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Stress im Job: Bonus-Zahlungen können Angestellte krank machen

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Gerade in privaten Unternehmen stehen viele Angestellte unter großem Leistungsdruck – was durch Gewinnbeteiligungen und Auszahlungen von Boni nur noch verstärkt wird. Ein leistungsabhängiges Gehalt erhöht den Stress am Arbeitsplatz und somit auch das Krankheitsrisiko.

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Dies ergab eine Studie im Auftrag des indischen Industrieverbands Assocham. Die Studie belegt, dass Arbeitnehmer in privaten Unternehmen anfälliger für Depressionen und andere Erkrankungen sind als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Dieses Risiko wird durch eine leistungsabhängige Form, zum Beispiel durch Bonus-Zahlungen für besonders zufriedenstellende Arbeit, außerdem verstärkt. Die Zahl von Mitarbeitern mit psychischen Problemen wie Angststörungen oder Depressionen ist laut der Untersuchung in den vergangenen acht Jahren um 45 bis 50 Prozent gestiegen. So leiden mittlerweile fast 42,5 Prozent der Angestellten im privaten Sektor unter diesen psychischen Krankheiten. Der Generalsekretär von Assocham warnt: „Angestellte müssen sich im globalen Konkurrenzkampf durchsetzen, um ihre Jobs zu behalten – dabei gehen sie an ihre gesundheitlichen Grenzen“. In deutschen Betrieben gibt es außerdem schon Modelle, in denen fittere Mitarbeiter mehr Gehalt bekommen. Dailmer startete zum Beispiel ein Pilotprojekt, bei dem Mitarbeitern eine Bonuszahlung von 300 Euro erhalten, wenn sie ein Jahr lang nicht krankheitsbedingt fehlten.

Schlafstörungen erhöhen die Depressions-Gefahr

Die Ergebnisse belegen außerdem, dass fast 38,5 Prozent der befragten Mitarbeiter weniger als sechs Stunden täglich schlafen. Die Studie setzt dies in Zusammenhang mit einem stressigen Job und erläutert, dass Schlafmangel oder -störungen sowie hoher Kaffeekonsum und Schlafstörungen einen großen Einfluss auf die psychische Gesundheit hätten.

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Jeder dritte Befragte weiß außerdem nicht mehr, wie er den beruflichen Erwartungen gerecht werden könne. Wenn hohe Ziele erreicht werden, gelten diese als neuer Maßstab. Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes sieht genau darin eine Gefahr: „Die Studie belegt einen gefährlichen Trend, der durch die Digitalisierung der Arbeitswelt beschleunigt wird. Das Versprechen neuer Freiheiten verkehrt sich ins Gegenteil, wenn nur noch Ergebnisse zählen und unerreichbare Zieldiktate vorgegeben werden.“

Für die Studie wurden 1250 Firmenangestellte von 150 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, darunter Medien, Telekommunikation und Finanz- und IT-Dienstleister.

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Alle Kommentare

  1. Falsche Überschrift. Nicht Bonuszahlungen können krank machen, sondern das Ausbleiben selbiger. Also wie wäre es mit „Bonus-Vereinbarungen können krank machen“?

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