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Adieu Conflict_Report: das Bild-Glaubensbekenntnis des Julian Röpcke

Julian Röpcke schreibt in seinem ersten Bild-Artikel über Trolle, die seinen alten Twitternamen missbrauchen sollen.
Julian Röpcke schreibt in seinem ersten Bild-Artikel über Trolle, die seinen alten Twitternamen missbrauchen sollen.

Seit dem heutigen Dienstag ist Julian Röpcke, bei Twitter bisher als Conflict_Report bekannt, Multimedia-Redakteur bei Bild. Zum Start schlägt Röpcke mit einer Geschichte auf, wie pro-russische Aktivisten angeblich seinen alten Twitter-Namen kaperten. Im Text versteckt sich ein Glaubensbekenntnis an die Bild-Zeitung, das nicht unkommentiert bleibt ...

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Röpcke, der sich mit der Auswertung und Analyse von frei verfügbarem Videomaterial aus Krisengebieten einen Namen gemacht hat, bekam im Februar dieses Jahres von Bild-Online-Chefredakteur Julian Reichelt das Angebot, als Multimedia-Redakteur zu arbeiten. Röpcke klärt eigenen Aussagen zufolge vor dem heimischen Computer auf, aus welcher Richtung beispielsweise Bombenangriffe vollzogen worden sind. Seit dem heutigen Dienstag steht Röpcke im Dienst der Bild, wo er mit seinen Fähigkeiten die Multimedia-Redaktion bereichern soll.

Zum Start schreibt er in eigener Sache. Mit dem Wechsel zu Springers Boulevardtitel wechselte Röpcke auch seinen Twitter-Namen. Am 3. Mai, dem Tag der Pressefreiheit, verabschiedete er sich vom eingeführten Namen Conflict_Report und tritt seitdem unter Klarnamen auf, um – wie er schreibt – „meine journalistische Integrität als Bild-Redakteur zu unterstreichen“. Statt seinen alten Namen auf einem inaktiven Account weiterlaufen zu lassen, ließ Röpcke ihn frei verfügbar liegen. Unglücklich. Seinen Namen griff sich eine unbekannte Person – wie Röpcke schreibt vermutlich pro-russische Sympathisanten. „Um sich für meine kritische Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt zu rächen, posten sie seitdem antiukrainische und antiwestliche Lügengeschichten unter meinem alten Account-Namen“, so der frisch gebackene Bild-Mann. Innerhalb weniger Stunden setzte der neue Conflict_Report mehrere hundert Tweets ab und gewann bisher ganze 13 Follower. Im Netz sorgt die Übernahme dennoch für Aufsehen.

Ein Randaspekt an Röpckes Text ist dabei vielleicht noch interessanter als die Geschichte von „gekaperten“ Account. Im Text liefert der ehemalige Conflict-Report eine Art Glaubensbekenntnis an die Bild. Der Job bei Bild habe ihm „sofort zugesagt, da mich die schonungslose Ehrlichkeit der Berichterstattung, gerade über Konflikte im Ausland, schon seit Jahren begeistert.“ In einem Blogeintrag vom April erläutert Röpcke seine Entscheidung noch ausführlicher. Darin erklärt er, weshalb er bei Bild anheuert. Bild vertrete seine politischen Ansichten: „Pro-liberal-demokratic / pro-Western / pro-bitter truth / anti-(semi)dictatorial regimes approach is literally 100% congruent to my personal conviction“.

Röpckes Einlassungen in dem Artikel bleiben bei den Bild-Kritikern vom Bildblog nicht unbemerkt und wurden entsprechend kommentiert:

 

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Auf die Postings gab es einige weiterreichende Antworten.

Die Erfahrung, dass es im Social Web gar nicht gut ankommt, wenn man beruflich zu Axel Springer wechselt, durfte zuletzt der ehemalige Piraten-Politiker und jetzige Springer-Berater Christopher Lauer machen. 

 

 

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Alle Kommentare

  1. Patzer?
    Wer soll darauf reinfallen, dass es aus versehen war?
    Der ist intelligent. So kann er seine Anti-Russen-Propganda weiter fahren.

    Die Inszenierung seiner „Erkenntisse“ hat Ihm einen fragwürdigen Job in einer fragwürdigen Propagandatruppe verschafft.
    Vertrauenswürdig ist was anderes.

  2. Für einen Social Media Profi ist das Auflassen des alten Accounts ein ziemlicher Patzer. Da sollte man die Größe haben, die eigene „Blödheit“ einzugestehen

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