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Spiegel-Erben um Jakob Augstein wollen ihre Anteile verkaufen

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Der Spiegel kommt nicht zur Ruhe. Wie Horizont schreibt, wollen drei der vier Erben von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein ihre Anteile am Verlag loswerden. Keine Anteile verkaufen will Franziska Augstein. Der Vorgang wird auch als Kritik von Jakob Augstein an der neuen Spiegel-Führung gedeutet.

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Jakob, Franziska, Maria Sabine und Julian Augstein halten gemeinsam 24 Prozent am Unternehmen. In der Öffentlichkeit präsent sind vor allem Jakob und Franziska Augstein. Jakob Augstein ist Sprecher der Erben-Gemeinschaft und mit der Wochenzeitung Der Freitag und Kolumnen im Spiegel selbst publizistisch tätig, Franziska Augstein ist Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung. Gruner + Jahr hält 24,5 Prozent und die Mitarbeiter KG 50,5 Prozent am Spiegel.

Ulrike Simon rechnet in Horizont vor, dass der Spiegel Verlag 2014 nur noch 20 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet habe. Mit dem handelsüblichen Multiplikator ergäbe das einen rechnerischen Unternehmenswert von 160 Mio. Euro. Für den Spiegel-Verlag erscheint das ziemlich günstig. Für jeden der verkaufswilligen Erben würde das einen Erlös von weniger als zehn Millionen Euro bedeuten. Ob sie für eine solche Summe tatsächlich ihre Anteile am Spiegel aufgeben? Gruner + Jahr besitzt im Falle von Verkaufsabsichten ein Vorkaufsrecht. Der Verlag müsste sich aber vom Mutterkonzern Bertelsmann die Erlaubnis (und das Geld!) holen, um die möglicherweise zur Disposition stehenden 18 Prozent am Spiegel Verlag zu übernehmen. Da Bertelsmann-CEO Thomas Rabe und Gruner-Chefin Julia Jäkel stets beteuern, dass Geld für Investitionen da ist, wäre es seltsam, würde es an dieser Stelle ein Problem geben.

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Horizont deutet die Verkaufsabsichten der Spiegel-Erben auch als Misstrauensvotum von Jakob Augstein gegenüber der neuen Spiegel-Chefredaktion und -Geschäftsführung. In einer beispiellosen Revolte hatte die Print-Redaktion des Spiegel mit der Mitarbeiter KG den früheren Chefredakteur Wolfgang Büchner aus dem Amt gejagt und mit Klaus Brinkbäumer einen Print-Mann inthronisiert. Geschäftsführer Ove Saffe nahm darum seinen Hut, neuer Spiegel-GF wurde der bisherige Leiter des Vertriebsmarketings, Thomas Hass. Es ist kein Geheimnis, dass Jakob Augstein kein Freund der Demission Büchners war. Gegenüber MEEDIA sagt Augstein: „Ich habe keinen Grund, der Spiegel-Geschäftsführung das Vertrauen zu entziehen.“ Was das für die Chefredaktion heißt, sei dahingestellt. Was die Verkaufsabsichten betrifft, spricht Augstein von „Spekulationen“, zu denen er sich nicht äußern will.

 

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Alle Kommentare

  1. Spiegel Online ist mir auch zu einseitig grün/rot/bunt.
    Ich lese es weniger als früher.
    Kommentare werden ignoriert, wenn sie nicht in diese Ideologie passen.
    Neutraler Journalismus ist das insgesamt gesehen nicht.

    1. Okay, aber sie haben doch die Möglichkeit auszuweichen, oder? Also es gibt ja andere Nachrichtenseiten als Spiegel Online im WWW.

      Zu Cabrio: Alles richtig, aber das war ja zumeist ein Konflikt zwischen online und print etc. Also interne Konflikte. Würden Sie sich keinen Audi,VW,Seat, Skoda usw mehr kaufen, weil der VW Konzern gerade einen internen Machtkampf durchmacht?

      1. @Andy:
        Ich rede ja vom internen Zoff bei SPIEGEL, weil sich viele für die Besten halten und wobei die Zahlen anscheinend etwas anderes sagen, wenn ein neuer „Trainer“ kommt, geht es meisten aufwärts…! Hier geht es um den SPIEGEL und nicht um ein Nebenprodukt aus der Spiegel- Gruppe…!

    2. Ja, SPON ist in den letzten Wochen und Monaten eindeutig weiter nach links-bunt ausgerichtet wurden, kaum noch lesbar.

      Praktisch keine Kritik an der EU und an der Regierung Merkel mehr, journalistisches Totalversagen beim Komplex Ausländer/Asyl/Einwanderungspolitik

  2. Beim SPIEGEL ist dass Hauen und Stechen anscheinend genau so verankert wie in anderen Medien, nur man versucht der Außenwelt ein anderes Bild zu vermitteln, alleine schon das Gestochere, wer ist Mitglied in der Chefredaktion mit den Aufsteigern und Absteigern, da kann das Blattl richtig stolz drauf sein…!
    Nach fast 30 jährigem SPIEGEL Abonnement ( beendet 2014 ) wundert einem nichts mehr, was da so vor sich geht mit dem Auf und Ab, mal der an der Spitze, dann der, jeder hält sich für den Besten…!
    Einen Rudolf Augstein, Erich Böhme, Stefan Aust, Mathias Müller von Blumencron gibt es leider, leider nicht zweimal, leider kann man da nur sagen bzw. schreiben…!

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