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„Frage, was Dich lesen will“: Prinzessinnenreporter und der wohl schrulligste und lustigste Text des Jahres

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Sollte Felix Magath tatsächlich Recht haben und Qualität von Qual kommen, dann ist dieser Text allein deshalb schon besonders gelungen, weil er den Leser auch quält: Bei Prinzessinnenreporter veröffentlichte Benjamin Weissinger den wohl lustigsten Gastbeitrag des – noch jungen – Jahres. Auf das vortrefflichste nimmt er in "Fünf Tipps für künftige Qualitätsleser" die ständige Qualitätsdebatte der Medien auf die Schippe.

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Seine fünf Tipps sind derart verschroben, dass vor allem eines auf der Strecke bleibt: die Logik. Aber dann beginnt erst der Spaß. Immerhin ist Weissingers Grundgedanke ja, dass guter Journalismus eigentlich beim Leser, und nicht beim Autoren eines Qualitätsmediums, beginnt.

Als eine Art Vorwort warnt der Gast-Reporter der Prinzessinnen, hinter denen unter anderem der ehemalige Titanic-Chefredakteur Leo Fischer steht, schon einmal, dass seine „wertvollen Tipps“ zum Nachdenken anregen. „Denn das ist auch schon eines der grundlegenden Probleme der heutigen Mediengesellschaft: Niemand denkt mehr richtig nach. Ich werde zwar kurze Hinweise geben, in welche Richtungen gedacht werden muss, aber ich werde nichts vorkauen“.

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Seine fünf Punkte lauten:
1. Frage nicht, was Du lesen willst. Frage, was Dich lesen will.
2. Stelle die falschen Fragen einfach, um in Antworten das Falsche richtig werden zu lassen.
3. Erkenne das Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Klarheit
4. Spüre die Synergien von “On” und “Off” und wechsle die Geräte
5. Wenn etwas noch nicht richtig ausgereift ist: Vertraue darauf und investiere möglichst viel auf einmal
Zu jedem dieser in sich schon völlig verwirrend anmutenden Punkte gibt es dann noch ein paar herrliche Erklärungen.

Mit seinen Tipps scheint Weissinger tatsächlich einen gewissen Trend zu treffen, denn passenderweise machte sich Kurt W. Zimmermann fast zeitgleich im Europäischen Journalismus Observatorium ganz ernsthaft Gedanken über „Das Q-Wort“. Dort schreibt er: „In verwandten Berufen kennt man diese Unterscheidung zwischen gehobener und minderwertiger Güteklasse nicht. Den Ausdruck Qualitätsliteratur gibt es nicht. Es gibt auch keine Qualitätsmalerei, keinen Qualitätsgesang und keine Qualitätspoesie“. Seine Schlussfolgerung: „Wer dauernd von Qualität redet, der verrät darum nur eines. Er hat ein Problem mit sich selbst“.

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Alle Kommentare

  1. Hmmm, das ist ein Humor, der sich mir (und auch verschiedenen anderen Leuten im Netz, wie man in den sozialen Netzwerken lesen kann) nicht erschließt. Lustig, wie man aus einem verquasten, nicht sonderlich tollen Artikel, indem man ihn zu einem eigenen Artikel umschwurbelt und paraphraisert, einen noch weniger bemerkenswerten Artikel machen kann.

  2. Kein Kommentar, aber ein Hinweis:
    Journalismus mit oder ohne Q.. davor: Ihre Autoren sollten zunächst einmal das Wort Autor im Singular richtig deklinieren können, ehe sie es verwenden:
    der Autor, des Autors, dem Autor, den Autor (also ohne „en“ beim Dativ und Akkusativ). Mich ärgert jedesmal die falsche Kasusbildung in Ihren Texten. im Plural können Sie das „en“ bedenkenlos anhängen.

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