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„Macht weiter Penis-Fotos“: Überwachungs-Einmaleins mit Edward Snowden und John Oliver

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Welche Auswirkungen hat die NSA-Überwachung auf die Privatsphäre? Wie funktionieren die dazugehörigen Programme? Und was hat Edward Snowden eigentlich konkret enthüllt? Der US-Satiriker John Oliver besucht den Whistleblower in Russland und arbeitet sich im Interview an diesen Fragen ab. Dabei bricht er die Debatte auf ein simples Beispiel herunter: Penis-Fotos.

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Fast zwei Jahre sind seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden vergangen und noch immer wird die Überwachung der NSA von vielen Menschen vor allem in den USA ignoriert oder verdrängt. Der US-Satiriker John Oliver ist überzeugt: Die Debatte ist eingeschlafen. „Ich weiß, dass es verwirrend ist, doch wir müssen diese Konversation führen“, betonte er am Sonntag in seiner Late-Night-Show „Last Week with John Oliver“.

Dafür ist er nach Russland geflogen, um persönlich mit Edward Snowden zu sprechen. Das Interview zeigt vor allem eins: Das Kernproblem liegt in der Komplexität des Themas; viele Menschen können die Ausmaße der Überwachung kaum begreifen – geschweige denn auf ihre eigene Privatsphäre übertragen. Als Beweis zeigt John Oliver seinem Interviewpartner die Aufzeichnung einer Straßenumfrage, in der Passanten auf dem New Yorker Times Square nach Edward Snowden gefragt werden. Die häufigste Antwort: „Ich habe keine Ahnung, wer das ist“. Kaum einer scheint wirklich interessiert.

Oliver überträgt dieses Phänomen mit viel Humor auf die Unterhaltung mit dem Whistleblower und schafft es, die Schwierigkeit im Umgang mit den Enthüllungen zu veranschaulichen. So unterbricht der Satiriker Snowdens Ausführungen zum Beispiel mit dem Hinweis „Das prallt total an mir ab“.

Doch was braucht es, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen und ihnen klarzumachen, was die Überwachung konkret für ihr Leben bedeutet? Olivers Antwort darauf: Penis-Fotos. Und dann zeigt er, was passiert, wenn die Passanten damit konfrontiert werden, dass die NSA auch ihre privaten Nacktbilder speichert: Sie reagieren emotionaler, empören sich („Ich wäre wirklich angepisst“) und realisieren deutlich besser, wie massiv der Eingriff in ihre Privatsphäre ist beziehungsweise sein kann.

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Daraufhin geht John Oliver jedes Überwachungsprogramm, von Prism bis Mystique, durch und lässt sich von Edward Snowden die Frage „Können sie meinen Penis sehen?“ beantworten und anhand dieses Beispiels – erstaunlich anschaulich – erklären, wie die Technologie der jeweiligen Programme funktioniert.

Snowden betont eindringlich: „Sie sammeln alle eure Informationen – einschließlich Nacktbilder“. Dennoch appelliert er an die Zuschauer: „Macht weiter Fotos von euren Penissen. Ändert nicht euer Verhalten, denn Fehler macht die Regierung, nicht ihr. Wir dürfen unsere Werte nicht aufgeben, nur weil wir Angst haben.“

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