy Riot.

Was war das? Die derzeit wohl berühmtesten politischen Aktivistinnen Pussy Riot nutzten die Media Convention Berlin zur Inszenierung in eigener Sache. Der gestrige Auftritt auf der Bühne 5 geriet jedoch zur Farce. Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochin hatten sichtbar wenig Interesse an einem konstruktiven Gespräch und fuhren dem Interviewer Jo Schück mehrfach über den Mund.

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Es gibt inzwischen viele Mythen, die sich um Pussy Riot ranken. Für die einen sind die russischen Aktivistinnen, die für ihren Skandalauftritt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale fast zwei Jahre inhaftiert wurden, politische Heldinnen, für die anderen schlicht Wichtigtuerinnen.

Der Auftritt auf der diesjährigen re:publica, die im Zeichen der digitalen Sinnsuche „Finding Europe“ steht, hätte knapp eineinhalb Jahre nach ihrer Freilassung zur Sympathiekundgebung mit Ausrufezeichen werden können, geriet jedoch stattdessen zur Farce. Das lag in allererster Linie am Desinteresse von Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochin selbst.

Lustloser Auftritt, Spitzen gegen Moderator Jo Schück

Die beiden Gründerinnen der Punkrock-Band hatten offenkundig wenig Lust an ihrer mit Spannung erwarteten Veranstaltung „Punk, Politperformance und Pressefreiheit“, auf der sie mit „I can’t breath“ ihr erstes Musikvideo in Englisch vorstellten.

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Ein echtes Gespräch mit ZDF-Moderator Jo Schück wollte über die quälend lange halbe Stunde jedoch nicht aufkommen. Im Gegenteil: Der 34-Jährige musste sich von Pussy Riot anpflaumen lassen, ob er mit seinen Nachfragen den „Psychoanalytiker“ spielen wolle.

„Conchita Wurst ist mehr Punk als alle anderen“

Aljochin und Tolokonnikowa hatten nicht nur mit der englischen Sprache zu kämpfen – sie hatten offenkundig wenig Interesse, ihr Anliegen einem breiteren Publikum zu vermitteln. Vielmehr als der wiederholte Vorwurf über die Repressalien in Russland und die Verehrung von ESC-Gewinnerin Conchita Wurst („Sie ist mehr Punk als alle anderen“) war den inzwischen blond gefärbten Polit-Aktivistinnen nicht zu entlocken.

Am Ende blieb die Entzauberung des eigenen Mythos. Immer mehr Zuhörer verließen den anfangs noch prall gefüllten Saal, nur verhaltener Applaus brandete gegen Ende der Veranstaltung auf. Was blieb: Ratlosigkeit über einen Auftritt, mit dem sich Pussy Riot am Ende mehr geschadet als für ihre Ziele getrommelt haben.

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Alle Kommentare

  1. Meinem Vorredner Andy kann ich an dieser Stelle nur Recht geben. Weiter: Wer als „Moderator“ so flache und unangebracht provokante Fragen stellt, der braucht sich (auch bei Facebook) nicht wundern, wenn man nicht mit ihm sprechen möchte!! 🙂 Farce ist wohl auch breit interpretierbar…

  2. @ Herr Jacobsen: vielleicht soll es ja gerade Menschen wie SIE aufwühlen! Ist was anderes als „Das Apple Imperium“, gell? So ein CEO von Großkonzern Xy ist sicher berechenbarer. Naja habe schmunzeln müssen bei Ihrem Artikel. Danke dafür!

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