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Webhoster GoDaddy nach furiosem Börsen-Debüt mehr wert als Axel Springer

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Da stimmte einfach alles: Um satte 31 Prozent zogen die Aktien des Internet-Adressen-Registrars GoDaddy gestern beim Debüt an der Wall Street ab. Obwohl das bereits 18 Jahre alte Internet-Unternehmen immer noch saftige Verluste schreibt, ist GoDaddy auf einen Schlag so viel wert wie Dax-Konzern Deutsche Lufthansa.


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Oh, Daddy! 31 Prozent an einem Handelstag: Ein so üppiges Plus blieb für wagemutige Zeichner hängen, die über ein Aktiendepot bei einer US-Bank verfügten und unbedingt Anteilsscheine von GoDaddy zugeteilt haben wollten.

Der Webhoster, der in der Vergangenheit immer wieder durch extravagante Werbespots beim Superbowl aufgefallen war, debütierte gestern an der Wall Street zu einem Ausgabekurs von 20 Dollar, nachdem die Kurstaxe noch bei 17 bis 19 Dollar gelegen hatte.

Aus dem Stand mehr wert als Axel Springer 

Doch selbst der angehobene Ausgabekurs erwies sich als deutlich zu niedrig gepreist. Bei 26,15 Dollar leuchtete die Erstnotiz auf, und auf den Cent genau dort schlossen die Anteilsscheine auch. Der Börsengang spülte alleine 440 Millionen Dollar in die Kassen des bereits 18 Jahre alten Internet-Unternehmens, das es aus dem Stand nun auf eine stattliche Bewertung bringt.

Satte 6,35 Milliarden Dollar betrug die Marktkapitalisierung zum Handelsschluss an der New York Stock Exchange, wo die Aktien den Handel unter dem  Tickersymbol GDDY aufnahmen. Damit ist GoDaddy aus dem Stand mehr wert als der größte europäische Digitalverlag Axel Springer – und genauso viel wie Dax-Mitglied Deutsche Lufthansa!

Mit hohen Schulden und dicken Verlusten an die Wall Street 
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Die Bewertungsausmaße für den Börsenneuling überraschen. GoDaddy, das jeden Tag über 50.000 neue Domains registriert und inzwischen über 60 Millionen Internetadressen verwaltet, ist zwar weltgrößter Webhoster, verliert auch im 18. Jahr des Firmenbestehens kräftig Geld.

Der vor Google und Facebook gegründete  Internet-Pionier verlor im vergangenen Jahr bei Umsätzen von 1,4 Milliarden immer noch happige 143 Million Dollar. Obendrein ist GoDaddy noch mit satten 1,5 Milliarden Dollar verschuldet – nicht zuletzt nach massiven Dividendenausschüttungen an die Beteiligungsgesellschaften KKR und Silver Lake, die den  Domainregistrar 2011 für 2,25 Milliarden Dollar übernahmen.

Börsengang mehrfach verschoben 

Nach knapp vier Jahren haben die Private Equity-Investoren ihre Beteiligung wieder einmal nach dem Lehrbuch versilbert – der Börsenwert ist fast dreifach so hoch wie zum Zeitpunkt der Übernahme. Bereits 2006 hatte GoDaddy ein IPO in Angriff genommen, das Vorhaben dann aber im letzten Moment verworfen.

Vom Zulassungsantrag im Juni vergangenen Jahres bis gestern verstrich mit zehn Monaten ebenfalls ein ungewöhnlich langer Zeitpunkt. Ob Anleger mit GoDaddy-Aktien ein ähnlich gutes Investment machen wie die Private Equity-Investoren, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen.

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