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Verleger Michael Ringier: Warum Journalisten gut bezahlt werden sollten

Der Schweizer Verleger Michael Ringier
Der Schweizer Verleger Michael Ringier

Gerade erst hat der Schweizer Verleger Michael Ringier (Blick) im Handelsblatt Paid Content eine Absage erteilt, jetzt spricht er in der Aargauer Zeitung den den drohenden "Internet-Super-GAU" und erklärt, warum man Journalisten auf jeden Fall gut bezahlen sollte.

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Die Bedingungen für Journalisten seien viel unfreundlicher geworden, so Ringier im Interview mit der Aargauer Zeitung. Man müsse sich heute schon gut überlegen, ob man noch Journalist werden will. Ringier: „Ein durchschnittlicher Journalist hatte vor 20 Jahren ein schöneres Leben als heute. Und auch die Bezahlung ist schlechter geworden. Gerade beim Lohn müssen wir aufpassen: Es ist falsch, Lehrer schlecht zu bezahlen. Und es ist ganz falsch, Journalisten schlecht zu bezahlen. Denn Journalisten haben eine extrem wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe.“

Der Druck auf die Löhne sei in der Branche enorm. Ringier habe in den Redaktionen „in den letzten Jahren praktisch nie Budgets gekürzt. Das wäre der falsche Weg. Denn die Redaktionen sind der Kern unseres Geschäfts.“ Die Redakteure werden das gerne lesen.

Ringier warnt in dem Interview auch vor den Gefahren des Internets: „Das Internet kreiert immer grössere Besorgnis und Probleme. Heute werden wir digital verfolgt, manipuliert und ausspioniert. Weshalb sonst erscheint immer genau dann Golf-Werbung, wenn ich auf eine Internetseite gehe? Das Internet ist ein völlig unregulierter Markt, in dem einige grosse Konzerne riesige Gewinne erwirtschaften. Zudem ist die Kriminalität im Internet gewaltig. Diktatorische Regimes missbrauchen es. Und es ist auch ein Querulanten-Medium. Wenn wir das alles nicht in den Griff bekommen, werden das die Leute irgendwann nicht mehr einfach so hinnehmen.“

Schließlich vergleicht er das Internet sogar mit der Atom-Industrie: „Der Internet-Super-GAU wird kommen. Und dann wird sich die öffentliche Meinung gegenüber dem Internet verändern. Ich bin in einer Generation aufgewachsen, in der Atomenergie noch das Manna vom Himmel war – umweltfreundlich, billig, einfach. Heute hat die Stimmung total gekehrt. Dem Internet kann das Gleiche passieren.“ Als theoretisches Beispiel für einen solchen „Internet Super-GAU“ nennt Ringier den Ausfall eines Skyguide-Fluglotsen-Systems durch Internet-Manipulationen.

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Das Internet könne heutzutage zwar nicht mehr abgeschafft werden, Ringier tritt aber für eine stärkere Kontrolle und Reglementierung ein: „Ich sage nur, dass das Internet geregelt werden muss – und zwar von der Gesellschaft. Ich will von einem Rechtssystem regiert werden und nicht von einem Algorithmus.“

 

 

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Alle Kommentare

  1. Wäre neu dass Ringier jetzt Journalisten beschäftigt. Schon gar nicht solche die eine „extrem wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe“ erfüllen.

  2. Michael Ringiers Aussage sollten auch die österreichischen Herausgeber beherzigen. Ansage eines seit 50 Jahren für Redaktionen von Print-Ausgaben tätigen Autors und Journalisten. Sie wird aber wahrscheinlich nichts fruchten.

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