„Sie kennen die Wahrheit nicht, Herr Diekmann“ – der Wut-Brief des Ober-Kriminalers an den Bild-Chef

Kritik von Kriminalbeamten: Bild-Chef Kai Diekmann
Kritik von Kriminalbeamten: Bild-Chef Kai Diekmann

Andy Neumann ist Vorsitzender des Bunds deutscher Kriminalbeamter. Am Freitag schrieb er eine wütende Mail an Bild-Chef Kai Diekmann, in der er diesen stellvertretend für viele Medienvertreter für die Berichterstattung zum Fall Germanwings kritisierte. Investigative Journalisten gerierten sich so, als wären sie selbst gerne Polizisten geworden, so Neumann. Weil er keine Antwort auf seine Mail erhielt, machte er den Brief auf seiner Facebook-Seite öffentlich.

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Und Ihnen, lieber Herr Diekmann, geht es ganz sicher nicht um Fakten. Auch nicht um die echten Hintergründe. Und am wenigsten um die Wahrheit. Es geht Ihnen um Auflagen! Um Klicks! Um Aufmerksamkeit. Und dafür geht man, im wahrsten Sinne des Wortes, auch mal über Leichen.

Meine Mail von Freitag an Kai Diekmann. Ich hätte ihm wenigstens die Eier zugetraut, zu antworten. Fehlanzeige… So…

Posted by Andy Neumann Bdk on Dienstag, 31. März 2015

Neumann ist sich sicher, dass die „so genannten ‚Investigativen‘ wirklich alle gern Polizist geworden wären“. Diese würden nun versuchen zu zeigen, „dass sie mich besser genommen hätten“. Neumann meint also, dass investigativ arbeitende Journalisten unter einer Art Minderwertigkeitskomplex gegenüber der Polizei leiden. Nun würden „Hunderte“ da draußen herumrennen und „Detektiv spielen“:

Also werden Zeugen vernommen, Orte durchsucht, „Beweise“ zusammengeklaubt, Berichte gelesen, und am Ende „Vermerke“ geschrieben. Die sich aber nicht in Gerichtsakten wiederfinden, Staatsanwaltschaft und Richter überzeugen und einer ordentlichen Verteidigung standhalten müssen, sondern ohne fachliche Prüfung einem Millionenpublikum zugänglich gemacht werden. Einem Publikum, das seine Informationen nur selten direkt aus den Kanälen bezieht, die jedenfalls das Maximum an Fakten kennen. Sondern das glauben muss, glauben will oder nur glauben kann, was Sie schreiben.

Für echte Polizisten und Kriminalisten, so Neumann, gebe es derzeit aber vor allem Fragezeichen. Die „strafprozessuale, also beweisbare Wahrheit“ würden vermutlich nur einige wenige Personen kennen und sicher nicht der „liebe Herr Diekmann“.

Neumann weiter:

Ich gebe Ihnen die einmalige Gelegenheit, zu verstehen, wie ein erfahrener Ermittler das sieht, was Sie zu sehen glauben, lieber Herr Diekmann. Und ich betone, dass sich alles, was ich schreibe, tatsächlich nur auf das bezieht, was man den Medien entnehmen kann!

Der Ermittler sieht eine unfassbare Tragödie. Eine Tragödie, die vielleicht, aber auch nur vielleicht, ein Verbrechen sein könnte. Konjunktiv eins!

Er hört von möglichen Abläufen, dargestellt aus berufenem Munde, die noch immer unheimlich viele Fragen offen lassen, und denkt sich: Wenn das so gewesen wäre, wäre das entsetzlich. Konjunktiv zwei!

Er nimmt wahr, dass eine Person im Raum steht, die möglicherweise allein für diese Tragödie verantwortlich ist. Er ist fassungslos und denkt sich: Bitte, lass das nicht wahr sein! Ist froh, dass noch zu viele Fragezeichen bleiben, um mit Sicherheit davon auszugehen. Und denkt sich: Okay, es könnte immer noch anders gewesen sein. Konjunktiv drei!

So würden das „Profis“ sehen, meint Neumann. Er schließt mit den Worten:

Lieber Herr Diekmann,
ich bin kein Feind der BILD. Wirklich nicht! Aber heute stehen Sie für mich für alles, was ich an und in den Medien absolut grauenhaft finde.

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Alle Kommentare

  1. Nun ja ein beleidigter Polizist/Leser weil die Medien „ihm“ ungerecht behandeln und er es doch aber viel besser weiß….

    Warum nur soll ein Zeitungschef so einen wirklich ernst nehmen?

    1. Weil jener „beleidigter Polizist/Leser“ exemplarisch für diejenigen steht die des hervorragenden Spitzen-Premium-Qualitäts-POWER-Journalisten Produkt kaufen bzw. mit Reichweite ausstatten.

      Wird in dieser Branche schon sehr lange ausgeblendet, entsprechend blenden die Kunden aus.

      …ich weiß, voll unsäglich unerträgliche endkrude und wirre These bzw populistische Verschwööörungstheorie … und RÄCHTZ ZZZZ!!!111elf

      Was machen eigentlich die ganzen, in den letzten 12 Monaten Entlassenen? Spannende Projekte im Crowdfunded Publishing gewiss …

    2. Briefe diese Art an Diekschmarn sind reine Zeitverschwendung.
      Bei einem Mensch mit Charakter, ja bei dem wäre ein solcher Brief OK. Doch bei Diekschmarn?
      Sie könnem einem Affen das Essen noch so schön servieren, das geht dem mit Sicherheit am Arsch vorbei.

  2. Und der „Wutbrief“ dieses Ober-Kriminalers, wie Sie so schön schreiben, wurde jetzt nicht zufällig von den zornigen Abschiedsworten einer Polizei-Sprecherin in Miami an ihre Presse-Klientel angeregt, die vor zwei Tagen weltweit durch die Medien-Dienste geisterte…?

  3. Liebe Kollegen, zur Info: Andy Neumann ist nicht Vorsitzender des Bunds deutscher Kriminalbeamter. Das ist André Schulz. Neumann ist BDK-Vorsitzender im BKA.

  4. Pressefreiheit contra postmortaler Ehrschutz

    Immer wieder ist in diesen Tagen über den Absturz der A320 von #germanwings zu lesen, etwa wie, „Wir wissen nur: Er hat sich und die 149 Menschen getötet, deren Leben ihm als Co-Pilot des Fluges 4U9525 anvertraut wurden.“ …
    „Es ist ein schockierendes Verbrechen, das“ … „begangen hat.“ Im brutalsten Sinne „ohne Rücksicht auf Verluste“ so jüngst in BILD.DE ein Bericht der Frau Marion Horn – Bams Kommentar – 29.03.2015 – 00.05 Uhr: „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“

    WOHER WISSEN all die Berichterstatter in den Medien das? Beziehen sie sich dabei etwa auf die Ausführungen eines Herrn Brice Robin, seines Zeichens Marseiller Staatsanwalt, der nach 48 Stunden schon „festlegte“ was im Cockpit vorgegangen sein muß. Dies gegen allgemein bekannte internationale Regularien die bei der Untersuchung eines Flugzeugabsturzes lege artis sind?

    Anstelle mittels sog. negativem Ausschlußbeweises – der bei Schadensursachenermittlung im internationlen Luftsicherheitsrecht absolut zwingend ist – andere, nicht ganz fernliegende Kausalitäten erst begründet auszuschließen, gab der franz. Staatsanwalt vorläufige Mutmaßungen von sich, nur aufgrund von Audio- Aufzeichnungen des Voice Recorders – die er selbst nicht einmal vorher abgehört hat – und bezeichnete diese als „plausibelste“ Erklärung, wobei er den Co- Piloten als Verursacher und Täter für den Absturz ausmachte.

    Und selbst hier gibt es einige gewichtige Stimmen, aus den Reihen von Piloten und Flugzeugingenieuren die dies in Abrede stellen, da es aufgrund der zeit- und situationsabhängigen differierenden Geräuschsituationen, insbesondere beim Sinkflug einer A320, vor allem bei der erste Generation dieses Flugzeugtyps wegen der spezifischen dann auftretenden Geräusche, gar nicht möglich sei, den Atem eines Piloten oder Co- piloten zu hören. Das sei nicht möglich. Und die 2. Black Box ist noch nicht einmal gefunden worden.

    Unwillkürlich ist man versucht die Reporter zu fragen, ob sie schon einmal was von einer Unschuldsvermutung gehört haben, die auch nach dem Tode eines Menschen gilt?

    Vielleicht hilft ihnen da eine Entscheidung des EuGH für Menschenrechte, ein bisschen weiter:

    „Die Unschuldsvermutung ist verletzt, wenn eine gerichtliche Entscheidung oder eine andere Verlautbarung staatlicher Stellen einen Beschuldigten für schuldig erklärt, bevor er nach dem Gesetz in einem Verfahren für schuldig befunden wurde. Art. 6 II EMRK ist auch dann verletzt, wenn der Beschuldigte Selbstmord begeht und ein Gericht nach seinem Tod seine Schuld behauptet, ohne diese förmlich zuvor festgestellt zu haben.“ EGMR Nr. 33468/03 (1. Kammer) – Urteil vom 10. Januar 2012 (Vulakh u.a. v. Russland) abgedruckt in: HRRS Onlinezeitschrift für Höchstrichterliche Rechtsprechung zum Strafrecht Ausgabe 3/2012, 13. Jahrgang, ISSN 1865-6277
    Dabei wird dann manchmal versichert, man schreibe „nur nach bestem Wissen und Gewissen, was passiert ist.“

    Eigentlich müßten die Journlisten den § 1 des Pressekodex doch kennen:

    „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“
    Sicher dürfen die Redakteure und Journalisten selbst entscheiden, „wie wir unsere Zeitung machen.“

    Das dürfen sie, im Rahmen der Meinungs- und Pressefreiheit. Aber auch Art. 5 I S.1 u.2 GG haben ihre Schranken:

    Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Art. 5 II GG
    Zunächst einmal haben Sie auch hier Ihren Pressekodex zu wahren:
    Richtlinie 8.7 – Selbsttötung:

    „Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen, die Veröffentlichung von Fotos und die Schilderung näherer Begleitumstände.“

    Ob sie sich auf die Richtline zur Kriminalitätsberichterstattung überhaupt berufen dürften ist zweifelhaft, setzt dies nämlich eine Straftat voraus, oder zumindest eine Anklage – die erst nach Prüfung von Staatsanwaltschaft vor Klageerhebung und dann von einem Gericht nach Zulassung der Anklageschrift vor einem Strafgericht verhandelt wird.

    Richtlinie 8.1 – Kriminalberichterstattung:

    „(1) An der Information über Straftaten, Ermittlungs- und Gerichtsverfahren besteht ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit. Es ist Aufgabe der Presse, darüber zu berichten.

    (2) Die Presse veröffentlicht dabei Namen, Fotos und andere Angaben, durch die Verdächtige oder Täter identifizierbar werden könnten, nur dann, wenn das berechtigte Interesse der Öffentlichkeit im Einzelfall die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegt. Bei der Abwägung sind insbesondere zu berücksichtigen: die Intensität des Tatverdachts, die Schwere des Vorwurfs, der Verfahrensstand, der Bekanntheitsgrad des Verdächtigen oder Täters, das frühere Verhalten des Verdächtigen oder Täters und die Intensität, mit der er die Öffentlichkeit sucht.“

    Entscheidender ist aber folgendes:

    Auch die Meinungs- und Pressefreiheit aus Art. 5 I GG ist nicht grenzenlos.
    Der sog. Schranktrias des Art. 5 II GG ist auch für Sie beachtlich, wenn durch Ihre Berichte die Vorschriften allgemeinen Gesetze, Jugendschutzbestimmungen oder das Recht der persönlichen Ehre tangiert werden und verletzt werden können.

    Art. 1 I GG bestimmt: ist Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies gilt auch insoweit, daß nach dem Tode eines Menschen über die §§ 185 StGB auch die Ehre, über den Tod hinaus geschützt sind.

    Vorliegend könnte auch die postmortale Ehre des Co- Piloten durch eine Üble Nachrede i.S. des § 189 StGB i.V.m. § 186 StGB dadurch verletzt sein, indem man über ihn unter Namensnennung eines „schockierendes Verbrechens“ bezichtigt oder in gar als „Massenmörder“bezeichnet und verunglimpft.
    Jedenfalls liegt in vielen Fällen eine ehrverletzende Tatsachenbehauptungen gegenüber dem Co- Piloten i.S. der Tatbestandserfüllung des § 189 StGB i.V.m. § 186 StGB vor. Nach § 194 II StGB steht insoweit ein Strafantragsrecht nach § 77 II S. 2 StGB den Eltern zu.

    „Tatsachen“ sind alle Umstände, die einem Beweis zugänglich sind, also etwa auch die Beschreibung von Umständen, wie es zum Absturz kam.

    Nur: Momentan ist noch gar nichts bewiesen. Ob es irgendwann bewiesen sein wird, ist eine andere Frage (dazu noch unten).

    „Behaupten“ ist etwas, das man nach eigener Überzeugung als gewiss oder richtig darstellt.

    „Verbreiten“: ist etwas, was als Gegenstand fremden Wissens weitergegeben wird, etwa, indem man sich auf die „Meinungen“ bzw. die „plausibelste“ Einschätzung eines franz. Staatsanwaltes beruft.

    Objektive Bedingung der Strafbarkeit, ist die Nichterweislichkeit der ehrenrührigen Tatsache.

    Ein insoweit betroffener Angeklagte hat dann zwar zunächst nicht die Beweislast für die Richtigkeit der von ihm behaupteten Tatsachen zu tragen; im Hinblick auf die Feststellung der Unwahrheit der Tatsache ist allerdings zunächst die richterliche Aufklärungspflicht des § 244 II StPO zu beachten. D.h. das Gericht müßte also erst alle Möglichkeiten der Sachaufklärung ausschöpfen, um von Amts wegen die Richtigkeit bzw. Unrichtigkeit der Tatsache zu klären. Erst wenn die Möglichkeiten des Gerichts, den Wahrheitsgehalt der behaupteten Tatsache aufzuklären, erschöpft sind, muss der Angeklagte den Wahrheitsbeweis erbringen. Gelingt ihm das nicht, käme eine Verurteilung in Betracht, sofern keine Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe vorgebracht werden könnten.

    Ob hier ein Berufen auf das Recht der Meinungs- und Pressefreiheit wirklich rechtfertigt oder entschuldigt ist zweifelhaft.

    Zwar hat das Bundesverfasungsgericht mit seiner „Wechselwirkungstheorie“ – begründet im bekannten „Lüth- Urteil“, BVerfG, Urt. v. 15.01. 1958 – 1 BvR 400/51 – ausgeführt, daß Gesetze, die Grundrechte beschränken, ihrerseits im Lichte der Bedeutung dieses Grundrechtes gesehen und interpretiert werden müßen. Es handelt sich also um eine verfassungskonforme, restriktive Auslegung des beschränkenden Gesetzes im Hinblick auf den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz.

    Erst unlängst hat das BVerfG neuerlich zu dem Problemkreis des Spannungsverhältnisses des Art. 5 I GG zu § 186 StGB entschieden:
    BVerfG, Beschluss vom 24.07.2013 – 1 BvR 444/13:

    „Ob eine Erklärung ihrem Schwerpunkt nach als eine in den Schutzbereich des Art. 5 Abs. 1 S. 1 GG fallende Meinungsäußerung oder als ehrverletzende Tatsachen­behauptung i.S.d. § 186 StGB anzusehen ist, hängt vom Gesamtkontext der Äußerung ab. Ist eine isolierte Betrachtung der wertenden und der tat­sächlichen Teile der Äußerung ohne Verfälschung ihres Sinns nicht möglich, so ist sie im Interesse eines wirksamen Grundrechtsschutzes insgesamt als Meinungs­äußerung anzusehen.“

    Insoweit könnte man sehr wohl dazu kommen, aus dem gesamte Kontext eines Artikels, der in einigen Fällen in Form von unbewiesenen Behauptungen und daher Mißachtungen nur so „strotzt“, die Schranken der Meinung- und Pressefreiheit jedenfalls als überschritten ansehen.

    Selbst wenn man sich dabei noch auf die Auskunft mehrerer Rechtsanwälte berufen wollte, käme insoweit wohl nur ein Erlaubnistatbestandsirrtum in Betracht – und der Betroffene wäre in der Situation, einen Tatsachenbeweis selbst zu führen um eine Strafbarkeit zu vermeiden; ob ihm dies anhand der jetzigen Beweislage zum Flugzeugabsturz gelingen könnte, ist mehr als zweifelhaft.

    Insoweit hätte es doch auch im Sinne der Verhältnismäßigkeit genügt, über den Co- Piloten als mutmaßlichen Täter zu schreiben; alles andere ist mehr als bedenklich und entspricht auch nicht mehr gutem journalistischen Stil.

    Ass. jur. Jochen Bauer

    1. Verehrter Rechtsassessor Bauer,
      gute Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse und sehr gute rechtliche Einordnung. Respekt. Aber Sie vergessen meiner Meinung nach eines: Die bisher offiziell veröffentlichen Fakten und Indizien (z.B. verschlossene Cockpit-Tür, „ruhiges Atmen“, kontinuierlicher Sinkflug, akute Depression, zerrissener Krankenschein usw.) lassen in der Gesamtschau nur EINEN Schluss zu: Der Co-Pilot hat das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz gebracht.
      Unschuldsvermutung hin oder her. Natürlich sind „denktheoretisch“ noch andere Möglichkeiten gegeben. Die dürften aber bestenfalls die Qualität eines Hollywood-Drehbuchs haben und nicht weit entfernt sein von den Verschwörungstheorien, die allenthalben im Netz kursieren (Vergiftung des Co-Piloten durch den Kapitän, lautloses Eindringen von Terroristen, Gift in der Atemluft in der Kabine usw.).
      Nein. Alles abwegig. Daran dürften auch die ermittelnden Behörden in Frankreich und Deutschland kaum noch Zweifel haben. Deshalb erschließt sich mir auch das Lamento des schreibenden Kriminalbeamten vom BdK nicht. Als aktiver Ermittler wird er die Erfahrung gemacht haben, dass bei einer Katastrophe diesen Ausmaßes die Öffentlichkeit (nicht nur BILD) mit gutem Recht alles erfahren will, was passiert ist. Und solange sie nichts offiziell erfährt, wird spekuliert. Wo also ist die Nachricht, die Herr Neumann da verkündet? Das BILD schneller recherchiert als die anderen Medien? Das ist doch nicht neu, das ist doch alles wie immer.
      Im übrigen kann sich die Presse gar nicht an die von Ihnen eingeforderte Unschuldsvermutung halten. Dazu sind die Fakten und Indizien einfach zu erdrückend (siehe oben).

      Abgesehen davon wird doch die so genannte „Unschuldsvermutung“ in Deutschland (und meinetwegen auch beim EuGH) nur noch in juristischen Seminaren gelehrt und hat mir der Lebenswirklichkeit in den Medien (nicht bei den ermittelnden Behörden) nichts mehr zu tun. Da wird noch jeder, gegen den offen ermittelt wird, wenn er Glück hat bestenfalls als „mutmaßlicher“ Täter gehandelt. Faktisch hat die Öffentlichkeit in den meisten Fällen nicht den geringsten Zweifel an der Täterschaft (siehe Zschäpe, Edathy, Middelhoff, nicht rechtskräftig). Unschuldig? Ach nee, so what. Ja sogar wenn ein Angeklagter freigesprochen wird, wie z. B. Kachelmann, bleibt er in den Augen der Öffentlichkeit doch „Täter“. Schlimm, aber leider unvermeidlich.

      Also, was soll´s. Die von Ihnen begründete postmortale Ehrabschneidung des Co-Piloten ist hier einfach mal zu vernachlässigen.

      1. Ich frage mich nur, woher man die Gewissheit über solche Fakten hernimmt, wenn man nur eine Tonaufzeichnung zur Hand hat? Wie wird denn damit technisches Versagen komplett ausgeschlossen?
        Woher wissen wir, dass es der Co-Pilot war und dieser bei Bewusstsein? Atmen ist ein Vorgang, der bei vielen Bewusstseinszuständen bestens funktioniert!
        Dazu kommt noch die abweichende Berichterstattung seitens der Medien, von denen niemand den Voice Recorder abgehört haben sollte.
        Erst gab es einen Notruf, dann wieder doch nicht mehr.
        Dann wusste man bei der Lufthansa doch von der angeblichen Vorerkrankung, was zunächst verneint wurde.
        Zu guter letzt erklärt eine depressive Stimmungslage vielleicht einen Selbstmord, vllt noch von Antidepressiva getriggert, aber einen Massenmord noch lange nicht!
        So viele Unwägbarkeiten sprechen für mich für eine zumindest zurückhaltende Art der Berichterstattung.
        Worte wie angeblich, vermutet oder im Verdacht stehend kennt man heutzutage nur noch selten, leider!

  5. Lieber Herr Neumann, wissen Sie, was der Begriff „Recherche“ bedeutet?

    Es ist sicher lästig, wenn die Presse der Polizei bei ihrer Arbeit über die Schulter schaut. Aber die desaströsen Polizeifehler bei der Jagd nach dem Phantom von Mannheim oder den Morden der NSU zeigt, dass journalistische Recherche mehr denn je gefordert ist. Sicher würden Sie lieber in Ländern wie Russland oder dem Iran leben, wo sich Polizisten nicht der Kontrolle der Medien stellen müssen. Aber Gott seid Dank leben wir im freien Westen.

    1. Viel schlimmer als bei der Berichterstattung über das Germanwings-Unglück ist die einseitige Berichterstattung in den letzten Wochen über die Flüchtlings-Problematik und das Islam-Thema in verschiedenen TV-, Rundfunk- und Printmedien. Wer die Zuwanderung und die Charaktere der Asylbewerber sowie das Beleidigtsein der Moslems in Deutschland kritisch hinterfragt, wird sofort in die Ecke der Neonazis, Rassisten und Fremdenfeinde gestellt. Da hat Herr Neumann noch einen leichten „Job“.

      1. Also daran trägt die Mehrheitsgesellschaft eine gehörige Mitschuld, und man wird nicht in eine sog. „rechte Ecke“ gestellt, wenn man das was man objektiv dazu auch eine Begründung liefert. Wenn die Menschen nach Europa und nach Deutschland kommen, hat das doch Ursachen, und die fangen erst einmal bei der aggressiven Aussepolitik des Westens an. Solange der sog. Westen mit gerade einmal 10% der Weltbevölkerung den Rest der Welt als seine Kolonie betrachtet und auch so behandelt, braucht sich niemand darüber wundern, dass dort die Menschen dort fliehen.

  6. Lieber Hans,
    der Polizei geht es nicht darum, dass ihnen die Presse lästig über die Schulter schaut, es geht ihr nicht darum, dass negative Fahndungserfolge unter den Tisch gekehrt werden sollen, noch geht es ihr darum, die Presse still zu stellen. Es geht lediglich darum, wie die Presse mit ihren eigenen „Recherchen“ umgeht, sie in Artikel umsetzt, welche Paragrafen sie dabei außer Acht lässt und wie viele menschliche Fehler sie dabei begeht.
    Natürlich soll die Presse weiterhin den Finger in Wunden legen, die der Öffentlichkeit bis dahin verborgen waren, aber muss man dafür den menschlichen Teil der Berichterstattung sofort komplett über Bord werfen ?
    Für die Bild-Zeitung (und viele andere Blätter auch) gilt es doch nur an die niederen Instinkte zu appellieren. DAMIT werden die Zeitungen verkauft, die journalistisch gesehen sonst gar keine Daseinsberechtigung mehr haben.
    Political Corectness gibt es lange nicht mehr, sollte aber auch der letzte Funke Menschlichkeit der Pressefreiheit geopfert werden, sind wir bald am Ende von sozialen Gesellschaften angekommen.

    1. Hallo Lokutus,
      ich störe mich einfach daran, dass immer nur auf die BILD eingedroschen wird. Hast Du mal den Kölner EXPRESS gelesen? Dagegen ist die BILD absolut harmlos. Und das Verhalten der Tagesschau habe ich in einer anderen Diskussion bei Meedia ja bereits thematisiert und dafür viel Lob bekommen.

      Herr Neumann giert nach Presseaufmerksamkeit. Und da das beste Mittel dafür immer ein Streit mit der BILD ist, veranstaltet er dieses Geschrei. Dumm nur, dass Kai Diekmann da drüber steht und sich wahrscheinlich fragt: Wer zum Kuckuck ist dieser Neumann? Und recht hat er!!!

  7. Ich bin doch recht überrascht, wie sich die Menschen hier äußern. Aber klar, solange es nicht euch selbst betrifft, geht euch die Berichterstattung über andere am Allerwertesten vorbei.

    Ich würde gern mal das Geschrei sehen wollen, wenn die Bild oder eine andere Tageszeitung über etwas schreibt, was euch unterlaufen ist, wenn ihr z.B. ein technisches Versagen am Auto hattet und am Zebrastreifen eine Mutter mit Kinderwagen und dem Kleinkind an der Hand zu Tode gekommen ist und dieser Umstand in der Zeitung als Vorsatz dargelegt würde. Und nun kommt nicht mit der Aussage, so was kann man beweisen – nein, nicht immer. Manchmal gibt es technische Defekte, die man nicht gleich erkennt und deren Ursache eine lange Suche nach sich zieht.

    Hat mal einer von euch daran gedacht, das dieser Co-Pilot Familie – eine Frau und evtl. sogar Kinder haben könnte? Hat mal einer darüber nachgedacht, wenn er Kinder hat, wie diese nun gemobbt werden?

    Heißt es nicht im Gesetzestext, ein Mensch ist solange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen wurde? Viele Wege führen nach Rom und nicht immer ist das offensichtlichste auch die Wahrheit. Und solange nichts bewiesen ist, sollte ein Mensch nicht einer Tat verurteilt werden.

    Hat schon mal jemand darüber nachgedacht das Schmiergelder geflossen sein könnten, um Tatsachen unter den Tisch zu kehren und einen Schuldigen zu präsentieren?

    Ich kenne auch eine Firma, die an der Börse spekuliert hat und das Firmenkapital in den Sand gesetzt hat. Aber in den Medien wurde ein kleiner Angestellter aus der Buchhaltung dafür verantwortlich gemacht. Was wenn euch so etwas widerfährt. Würdet ihr dann nicht froh sein, das es einen Herrn Neumann gibt, der die Presse / Medien in die Schranken verweist?

    Desweiteren habe ich gestern einen Bericht eines Piloten gelesen, der eine andere Aussage getätigt hat. Und nicht immer ist das, was wir sehen und was man uns glauben machen will, die Wahrheit.

    Auffallend ist auch, das die Presse einen Unfall / Absturz immer gleich mit einem Vorsatz oder einem terroristischen Anschlag veröffentlicht. Vergehen aber mehr als sechs Monate und ist bis dahin keine komplette Aufklärung erfolgt, wird über die Sache nicht mehr berichtet. Es erfolgt aber auch keine Gegendarstellung, wenn die Sache dann aufgeklärt wurde. In den Köpfen der Menschen wird dieser Pilot immer ein „Massenmörder“ bleiben, weil eine Gegendarstellung oder eine Richtigstellung des Vorfalls von den Medien nicht mehr abgedruckt wird. Auch nicht, oder sollte ich besser schreiben, gerade dann, wenn der Presse bekannt wird, das er nicht mit Absicht die Maschine geschrottet hat.

    Für mich stellt sich hier eine ganz andere Frage: Warum stürzen in den letzten Monaten urplötzlich so viele Maschinen ab? Es gab Jahrzehnte kaum bis gar keine Abstürze und plötzlich so viele!? WARUM???????

    Und wenn die Aussage des Piloten stimmt, haben Crew-Mitglieder den Dienstantritt auf dieser Maschine verweigert – warum? Sollen hier Mängel die die Fluggesellschaft zu verantworten hat, auf dem Rücken des Piloten ausgetragen werden?

    Geschieht ein Unglück ist die Presse als erstes dort und mutmaßt und behauptet. Aber eine endgültige Aufklärung wird von der Presse nie gedruckt. WARUM??

  8. Insiderinformation: Die Germanwings wurde vom CIA ferngesteuert zum Absturz gebracht. Es handelte sich hierbei um einen Warnschuss. Grund: Heimlich und fast unbemerkt haben 45 Staaten die Teilnahme an der neuen chinesischen Weltbank AIIB bekundet, um aus dem IWF auszusteigen. Deutschland ist ebenfalls dabei, zum Ärger der Amis. Die zeitliche Nähe zur Unterschriftsleistung und Beitrittserklärung sowie dem „Absturz“ sind unübersehbar und kann von jedem nachvollzogen werden.

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