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Treffen sich der Todenhöfer und der Markwort beim Käfer an der Käsetheke…

Hammer-harter Stoff im Wochenrückblick
Hammer-harter Stoff im Wochenrückblick

Medienanwalt Christian Schertz macht Medienfuzzis per Pressemitteilung auf neue Boulevardgeschichten aufmerksam. Der Metal-Hammer bringt den Schnaps zum Heft. Jan Fleischhauer versucht, Jürgen Todenhöfer lächerlich zu machen und der zankt sich wiederum mit Helmut Markwort an der Käsetheke. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Die Bunte macht diese Woche mit dem Ex-Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf. Titelzeile: “Böser Verdacht – Wo sind seine Millionen?”. Es geht um Finanzielles, einen ehemaligen Steuerberater und jede Menge Ärger rund um den Promi-Arzt. Klassischer Boulevard-Stoff. Am Tag vor der Veröffentlichung verschickte der Medienanwalt Christian Schertz ein “presserechtliches Informationsschreiben”. Darin steht, dass er Müller-Wohlfahrt vertritt, dass im Bunte-Artikel Angaben über eine privatrechtliche Auseinandersetzung und private Vermögensverhältnisse gemacht würden und beides der Privatsphäre zuzurechnen sei. Schertz habe auch deutlich gemacht, dass eine Veröffentlichung “nicht gewünscht” gewesen sei und er sei mit der Prüfung von presserechtlichen Schritten beauftragt worden. Naja. Immerhin äußert sich in Bunte auch die Ehefrau Müller-Wohlfahrts in Zitaten zu der Sache. Und dass ein Promi sich eine Veröffentlichung “nicht wünscht” kann nun wirklich keine Grund sein, nicht zu berichten. Solche anwaltlichen “Infoschreiben” sind vor allem dazu gedacht, eine schnelle Verbreitung von Geschichten zu verhindern. Im vorliegenden Fall hat das nicht ganz so toll geklappt.

Nach einer konsequenten Zielgruppen-Analyse und sicher ausgiebigen Marktforschung hat das Fach- und Krachmagazin Metal Hammer aus dem Hause Axel Springer eine Lücke für ein weiteres Merchandising-Produkt entdeckt: Schnaps. Künftig kann der Headbanger mit dem Original Hammer-Schnaps die Birne zum Schwingen bringen. Bonus-Info für den Connaisseur: “Der Hammer-Schnaps befindet sich im so genannten ‘Geschmacks-Fünfeck’ aus Rum-Cognac-Kräuter-Whiskey-Frucht.” Allerdings hat die EFAG GmbH & Co. KG aus Laupheim, die für Metal Hammer den Hammer-Schnaps “kreierte”, die Spirituose schon seit September vergangenes Jahr im Sortiment. So lange hat der Schnaps jedenfalls schon seinen eigenen Twitter-Account.

Themenwechsel: Im MEEDIA-Interview mit Bilanz-Chefredakteur Klaus Boldt gab dieser u.a. zu Protokoll:

Niemals kämen wir etwa auf die Idee, eilfertig Marken- oder Warenzeichen imitieren und abdrucken zu wollen und Iphone womöglich mit kleinem „ i” oder Thyssen-Krupp ohne Bindestrich und statt dessen mit großem „K“ in der Mitte zu schreiben, nur weil es irgendwelchen „Brand“-Hanswürsten jener Unternehmen gerade so in den Kram passt.

Prima Einstellung! Darum haben wir von MEEDIA (!) die durchgängige Großschreibung von “BILANZ” im autorisierten Boldt-Interview auch wieder zu “Bilanz” zurück geändert. Diese verdammten Brand-Hanswürste bei Springer… man muss höllisch aufpassen!

Der stern hat vergangene Woche mit einem Auszug aus Jürgen Todenhöfers Buch über seine Reise in den selbst ernannten Islamischen Staat aufgemacht. Man muss weiß Gott nicht alles toll finden, was dieser Todenhöfer tut und sagt. Aber Mut kann man ihm nicht absprechen. Und so uninteressant und belanglos, wie einige jetzt tun, ist sein Bericht aus dem Herzen der Finsternis auch nicht. Besonders unangenehm fiel mir in diesem Zusammenhang die aktuelle Kolumne von Jan Fleischhauer bei Spiegel Online auf, der über Todenhöfers nun wirklich lebensgefährliche Reise bemüht flotte Sprüche reißt. Er bezeichnet Todenhöfer etwa als “Extremtouristen” und “Friedensapostel”. Fleischhauer über Todenhöfer:

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Andere schlingen sich ein Palästinensertuch um den Kopf und reisen als eine Art Karl May der letzten Tage durch den wilden Orient, wo sie sich dann mit jedem IS-Kämpfer ablichten zu lassen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Oder auch:

Auch was die lokalen Attraktionen angeht, bleibt die Ausbeute eher dürftig: Nicht einmal eine kleine Steinigung wurde dem IS-Reisenden von seinen Gastgebern geboten.

Dafür sei immerhin das Frühstück “top” gewesen. Normalerweise finde ich die Argumentation, Kolumnisten und Sesselfurzer-Journalisten sollten selbst ihren Hintern hochkriegen und mal dahin gehen wo es kracht, krachdoof. Erstens, weil ich selbst ein Sesselfurzer bin und zweitens, weil nicht jeder gleich Kriegsberichterstatter sein muss, um Kriegsberichterstatter zu kritisieren. Die Art und Weise aber wie Fleischhauer versucht, Todenhöfer lächerlich zu machen, kann man schäbig finden.

A propos Todenhöfer. Die werben & verkaufen hat auf ihrer Facebook-Seite einen lustigen Kantinentalk in Sachen Todenhöfer und Helmut Markwort weitergetratscht, den ich Ihnen hier zur Lektüre empfehlen möchte. Treffen sich die beiden der Todenhöfer und der Markwort an der Käsetheke beim Käfer …

Im Burda-Verlag erzählt man sich gerade, dass sich die Intimfeinde Helmut Markwort und Jürgen Todenhöfer bei Käfer an…

Posted by Werben & Verkaufen on Montag, 20. April 2015

Falls das stimmt, ist es sehr, sehr lustig. Falls nicht, ist es gut erfunden.

Schönes Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Jan Fleischhauer, dem selbsternannten kriegsgeilen Propagandisten des Weltterroristen Nr.1, USA, darf man es nicht übel nehmen, wenn er seinen hirnlosen Müll im NATO-Presseorgan Spiegel verbreitet. Der Spiegel ist heute schließlich das Sturmblatt der Lügenpresse. Nachsicht bitte!
    Wer allerdings weder hirntot ist, noch willfähriger Lakai der Kriegstreiber aus Washington, wird verstehen, dass der sog. „Westen“ mehrere Jürgen Todenhöfers braucht und nicht Psychopathen wie Fleischhauer.

  2. > Erstens, weil ich selbst ein Sesselfurzer bin

    🙂

    Es ist schon genug Masochismus, Journalist sein zu wollen. Man muß nicht auch noch Kriegsberichterstatter sein wollen.

    Zumal, wenn Cheffe Berichterstattung vor Ort als „Hofberichterstattung“ und „gemein machen mit dem Objekt der Berichterstattung“ runtermacht. (Und nee, das bezieht sich jetzt nicht auf Todenhöfer sondern selbst Erlebtes).

    Aber danke, die Kolumne ist gelungen und versöhnt mit einigen nicht so dollen der letzten Wochen.

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