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Bloomberg: Google stand vor Tesla-Übernahme

Tesla-Gründer Elon Musk
Tesla-Gründer Elon Musk

Hochinteressante Enthüllung von Bloomberg: Wie der Finanznachrichtendienst berichtet, wollte Tesla-Chef Elon Musk den Elektrofahrzeughersteller vor zwei Jahren an Google verkaufen, als das Geld knapp wurde. Google-CEO Larry Page, hatte den Deal schon abgesegnet, als Tesla binnen Wochen doch noch der Turnaround gelang und der Verkauf platzte.

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Elon Musk strickt weiter an seinem Mythos als Wunderkind der Techbranche. Der frühere Mitbegründer des Bezahldienstes Paypal sorgte mit dem Elektroautohersteller Tesla weiter für Furore: Das US-Unternehmen ist an der Wall Street heute schon weit mehr wert als der der multinationale Automobilriese Fiat-Chrysler, dabei stand es der Kultkonzern vor zwei Jahren haarscharf vor der Pleite.

Das geht aus der neuen Musk-Biografie „Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future“ (deutsch: „Die Biografie des Gründers von Tesla, PayPal, SpaceX und wie er unsere Zukunft neu erfindet“) von Bloomberg-Reporter Ashlee Vance hervor, der seinen Scoop gestern naheliegenderweise bei seinem Arbeitgeber verbreitete.

Larry Page war mit den Konditionen der Übernahme bereits einverstanden

Als Tesla 2013 nach Lieferverzögerungen und schwachen Absätzen das Geld auszugehen drohte, musste der Seriengründer der unbequemen Wahrheit ins Auge sehen: Eine Pleite zeichnete sich ab. Also musste Musk den Plan durchspielen und einen potenziellen Käufer für Tesla suchen. Dabei wandte sich der Tesla-CEO im März 2013 an einen anderen hoch prominenten Vorstandschef, mit dem er seit Jahren befreundet war: Google-CEO Larry Page!

Wie Bloomberg aus der Biografie zitiert, erzielte Musk mit Page in Grundzügen bereits Einigkeit: So soll das Übernahmeangebot für Tesla, das nach einem Absturz Anfang 2013 an der Börse mit nur noch 6 Milliarden Dollar bewertet wurde, marktüblich einen Premiumaufschlag und ein Investment von weiteren fünf Milliarden für den Fabrikausbau enthalten haben. Im Gegenzug sicherte Musk zu, acht weitere Jahre bei Tesla zu bleiben. Page akzeptierte die Konditionen und ließ den Deal ausarbeiten.

Absage an Apple-Gerüchte
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Die Enthüllung ist vor dem Hintergrund der immer wieder zirkulierenden Gerüchte eines möglichen Übernahme-Interesses von Apple hochinteressant. Im vergangenen Jahr wurde bereits bekannt, dass sich Musk im Jahr zuvor mit Apples Chef-Akquisiteur Adrian Perica getroffen hatte. Schnell wurde kolportiert, dass Apple eine Akquisition erwogen haben könnte. Aus heutiger Sicht wird nun klar: Musk klapperte mit dem Rücken zur Wand die Top-Adressen des Silicon Valley ab, um den bestmöglichen Preis für sein Unternehmen herauszuholen.

Doch bevor Larry Page das Scheckbuch zücken musste, erlebte Tesla an der Börse eine wundersame Wiederauferstehung.  Anfang Mai konnte Musk der verblüfften Analystenzunft den ersten (operativen) Quartalsgewinn in der zehnjährigen Unternehmensgeschichte präsentieren – die Tesla-Aktie verdoppelte ihren Wert binnen Wochen und sollte zu einer der spektakulärsten Kursrallyes der jüngeren Börsengeschichte ansetzen. Musk brauchte Google nicht mehr und sagte den Deal, der am Ende nur noch an Detailfragen hing, ab.

Google investierte in Space X

Der Rest ist moderne Wirtschaftsgeschichte. Tesla hat seinen Börsenwert in den vergangenen zwei Jahren um 350 Prozent von sechs auf 26 Milliarden Dollar gesteigert und gilt als einer der größten Kultkonzerne unserer Tage. Wunderkind Musk, der immer gerne als vermeintlicher Steve Jobs-Nachfolger gehandelt wird, strickt freilich sehr aktiv an diesem Mythos mit.

Mal rechnet er Analysten vor, dass er bis 2020 Apples heutigen Börsenwert erreichen könnte (was einer Verfünfundzwanzigfachung entspräche), mal reicht ein bisschen Eigenwerbung in 140 Zeichen aus, um die Marktkapitalierisierung um eine Milliarde Dollar zu steigern.

Randnotiz der milliardenschweren Freundschaft zwischen Musk und Page: Die beiden Tech-Ikonen kamen auch auf finanzieller Ebene doch noch zusammen: Google investierte Anfang des Jahres bekanntlich eine Milliarde Dollar in Musks Raumfahrt-Unternehmen Space X.

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