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Von wegen „Die größte Show ever“: DSDS-Blamage auf Kölner Parkplatz

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Größte Blamage "ever": DSDS inszeniert "Live-Entscheidung" auf einem Parkplatz vor den Toren Kölns.

Der peinliche Höhepunkt des schleichenden Abstieges der einst stolzen RTL-Vorzeige-Castingshow: Am Samstag lief die erste von vier Live-Events der zwölften Staffel von "Deutschland sucht den Superstar". Statt "größter Show ever" bekam das Publikum jedoch die größte Blamage präsentiert: Ein Zusammenschnitt aus Casting-Voraufzeichnungen und eine halbstündige Parkplatzparty in Köln.

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Die großen Live-Shows haben bei „Deutschland sucht den Superstar“ längst ausgedient. Weil die Quoten gerade bei den Shows in einen Sinkflug gerieten, kündigte der Sender im November des vergangenen Jahres eine Formatänderung an: Nach dem Recall in Thailand gehe es für die Top Ten auf Konzerttournee durch deutsche Clubs.

Am Samstag war es so weit. Die erste Station: Ischgl. Auf einer riesigen Bühne treten die zehn Kandidaten und Kandidatinnen vor den Jury-Mitgliedern Dieter Bohlen, Mandy Capristo, Schlager-Star Heino und DJ Antoine gegeneinander an. Ein Event ja, live aber war es nicht: Tatsächlich wurde der Auftritt bereits vor zwei Wochen aufgezeichnet.

Das Publikum aber sollte dann „live“ darüber entscheiden, wer weiterkommt und wer nicht. Wie macht man das, wenn die eigentliche Show zwei Wochen her ist? Man inszeniert ein Anschluss-Event und schneidet beides zusammen, als hätte es genau so stattgefunden: Die „Live-Entscheidung“ findet auf dem Parkplatz des Coloneum statt, vor den Toren von Köln. Der ehemalige Talk-Master Oliver Geissen, seit einigen Wochen Moderator der Sendung, ist gekommen, eine bescheidene Fanansammlung ebenfalls, nur die Jury fehlt – und lässt sich die gesamte letzte halbe Stunde der Sendung nicht blicken.

Wahrscheinlich sind sie auf dem Weg von Ischgl stecken geblieben. Zum Glück schaffen es die zehn Kandidaten und Kandidatinnen rechtzeitig, suggeriert der Sender doch, sie kämen „direkt aus Ischgl“ zur Entscheidung. Um den Schein zu wahren, haben sie sogar dieselben Kleider an, die sie auch in Ischgl trugen. Der Tourbus, mit dem sie auf den Platz fahren, nimmt sodann die Funktion der Kulisse ein, vor der sich die Teilnehmer auf zehn Klappstühle setzen und auf die Entscheidung der „Masse“ warten. Wer am Ende rausflog, das war bei dieser Sendung – wie auch bei den restlichen DSDS-Staffeln – zweitrangig. Im Vordergrund stand abermals die missglückte Show, mit dem einzigen Unterschied: Diesmal ging es nicht um das Vorführen der einzelnen Kandidaten. Diesmal führte DSDS sich selbst vor.

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Alle Kommentare

  1. Hintergrund dieser Publikumsverhöhnung ist, daß der Sender sich die teuren Produktionskosten für die bisherigen „Motto-Shows“ (Live) spart, indem er die Wettbewerbe stattdessen in Form einer Tornee stattfinden läßt, die über Eintrittsgelder vom Publikum finanziert wird.
    Zur Erinnerung: Diese Tournee fand bisher erst nach dem Finale des Wettbewerbs statt, um die Kandidaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz herumzureichen. So macht man DAS !!!

    Das Ergebnis: Primitive Bühne, taghelle Nachmittagsveranstaltung, die Bühnenbilder und Effekte unmöglich macht. Schlimmste Bierzeltatmosphäre.

    Vor diesem Hintergrund ist die Auswahl eines einfälltigen Allerwelts-Moderators nur konsequent,
    im Hinblick auf die Einfälltigkeit mit der RTL glaubt, seine Zuschauer für Dumm verkaufen zu können.

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