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„Spott über Hillary-Logo: „Hätte auch ein Fünfjähriger hinbekommen“

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Hillary Clinton zieht in den Kampf um die US-Präsidentschaft und bringt dafür gleich ein eigenes Logo mit. Das "H" ist blau, ein roter Pfeil soll für Fortschritt stehen. Im Netz sorgte das Markenzeichen für Spott und auch bei Experten kommt es nicht allzu gut an.

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Am Wochenende verkündete Hillary Clinton offiziell ihre Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten. Diesen Schritt geht sie aber nicht ohne eine angemessene Marketing-Kampagne und zu der gehört eben auch ein eigenes Logo. Oder, wie es Anna Kemper vom Zeit Magazin Online formuliert: „Alles muss Marke sein, alles den Stempel des Unverkennbaren tragen, denn so lässt es sich besser verkaufen.“

Wie also sieht sie aus, die Marke Hillary?

Das Logo für die vielleicht erste Frau an der Spitze der USA besteht aus einer Symbiose des in blau gehaltenen Buchstabens „H“ und einem roten Pfeil, der gleichzeitig den Mittelstreifen des Buchstabens bildet und nach rechts weist. Laut Brand New wurde es vom Agenturnetzwerk Pentagram entwickelt.hillary_clinton_text

Es dauerte nicht lange, da erntete das Logo vor allem Spott im Social Web: Nutzer kritisieren es als einfallslos, vergleichen es mit Straßenschildern oder Gefängnistüren. Wikileaks beschwerte sich gar, der Pfeil sei aus dem eigenen Logo geklaut. Ein anderer Nutzer meint: „Sieht aus, wie mit MS Paint gemalt.“

Aggressiv, kompromisslos und viel zu simpel

Spiegel Online reiht sich in die Liste der Kritiker und zieht eine drastische Bilanz: „Das Logo ist simpel, sehr simpel. Die Vorstellung, dass eine Agentur damit viel Geld verdient haben könnte, lässt manchen mit dem Kopf schütteln. Das hätte auch ein Fünfjähriger hinbekommen.“

Auch Design-Experten ziehen ein eher zurückhaltendes Fazit: Das Logo wirke zu aggressiv, vermittle aber auch eine klare Botschaft: „Kraftvoll wie eine Mann, kompromisslos wie ein Republikaner und mit einer klaren Botschaft: Mit Hillary geht es für die USA nach vorn (und vielleicht auch einen Schritt nach rechts?)“, sagte beispielsweise Sven Carsten Alt, Vorstand der Hamburger Agentur Syndicate Design, gegenüber Horizont. Design-Professor Erik Spiekermann wiederum lobt zumindest, dass das Symbol ohne Flaggen, Sterne und Streifen auskommt. Unter dem Gestaltungsaspekt jedoch befindet der Mitgründer der Agentur Edenspiekermann: „Banale Arbeit, die an den Unis alle Studenten im Erstsemester machen.“

„Ein Zeichen ist gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann!“

Gerade die Einfachheit aber macht Designer Achim Schaffrinna zufolge die Qualität des Symbols aus. In seinem Design Tagebuch verweist er auf den bedeutenden Gestalter und Typografen Kurt Weidemann, der einst sagte: „Ein Zeichen ist gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann!“

Die Vereinfachung aufs Nötigste, die schnörkellosen Formen und die Verwendung der Nationalfarben ohne Pathos zeichnen ein Logo Schaffrinna zufolge erst aus. Denn: „Einfachheit ist nicht ausschließlich gut, aber doch ein Schlüssel zum Erfolg.“ Gleichwohl müsse ein Zeichen auch originell sein, um sich einzuprägen. „Und das“, resümiert Schaffrinna, „scheint mir im vorliegenden Fall geglückt zu sein.“

Anna Kemper vom Zeit Magazin Online wünscht sich sogar ähnliche Symbole für hiesige Politiker: „Vielleicht könnte Sigmar Gabriel seinen Nachnamen ernst nehmen und mit einem Engel im Logo der SPD Flügel verleihen?“ Auch für die Bundeskanzlerin hat Kemper bereits eine Idee: „Ihr Logo läge auf der Hand, beziehungsweise auf dem Handy: die Merkel-Raute natürlich. Wie das aussehen soll? Ganz einfach: #m.“

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