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re:publica 2015: Klassentreffen ohne Klassensprecher

Glänzen durch Abwesenheit: Sascha Lobo (l.) und Christopher Lauer.
Glänzen durch Abwesenheit: Sascha Lobo (l.) und Christopher Lauer.

Vorhang auf zur Digitalkonferenz re:publica: Bereits zum neunten Mal versammelt sich die Szene in Berlin, um über die neusten Internettrends zu diskutieren. Mit über 6000 Gästen und 500 Speaker ist das einstige Bloggertreffen längst zu einem der größten Internet-Events Europas avanciert. Entsprechend breitgefächert ist auch das Themenspektrum der Konferenz: Unter dem Motto "Finding Europe" geht die re:publica dieses Jahr gezielt auf die Suche nach dem Neuen in der Alten Welt. Mit dabei u.a. der CEO eines der angesagtesten Unternehmen der Neuen Welt: Netflix-Chef Reed Hastings.

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Worüber wäre noch zu diskutieren, nachdem alles über dieses Internet gesagt und geschrieben zu sein scheint – und das doppelt und dreifach? Vor dieser Gretchenfrage steht die Internet-Konferenz re:publica jedes Jahr. Tatsächlich bereits zum neunten Mal treffen sich Blogger, Digital Natives und andere online-affine Teilnehmer.

Aus dem versprengten Haufen von 700 Pionieren, die sich 2007 einst in der Kalkscheune versammelten, sind inzwischen über 6000 Gäste geworden, die in der STATION Berlin den Vorträgen von 500 Rednern aus mehr als 45 Ländern lauschen werden. Angekündigt hat sich u.a. Netflix-CEO Reed Hastings, der ebenso heute Nachmittag auf der Bühne erwartet wird wie im Anschluss die Pussy Riot-Aktivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina.

Europa im Fokus 

Thematisch im Fokus stehen soll indes der Alte Kontinent. „Gibt es die digitale Gesellschaft Europas?“, gibt die re:publica dieses Jahr die übergeordnete Fragestellung aus. Netzpolitische wie kulturelle Besonderheiten in ihrer ganzen Diversität sollen beleuchtet werden.

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Verzichten müssen die Wallfahrer der Internet-Klassenreise indes auf ihren Klassensprecher: Sascha Lobo bricht bekanntlich mit dem Ritual und hält dieses Jahr nicht seine Rede zur Lage der (Internet-)Nation. Der Grund: „Ich hatte das Gefühl, es könnte sinnvoll sein, mal eine Pause zu machen“, hatte der 39-Jährige unlängst im Interview mit dem Tech-Magazin Wired erklärt.

Sascha Lobo und Christopher Lauer verweigern sich

Auch der Ex-Pirat und Neu-Springer-Berater Christopher Lauer hatte öffentlichkeitswirksam seine Abwesenheit kundgetan: „Ich bin jung, ich bin netzaffin, ich war bei den Piraten. Eigentlich müsste ich zur re:publica. Trotzdem interessiert mich das digitale Klassentreffen nicht die Spur.“

Ist die einstige Pflicht-Veranstaltung der digitalen Intelligenzija kurz vor dem großen zehnjährigen Jubiläum damit auf dem Weg zum verzichtbaren Mainstream-Event? Wir werden es erleben – und berichten in den kommenden Tagen aus Berlin.

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