SZ-Muttergesellschaft SWMH fährt für 2013 ein Minus von über 70 Mio. Euro ein

Wie der Mediendienst kress berichtet, hat die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), zu der auch die Süddeutsche Zeitung gehört, für das Geschäftsjahr 2013 einen Fehlbetrag von 71,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Dies gehe aus Zahlen vor, die im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden. Das Minus bei der SWMH sorgte auch dafür, dass die rheinland-pfälzische Medien Union 2013 ins Minus drehte.

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Die Medien Union (Die Rheinpfalz) hat laut kress 2013 ein Minus von 5,63 Mio. Euro erwirtschaftet. 2012 standen in der Bilanz der Medien Union noch 34,5 Mio. Euro Gewinn, 2011 gar 40,6 Mio Euro Gewinn. Schuld an dem Verlust ist vor allem die SWMH. Zu ihr gehören neben der Süddeutschen Zeitung u.a. die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, der Schwarzwälder Bote und die Zeitungsgruppe Hof/Coburg/Suhl.

Bei der SWMH sind für 2013 „deutlich unter Vorjahr“ liegende Werbe-Erlöse für das Flaggschiff Süddeutsche Zeitung verzeichnet. Auch die Werbe-Erlöse bei den Regionaltiteln schrumpfen. Für 2014 rechnet die SWMH laut Bundesanzeiger sogar mit einem Ergebnis „deutlich unter dem Niveau“ von 2013, so kress. Bei der SWMH wurde gerade erst das Personalkarussell angeworfen. SZ-Geschäftsführer Detlef Haaks und Martin Jaschke, Geschäftsführer der Medienholding Süd GmbH, verlassen die Unternehmensgruppe SWMH. Für Haaks kommt spätestens zum 1. Januar 2016 Stefan Hilscher, derzeit Geschäftsführer der Berliner Verlag GmbH. Hilscher hat sich dort einen Ruf als Sanierer erarbeitet.

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Alle Kommentare

  1. Die Alpenprawda in finanziellen Schwierigkeiten? Das hört man gerne. Jetzt bleibt zu hoffen, dass auch die Auflagenzahlen weiter nach unten gehen.

    1. Das habe ich bis vor ca. zehn Jahren auch so gesehen. Ich bin normalerweise niemand, der Schadenfreude empfindet. Aber die meisten Medien – dazu zähle ich auch die SZ und leider in den letzten Jahren auch zu Teilen die FAZ – sind zu selbsterklärten Volkserziehern geworden, die Ausgewogenheit ist völlig auf der Strecke geblieben. Solche Medien taugen nicht länger als Vierte Gewalt. Deshalb sehe ich mit Genugtuung, dass immer mehr Menschen berechtigt das Vertrauen verlieren und ihre Zeitung mit Liebes- und Kaufentzug strafen.

      1. Als erster Versuch ganz nett, aber: Hier fehlen zwingend noch die Termini „ferngesteuerte Mainstream-Medien“ und „abgeschriebene DPA-Meldungen“, erst dann kann diese Kritik erfolgreich über den Troll-TÜV gehen.

  2. In dem Artikel entsteht der Eindruck, als hätte sie Süddeutsche hier den großen Verlust eingefahren. Das ist überhaupt nicht der Fall. Lest euch das lieber auf Kress durch, wo es vernünftig beschrieben wird. Wie zum Beispiel hier: „Die Südwestdeutsche Medienholding büßte 2013 dagegen insgesamt 84 Millionen Euro Umsatz zum Vorjahr ein (auf 871 Millionen), doch die Dramatik täuscht, weil der Löwenanteil des Rückgangs seine Ursache in der noch Ende 2012 verkauften Beteiligung an der „Märkischen Oderzeitung“ (Chefredakteur: Frank Mangelsdorf) hat.“

  3. Richtig, Herr Jansen! Jemand, der Bilanzen lesen und Zahlen in korrekten Chronologien und Zusammenhängen einordnen kann, ist echt im Vorteil. Darüber hinaus @ Schrottpresse: Sind RTL & Co. die besseren „Volkserzieher“, oder gehören qualifizierte und „ausgewogene“ Forenkommentare künftig zur vierten Gewalt?

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