Facebooks erstes Quartal 2015: Das Wachstum hat seinen Preis

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Die US-Quartalssaison nimmt an Fahrt auf: Nach Handelsschluss an der Wall Street legte Internet-Riese Facebook eine durchwachsene Bilanz vor. Das weltgrößte Social Network konnte zwar die Analystenerwartungen weitgehend erfüllen, verzeichnet aber rückläufige Gewinne. Der Grund: Mark Zuckerberg investiert aggressiv in die Zukunft. Anleger reagieren wenig erfreut.

Anzeige

Die Mission geht weiter. „Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu verdienen. Wir verdienen Geld, um Dienste zu entwickeln“: So lautete Mark Zuckerbergs Präambel des Börsenprospekts vor dem denkwürdigen IPO, das mittlerweile auch schon fast drei Jahre zurück liegt. Nicht das Ziel ist der Weg, sondern der Weg ist das Ziel: Der Facebook-Gründer konnte gegenüber potenziellen Aktionären kaum deutlicher werden.

So groß die Missachtung gegenüber kurzfristigen Gewinnen an der Wall Street erscheint, so gut wären Aktionäre doch in den vergangenen drei Jahren mit Facebook gefahren: Seit dem IPO im Mai 2012 hätten Anleger ihren Einsatz bis heute mehr als verdoppelt – selbst der Kurseinbruch nach Handelschluss ändert daran nichts.

Der Nettogewinn schrumpft…

Es war gestern Abend wie so oft in der Berichtssaison: Eine Unternehmensbilanz verfehlt minimal die Analystenerwartungen und die Wall Street reagiert gereizt mit Kurseinbußen, die bei Facebook gestern jedoch noch überschaubar ausfielen.

CEO Mark Zuckerberg hatte sich den Luxus erlaubt, gleich zweimal vermeintlich zu enttäuschen. Zunächst blieben die Umsätze im ersten Quartal in Höhe von 3,54 Milliarden Dollar marginal hinter den Konsensschätzungen der Banken zurück, die noch bei 3,56 Milliarden Dollar gelegen hatten. Beim Nettogewinn unterbot Facebook sogar das Vorjahresergebnis: Nach 642 Millionen Dollar verdiente das weltgrößte Social Network nun nur noch 512 Millionen Dollar.

…weil die Kosten explodieren 

Probleme auf Planet Facebook? Angesichts einer Umsatzsteigerung von immer noch 41 Prozent weiß Konzernchef Mark Zuckerberg zumindest Wachstumsargumente weiter auf seiner Seite.

Allerdings: Das Wachstum hat seinen Preis. Wie bereits im Vorjahr angekündigt, soll 2015 zum „Jahr der Investitionen“ werden. Die Kosten schnellten im abgelaufenen Quartal entsprechend rasant in die Höhe und lagen 83 Prozent über dem Vorjahresniveau.

936 Millionen Menschen nutzen täglich Facebook

Dafür kann das weltgrößte Social Network weiter eine dynamische Geschäftsentwicklung vorweisen: Facebook zählt nun schon 1,44 Milliarden Mitglieder, die mindestens einmal im Monat aktiv waren. Zwei von drei Mitgliedern nutzen Facebook sogar täglich (936 Millionen).

Die mobile Nutzung ist weiter auf dem Vormarsch: 1,25 Milliarden Mitglieder rufen Facebook mindestens einmal im Monat über Smartphone oder Tablet ab – 581 Millionen Menschen sogar ausschließlich mobil. Entsprechend überrascht es kaum, dass bereits 73 Prozent der Werbeerlöse mobil erzielt werden.

Aktionäre waren trotzdem nicht beeindruckt und verkauften die Facebook-Aktie nach Handelsschluss ab. Das Minus fiel jedoch verkraftbar aus: Bei weniger als 83 Dollar notierten Anteilsscheine des US-Internetgiganten lediglich um rund zwei Prozent im Minus.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige