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Nach Germanwings-Katastrophe: Lufthansa lässt Bordmagazin pausieren

Sandra Harzer-Kux, Geschäftsführerin G+J Corporate Editors
Sandra Harzer-Kux, Geschäftsführerin G+J Corporate Editors

Auf den Absturz des Germanwing-Airbus hat die Lufthansa als Muttergesellschaft in der Kommunikation entschlossen reagiert und wie Germanwings die Homepage bis heute in Trauerfarben gestaltet. Eine weitere Maßnahme war, wie jetzt bekannt wurde, der Auslieferungsstopp des bereits fertig gedruckten Lufthansa-Bordmagazins, das seit Ende der 90er Jahre von Gruner + Jahr produziert wird.

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Bereits am 1. April hätte die vierte Ausgabe des Jahres erscheinen sollen. Auf ihrer Webseite bewirbt die Airline allerdings noch immer die März-Ausgabe mit der Titelstory über Thailand und einem Interview mit dem Scooter-Frontman H.P. Baxxter.

„Unsere Redaktion trauert mit unserem langjährigen Partner Lufthansa. Das Lufthansa Magazin ist ein Unterhaltungsmedium. Monatlich erzählen wir für die Passagiere spannende Reisegeschichten, interviewen Hollywood-Stars zu ihren aktuellen Filmen und inszenieren für unseren Kunden die gesamte Faszination der Fliegerei“, erklärt Sandra Harzer-Kux, Geschäftsführerin G+J Corporate Editors, gegenüber MEEDIA. „In diesem Monat hätte sich das für viele Menschen wohl unpassend angefühlt. Deshalb wurde das Bordmagazin größtenteils nicht ausgeliefert.“

Tatsächlich hätte die Gefahr bestanden, dass die klassischen Inhalte des Magazins einige Reisende verwirrt oder verärgert hätten. So schreibt traditionell der Lufthansa-CEO Carsten Spohr stets das Editorial. Für die April-Ausgabe war dies längst erledigt. Sein Text war schon geschrieben und gedruckt, als es in den südfranzösischen Alpen zur Germanwings-Katastrophe kam. Der einleitende Text des Airline-Chefs befasste sich mit dem anstehenden 60-jährigen Firmen-Jubiläum. Kurz nach der Katastrophe hatte das Lufthansa-Management alle in diesem Zusammenhang geplanten Feierlichkeiten abgesagt.

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Bei einigen Fluggästen, die Mitte April nun das Magazin in die Hand bekommen, das Vorwort aufblättern und dann den Boss der Airline sehen und lesen, ohne, dass er sich zu dem Absturz äußert, hätte das durchaus für Verwirrung sorgen können. Gerade auch weil Spohr in der gesamten Krisenkommunikation eine gute und seriöse Figur machte und so zum Gesicht der offenen Lufthansa-Kommunikation wurde.

Die selbst auferlegte Pause des Lufthansa-Magazins ist jedoch bald schon wieder vorbei. „Mit der Mai-Ausgabe kehrt das Lufthansa Magazin in den normalen Turnus zurück“, so Harzer-Kux. Die Anzeigen-Kunden, die in der April-Ausgabe gebucht hatten, sollen derart entschädigt werden, dass ihre Anzeigen in den nachfolgenden Ausgaben erscheinen. Offenbar haben auch sie „großes Verständnis für die schwierige Situation gezeigt“.

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Alle Kommentare

  1. Hm, man mag sich fragen, ob G+J Corporate Editors zumindest die ca. 2.500 Euro für das Altpapier (ca. 44 Seiten x 360.000 Ex. bei ca. 70 g Inhalt und ca. 8ß Euro pro Tonne) einem guten Zweck zuführt….

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