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Apple Watch-Vorbestellungen: „Apple schießt Google ins Knie“

Viel Marketingaufwand, wenig Käufer: Die Apple Watch bleibt stark unter den Erwartungen zurück
Viel Marketingaufwand, wenig Käufer: Die Apple Watch bleibt stark unter den Erwartungen zurück

Offizielle Zahlen stehen noch aus, doch es sieht nach einem guten Start aus: Mutmaßlich eine Million Mal wurde die Apple Watch binnen nur 24 Stunden in den USA vorbestellt. Analysten gehen nun davon aus, dass am ersten Verkaufswochenende mindestens zwei Millionen Bestellungen eingingen. Das bedeutet auch: In nur einem Tag hätte Apple mehr Apple Watches abgesetzt als im ganzen letzten Jahr Smartwatches verkauft wurden, die auf Android Wear basieren.

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Die Aufgabe war knifflig. Was tun: Mit der selbst auferlegten Zurückhaltung brechen oder doch die nächste Erfolgsmeldung herausjagen – das war die Frage, die vermutlich am Wochenende in der obersten Kommunikationsabteilung von Cupertino diskutiert wurde.

Normalerweise nämlich wäre vorgestern um 8:30 Uhr Ostküstenzeit wieder eine Pressemeldung von Apple fällig gewesen. Es war der Montag nach einem Vorbestellungsbeginn – und nicht irgendeinem Vorbestellungsbeginn. Tatsächlich kann seit vergangenem Freitag um 9:01 Uhr das erste neue Produkt seit fünf Jahren geordert werden: die Apple Watch.

Trotz mutmaßlichem Millionen-Verkaufsstart bleibt Apple die Pressemeldung schuldig

Die Enttäuschung bei potenziellen Käufern war groß: Die Lieferzeiten sprangen schon Minuten nach Beginn der Vorbestellungsphase auf „vier bis sechs Wochen“ bzw. „Juni“. War die Nachfrage so gigantisch oder waren die Bestände zum Start so klein? Eine Antwort darauf wollte am späten Sonntag der Marktforscher Slice Intelligence gefunden haben, der allein in den USA 957.000 Bestellungen binnen der ersten 24 Stunden ausgemacht haben will.

Stimmen die Erhebungen, dann wäre die erste Million abgesetzte Einheiten wohl ein Faktum, schließlich begann in acht weiteren Ländern ebenfalls am Freitag der Vorbestellungsstart. Wie viele Apple Watches hat Apple nun also am Startwochenende abgesetzt? Während sich der Kultkonzern aus Cupertino, wie von Tim Cook zuvor angekündigt, mit Verkaufsinformationen zurückhält, rätselt die Analystenzunft.

Analysten rechnen mit zwei Millionen Vorbestellungen am ersten Wochenende
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„Wenn man die Daten von Slice zugrunde legt, müsste Apple 2,1 Millionen Einheiten am Wochenende abgesetzt haben“, rechnet Staranalyst Gene Munster von Piper Jaffray vor, der trotzdem lieber konservativ vorgeht und gegenüber Bankkunden die Zahl von 1,5 Millionen verkauften Apple Watches nennt.

Marktforscher und Blogger Horace Dediu von Asymco ist einer Meinung mit Munster und hält zwei Millionen Vorbestellungen für eine „angemessene Größenordnung“. Neil Cybart vom Apple-Blog Above Avalon stimmt ebenfalls zu: „Wenn die Daten stimmen, würde es mich überraschen, wenn die Vorbestellungen in neun Ländern am Wochenende nicht bei zwei bis drei Millionen gelegen hätten“, meint der Apple-Blogger.

Smartwatch-Verkäufe: „Apple schießt Google ins Knie“

Selbst wenn Apple in den weiteren acht Nationen am Wochenende keine Apple Watch hätte absetzen können, läge der Verkaufserfolg in historischen Dimensionen, sollten die Erhebungen von Slice stimmen. Wie der Marktforscher Canalys vor zwei Monaten herausarbeitete, wurde im vergangenen Jahr insgesamt 720.000 Smartwatches abgesetzt, die auf dem Betriebssystem Android Wear basieren.

In anderen Worten: In einem Zeitfenster von nur 24 Stunden hätte der Techpionier in nur einem Land mehr Apple Watches abgesetzt als weltweit 2014 Smartwatches verkauft wurden, die auf Google Android Wear basieren. „Apple hat Googles Smartwatch-Bemühungen in die Knie geschossen“, titelte der Business Insider martialisch.  Schöner hätte es auch Apples Presseabteilung nicht formulieren können, wenn der Chef nicht vorzeitig einen Maulkorb verpasst hätte…

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