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Apples seltsamer Marketingstunt: Apple Watch sofort „ausverkauft“

Tim Cook und die Apple Watch
Tim Cook und die Apple Watch

Gestern um 9.01 Uhr deutscher Zeit startete die offizielle Vorbestellungsphase der Apple Watch. Allerdings war die Enttäuschung der meisten Interessenten vorprogrammiert: Binnen Minuten sprang der Versandzeitraum fast aller Modelle der regulären und Sport-Serie auf Juni. Einige Variationen der Premium-Edition sind sogar noch gar nicht verfügbar. Der Verkaufsstart am 24. April wird als Mythos enttarnt: Apple scheint die Illusion massiver Nachfrage erzeugen zu wollen, beschädigt mit seiner seltsamen Auslieferungsstrategie jedoch sein iDay-Image.

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Das Warten auf die Apple Watch geht weiter. 213 Tage nach der Enthüllung auf der Keynote am 9. September startete gestern ab 9.01 Uhr deutscher Zeit die Vorbestellungsphase des ersten neuen Produkts aus Cupertino seit über fünf Jahren, das am 24. April endlich in den Verkauf gehen soll.

Doch für den Löwenanteil der bestellwilligen Apple-Fans war schon nach wenigen Minuten klar: Die Geduld wird weiter auf die Probe gestellt. Selbst, wer am Freitagmorgen seine Online-Order über den Apple Store sofort platzierte, hatte keine Gewähr, zwei Wochen später stolzer Besitzer der Apple Watch zu werden.

„Versandfertig in: Juni“: Apple Watch Sport nach Minuten sofort vergriffen 

Besteller, die nur zehn Minuten nach Vorbestellungsbeginn ihre Order platziert hatten, bekamen wenig später die Benachrichtigung, dass der Versand erst in „vier bis sechs Wochen“ erfolge, wie ein Reporter des Fortune Magazine berichtete.

Nach einer Stunde war der Traum vom Einsatz der Apple Watch im Frühling bei fast allen Modellen der Sport- und regulären Reihe ausgeräumt: „Versandfertig in: Juni“ lautet die frustrierende Verfügbarkeitsanzeige im Apple Store für alle acht Varianten des Einsteigermodells.

Goldene Apple Watch erst im August erhältlich 

Mit einem Versand in „vier bis sechs Wochen“ – also Mitte bis Ende Mai – können Käufer der meisten Modelle der Apple Watch im mittleren Preissegment mit 38 Millimeter-Display rechnen, während die größeren Ausführungen in 42 Millimeter ebenfalls erst im Juni verschickt werden. Einige Modelle der Apple Watch-Serie mit Edelstahlgehäuse und Lederarmband können indes noch überhaupt nicht bestellt werden.

Dasselbe Schicksal teilen auch Interessenten einiger Modelle der Apple Watch Edition, die in einigen Lederarmband-Ausführungen noch gar nicht bestellt werden werden können. Käufer anderer Luxus-Varianten der bis zu 18.000 Euro Apple-Uhr, die mit 18 Karat vergoldet ist, können sich in Deutschland aktuell im Juni auf ihr Schmuckstück freuen, während in den USA bereits Versandzeiten im August kursieren.

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Apple Watch-Launch eine Farce

Ganz gleich, ob Interessenten der Apple Watch nun im Mai, Juni oder erst August zum Zuge gekommen – das ganze Prozedere des Apple Watch-Launchs wirkt inzwischen wie eine einzige Verschiebungs-Farce. Begonnen hatte alles am 9. September, als Tim Cook unter dem enormen öffentlichen Druck endlich das erste eigene Produkt seiner bis dato auch schon mehr als dreijährigen Amtszeit enthüllte.

Wie sich im Nachhinein herausstellte und Jony Ive vor Wochen im großen New Yorker-Porträt einräumte, war der Prototyp, den Cook auf der Bühne des Flint Centers präsentierte, indes alles andere als ausgereift. „Die Apple Watch war viel herausfordernder als das iPhone„, beichtete Ive bereits im vergangenen Jahr, das der Designchef als „das schwierigste meiner Zeit bei Apple“ bezeichnete, kurz nach der Apple Watch-Keynote.

Unendlicher Apple Watch-Launch: Aus „Anfang 2015“ wurde der 24. April, wird Mai, Juni, August…  

Es spricht einiges dafür, dass die Produktion Apple auch in der Folge vor immer neue Probleme stellte, wie jüngst bekannt wurde. Apple habe “in jeder Stufe der Entwicklung Probleme gehabt”, zitierte das Blog AppleInsider mit dem Produktionsprozess vertraute Personen.

Entsprechend zögerte sich der Verkaufsstart des ersten Wearables aus Cupertino immer weiter hinaus. Tim Cook reizte die Dehnbarkeit seines Launch-Versprechens unterdessen aus: Aus „Anfang 2015“ wurde der 24. April. Für den Apple-CEO zählt der April immer noch zum Jahresanfang, wie Cook auf der Analystenkonferenz Ende Januar erklärte: Der Jahresanfang umfasse nach seiner Definition eben die ersten vier Monate des Jahres, gefolgt von der viermonatigen Jahresmitte und dann dem Jahresende.

Was ist ein Verkaufsstart wert, wenn Apple Store-Besucher nur schauen, aber monatelang aber keine Apple Watch kaufen können? 

Am letzten Wochenende des vierten Kalendermonats sollte der Verkauf nun endlich beginnen. Doch seit gestern ist klar, dass auch der offizielle iDay am Ende des Tages nicht mehr als ein Marketingstunt ist: Was ist ein sogenannter Verkaufsstart wert, wenn potenzielle Käufer die Apple Watch in den Apple Stores zwar vorab bewundern, aber nicht als Käufer mit nach Hause nehmen können, sondern noch mal Wochen, vielleicht gar Monate warten müssen? Es fehlt nicht viel, und die Warterei auf die Apple Watch geht im Spätsommer ins erste Jahr…

Tim Cook und die neue Apple Store-Chefin Angela Ahrendts haben sich mit ihrer Vertröstungs- und Vorbestellungsstrategie keinen Gefallen getan. Wie anders der iDay gestern ausfiel, der technisch keiner war: In den Apple Store pilgern für ein neues Produkt, das es weder sofort noch in den nächsten Tagen und Wochen zu kaufen gibt – und bitte schön vorher online vorbestellt werden soll, nur damit es frühestens „in vier bis sechs Wochen“ verschickt wird?! Selbst Schlafzimmermöbel zu kaufen, geht da in der Regel schneller vonstatten.

Apples iDay-Image bekommt durch den verpatzten Apple Watch-Launch Kratzer

Das Image, das der Apple Watch-Launch befördert, droht für Tim Cook zum Bumerang zu werden: Seit dem Launch des ersten iPhones am 29. Juni 2007 hat Apple seinen Kultstatus maßgeblich damit befeuert, dass Menschen freiwillig stunden-, tage- und nächte-, am Ende sogar wochenlang bei Wind und Wetter vor einem Technikkaufhaus kampierten, um ein schickes Stück für viele hundert Euro / Dollar zu erwerben.

Das neue iPhone musste so verdammt viel können, wenn sich mehr und mehr Fanboys die Tortour Jahr für Jahr antun, lautet die unausgesprochene Botschaft, wie bei den endlosen Warteschlangen, die längst von Wall Street-Analysten haarklein ausgewertet werden, die vor iPhone-Launch mitschwang.

Was soll man nun von einem scheibchenweise immer weiter verschobenem Launch eines Gadgets halten, das im Vorfeld so wenig Social Media-Resonanz hervorgerufen hat wie lange nicht mehr eine Apple-Keynote, das in den Testberichten so kritisch betrachtet wird wie kein anderes Apple-Produkt seit dem ersten iPod – und auf das man trotzdem noch monatelang warten muss?  Egal, wie gut sich die Apple Watch am Ende verkauft – die Markteinführung darf zumindest als höchst holprig bezeichnet werden.

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Alle Kommentare

  1. Wer sich ein wenig im Vorfeld mit der Nachfrage auseinandergesetzt hat, kann die Lieferschwierigkeiten nur als Marketing-Stunt bezeichnen. Anstelle von freudiger Erwartung herrscht eine allgemeine „Brauch ich nicht“-Stimmung. Das wird sich im Verkaufstag nicht so grundlegend geändert haben, als dass man der Nachfrage nicht Herr werden könnte

  2. Durfte da jemand etwa nicht mitspielen? Was soll das eigentlich für ein Artikel sein? Hat hier jemand einen persönlichen Groll? Wie auch immer, finden sich wieder die super aufgeklärten Fachjunkies und määäääckern was das Zeug hält. Apple jedenfalls hat es keines Wegs geschadet. Die Aktienkurs erholt sich (steuert wieder 130 $ an), Tim Cook ist bester Manager des Jahres und hoppla wahrscheinlich verkauft sich die A-Watch besser als all der anderen G-Watches zusammen…ganz zu schweigen vom Gewinn. Egal wie, ein Maketingflop war die ganze Sache ganz gewiss nicht. Apple hat sich mit der sauber vorbereiteten Kampane wieder deutlich im Hochpreissegment als Modefashion positioniert und war Weltweit permanent in der Presse. Selbst die ersten Test und Kritiken vielen durchweg positiv aus.
    Was ist nochmal in Ihren Augen Flop? Vielleicht Ihr Artikel???

  3. Das „Early“ die ersten 4 Monate des Jahres sind, ist nicht Tim Cooks Zeitrechnung! Wenn man die z.B die MacBook Reihe betrachtet wird ganz schnell klar, dass Apple seit mindestens 2007 das Jahr in „Early“, „Mid“ und „Late“ teilt. Und jetzt beruhigen wir uns mal wider und warten ab wie die Verkaufszahlen wirklich aussehen, denn erst dann lässt sich erst sagen ob es Marketing oder einfach Nachfrage war.

  4. Die tendenziösen und reisserischen Beiträge dieses Herrn werden langsam unerträglich. Aber auch jede Gelegenheit möchte er nutzen, gegen die ihm offenbar verhasste Marke zu stänkern und scheut sich dabei auch nicht, vom ihm lediglich vermutete bzw. konstruierte Zusammenhänge als Fakten darzustellen. Das hat mit Journalismus aber auch garnichts mehr zu tun, sondern ist schlichte Stimmungsmache der billigsten Sorte. Furchtbar!

      1. Und Sie hätten besser mal überhaupt eine Schule besucht… dann klappt’s auch mit der Rechtschreibung

      2. Ja genau , och net kapiert , Sandra S , wahrscheinlich auch studiert.

  5. Ich warte einfach bis meine apple watch geliefert wird und auch länger dauert .
    Es gibt einfach noch keine „Alternative“ zu dieser Watch , und wer sich mal die sogenannten Alternativen anschaut , na ja ich weis auch nicht , sieht irgendwie nach Krampf aus.

  6. Liebe Meedia-Kollegen,
    ich habe mit Meedia einen Branchendienst zum Thema Medien abonniert, der mir das Mail-Postfach aber zunehmend mit branchenfremden Meldungen zumüllt. Was hat eine Armbanduhr bitteschön mit Medien zu tun? Weder taugt sie zur Medien-Nutzung (was bei einem Smartphone noch sein kann), noch ist Apple ein Medien-Unternehmen. Was kommt als nächstes? Aufgeregte Berichte, weil der neueste VW Golf ausverkauft ist?

  7. Bei einer solch langen Vorlaufzeit war es nicht möglich, eine entsprechende Anzahl des Produktes vorzuhalten? Was war denn so überraschen, dass sich das Produkt ich verkauft? Oder liegt es tatsächlich an den Bedürfnissen von Herrn Cook? Wie auch immer, ich wollte die 1.300€ für das Modell mit den Gliederarmband investieren. Nun fühle ich mich getäuscht und werde auf eine andere Marke umschwenken.

    1. Nee ist klar Dirlik, dann Schwenk mal um . Ich lach macht Tod über so einen Blödsinn. Einfach 9.01 Uhr bestellen und dann gibts auch eine !

  8. Hat Samsung euch gesponsert? Was bitte ist neu oder anders. Bei jedem neuen Apple Produkt kommt es zu langen Wartezeiten kurz nach Bestell-Beginn zb. iPhone 6 bis zu 6 Monaten.

    1. Sie verbreiten schlichtweg Lügen. Die Lieferzeit für das iPhone 6, oder irgend einem anderen iPhone, war zu keinem Zeitpunkt 6 Monate.

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