Anzeige

Der lange Launch: Apple Watch erst im Juni im Apple Store erhältlich

Tim Cook und die Apple Watch
Tim Cook und die Apple Watch

Was sich zum Vorbestellungsbeginn am vergangenen Freitag angedeutet hat, ist nun Fakt: Der offizielle Verkaufsstart der Apple Watch am 24. April ist als Mythos enttarnt. Das Datum verschwand unterdessen von Apples Webseite. Wohl erst im Juni kann die Apple-Uhr in den Apple Stores erworben werden. Store-Chefin Angela Ahrendts stellte unterdessen in einem Memo an die Mitarbeiter klar, dass sich die eigentümliche Launchpraxis, bei der die Ware in die Läden kommt, ohne gekauft werden zu können, nicht wiederholen soll.

Anzeige
Anzeige

Die Irritationen am iDay waren Apple-untypisch groß. Am vergangenen Freitag konnte Apples erstes neues Produkt seit über fünf Jahren endlich vorbestellt werden. Doch schon Minuten nach dem Start der Vorbestellungsphase war klar: Kunden mussten länger warten als ursprünglich gedacht. Viel länger.

Nichts war’s mit „Anfang 2015“, wie Tim Cook noch auf der Keynote im vergangenen September versprochen hatte – und auch der 24. April, der als Verkaufsstart ins Auge gefasst wurde, verdient den Namen in der großen Tradition von „iDays“, wie Apple den Tag des Verkaufsbeginns so gerne tituliert, nicht.

Apple Watch am 24. April nicht im Apple Store verfügbar

Was sich am Ende letzter Woche schon andeutete, ist nun Gewissheit: Nur die aller-, allerschnellsten Vorbesteller, die in den ersten Minuten am vergangenen Freitag ihre Order platzierten, können mit einer Auslieferung der Apple Watch am 24. April rechnen. Dieser Anteil dürfte mikroskopisch klein sein, so dass Apple offiziell sein Launch-Versprechen zwar eingehalten hat, obwohl de facto am nächsten Freitag keine neue Ware verkauft wird.

Apple selbst strich das Datum des Verkaufsstarts am 24. 4. von seiner Website. „Sie kommt“, heißt es nun auf der Startseite von Apple.com plötzlich. Die dauernden Ankündigungsvariationen wirken inzwischen fast wie Realsatire.

Die langen Schlangen von Apple-Fans vor den Apple Stores wird es also diesmal nicht geben – die tage- und nächtelange Wartezeit, die Teil des Apple-Kults geworden ist, damit auch nicht. Es gibt nämlich nichts, worauf es sich am nächsten Freitag zu warten lohnt: Die Apple Watch kann nicht in sieben Tagen in den Apple Stores erworben werden, wie ursprünglich avisiert. Das räumte Apple Store-Managerin Angela Ahrendts in einem Memo an Mitarbeiter, das dem Blog 9to5Mac vorliegt, nun ein.

Vorbestellungs- und Vorabansicht-Launch sorgte für Irritationen

Apple-Fans, die die entscheidende Minute am vergangenen Freitag verpasst haben, müssen sich nun auf mindestens einen weiteren Monat des Wartens auf die Apple-Uhr einstellen. Wer online ordert, wird nur bei einigen Modellen mit einer Auslieferung „in vier bis sechs Wochen“ bedient, wer die Apple Stores nach neuer Ware abklappert, muss sich ebenfalls bis Juni gedulden, wie Ahrendts deutlich macht. „Wir erwarten, dass sich der Zustand im Mai nicht ändert“, schrieb die Ex-Burberry-Chefin an Apple-Mitarbeiter.

Die Praxis, neue Produkte in den Apple Stores auszustellen, aber nicht zum Kauf anzubieten, hat bei Kunden verständlicherweise für Irritationen gesorgt. In der vergangenen Woche wurden, wie vor Verkaufsstarts üblich, vor Apple Stores Absperrgitter errichtet, um Schlangen einteilen zu können.

Doch wofür? Gekauft werden konnte die Apple Watch ja bekanntlich nicht – sondern nur angesehen, um dann vorbestellt zu werden. Für Apple-Fanboys und -girls ein offenbar so eigenartiges Szenario, dass am vergangenen Freitag etwa beim Hamburger  Flagship-Store am Jungfernstieg mehr Verkäufer als potenzielle Käufer vor den Vitrinen der Apple Watches zu verzeichnen waren.

Anzeige

Nachfrage offenbar sehr hoch 

Doch der Eindruck in den Apple Stores ist offenbar nicht repräsentativ für das tatsächliche Interesse an der Apple Watch: Wie der Marktforscher Slice Intelligence am Wochenende ermittelt haben will, gingen allein am Freitag in den USA 957.000 Vorbestellungen ein.

Analysten taxierten die Pre-Orders weltweit auf rund zwei Millionen. Der stets gut informierte KGI Securities-Ananalyst Ming-Chi Kuo nannte gestern exakt 2,3 Millionen Einheiten, die bis Ende Mai ausgeliefert  werden könnten – und führte anhaltende Produktionsengpässe bei der Herstellung des Amoled-Displays und den Vibrationsmotoren AAC  als Begründung an.

Warum verschiebt Apple den Launch nicht offiziell auf Juni?

Über immer größere  Produktionsprobleme war schon im Vorfeld spekuliert worden – noch im Februar hieß es, Apple plane mit fünf bis sechs Millionen Einheiten zum Start. Stattdessen stehen wohl nicht mal bis zum Ende des zweiten Quartals so viele Einheiten zur Verfügung. (Ab Juni soll die Produktion dann auf zwei bis drei Millionen Einheiten anspringen, prognostiziert Kuo.)

Entsprechend lang dürften die Gesichter bei Apple-Fans in den nächsten Monaten sein. Der vermutlich ehrlichste Ansatz wäre also gewesen, den Launch auf Anfang Juni zu verschieben, wenn die Massenproduktion so weit angelaufen ist, um zumindest die Nachfrage nach den ersten Millionen Einheiten zu befriedigen.

Doch diese Blöße wollte sich Tim Cook offenbar nicht geben, schon gar nicht an der Wall Street. Dafür antwortete Apple einem verärgerten Kunden direkt und räumte ein, der Launch am 24. April habe dem Managementteam „größte Sorge“ bereitet.

Rückkehr zur iDay-Magie: „Wir alle lieben diese Starttage von Apple-Kassenschlager-Produkten“

Dass das Experiment der Online-Vorbestellung bei gleichzeitiger Vorabansicht als Flop in jüngere Geschichte des Kultkonzerns aus Cupertino eingehen dürfte, räumte Apple Store-Managerin Angela Ahrendts im Memo an die Mitarbeiter verklausuliert ebenfalls ein.

Die gewohnte Magie der Verkaufsstarts mit den langen Schlangen soll es nämlich künftig wieder geben: „Launchen wir jetzt jedes Produkt so? Nein. Wir alle lieben diese Starttage von Apple-Kassenschlager-Produkten. Davon werden noch viele kommen.“ In anderen Worten: Im September zum iPhone 6s wieder rechtzeitig in der Schlange einreihen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*