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Journalismus-Plattform Storyhunter: das Airbnb für Medienmacher

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Wie finden freie Journalisten ihre Auftraggeber und andersherum? Eine Antwort darauf ist Storyhunter: Das New Yorker Startup bringt Freelancer und Medienhäuser zusammen, koordiniert sowohl die Vermittlung als auch die Bezahlung – und funktioniert dabei ähnlich wie der Online-Wohnungs-Marktplatz Airbnb.

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Brooklyn, New York City: In einem Loft in der Nähe der Manhattan Bridge und des historischen D.U.M.B.O-Viertels hat sich das Team von Storyhunter niedergelassen. Selbst als freier Journalist tätig, stellte sich der heutige CEO des Unternehmens Jaron Gilinsky ständig die Frage, wie er neue Auftraggeber erreichen und seine Geschichten verkaufen kann. Als Antwort darauf gründete er 2012 gemeinsam mit seinem Journalismus-Kollegen Alex Ragir Storyhunter.

Zunächst starteten sie eine einjährige Beta-Phase mit nur einigen, wenigen Kunden – bis sie die Webseite Ende 2014 schließlich offiziell launchten. Das Startup wächst schnell: Noch kein Jahr nach ihrem Launch, verzeichnet die Plattform bereits 6.000 registrierte Freelancer weltweit. Finanziert wurde Storyhunter von privaten Investoren, von den registrierten Medienhäusern nehmen Giliga und Ragir außerdem eine monatliche Servicegebühr.

Medienunternehmen öffnen sich

Storyhunter erlaubt es freien Journalisten, die zuvor freigeschaltet und verifiziert wurden, ihre Arbeitsproben zu veröffentlichen und so Herausgeber von sich zu überzeugen. Gleichermaßen können sie Pitches für geplante Projekte posten. Die Medienunternehmen entscheiden dann, ob sie ein fertiges Produkt kaufen, sich bei der Entwicklung einer Ideen einklinken oder den Freelancer basierend auf seinen Fähigkeiten gezielt engagieren wollen.

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Und Storyhunter funktioniert auch genau andersherum: Unternehmen stellen sich vor, um so mögliche Mitarbeiter anzulocken. Wie Jason Giligan berichtet, nutzen mittlerweile selbst große US-Medienhäuser wie die New York Times und Newsweek die Plattform. „Die altehrwürdigen Unternehmen realisieren, dass sie sich öffnen und neu erfinden müssen“, sagt Giligan. Die Redakteure hätten außerdem zunehmend mobile und digitale Formate im Kopf, erzählt er. „Sie orientieren sich hier immer mehr an den Nutzungsgewohnheiten des Publikums und der Leser.“ Dabei werden nicht nur ganze Projekte vermittelt beziehungsweise verkauft, sondern auch einzelne Kräfte wie Kameraleute oder Übersetzer.

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„Wir wollen Himmelfahrtskommandos verhindern“

Storyhunter begleitet die Deals zwischen Auftraggeber und Freelancer von der Pre-Production – was das Pitchen beinhaltet oder das Veröffentlichen von Entwürfen – bis zur Bezahlung, deren Transaktion ebenfalls über die Plattform abläuft. Hierbei geben sie den freien Journalisten eine Garantie: Das Geld ist spätestens zehn Tage nach Abschluss des Projektes auf dem Konto. „Das ist so einmalig in der Branche“, sagt Jason Giligan. Dass die Freelancer gut versichert sind, liegt ihm besonders am Herzen: Giligan und sein Team kümmern sich nicht nur um eine ordentliche Bezahlung – sondern bieten außerdem allen Reportern, die aus Krisengebieten berichten, eine freie Versicherung an. Der Grund dafür ist ein ebenso aktueller wie dramatischer: Die Terrormiliz IS hatte in der Vergangenheit einen bei Storyhunter registrierten Journalisten entführt. Daraus hat Giligan gelernt und rät den Freelancern davon ab, in Krisengebiete zu reisen. „Wir wollen Himmelfahrtskommandos verhindern“, erklärt er. Für alle, die dennoch in Gefahrengebiete reisen wollen, bietet Storyhunter freie Schulungen an.

In Deutschland gibt es mit dem Portfolio-Netzwerk Torial einen ähnlichen Ansatz wie den von Storyhunter, hier steht vor allem das Stärken der eigenen journalistischen Marke und das Netzwerken in der Branche im Vordergrund.

Unsere Autorin Nora Burgard-Arp hat das Unternehmen während eines Innovation Field Trips der Hamburg Media School nach New York im April 2015 besucht.

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