„Sie kennen die Wahrheit nicht, Herr Diekmann“ – der Wut-Brief des Ober-Kriminalers an den Bild-Chef

Kritik von Kriminalbeamten: Bild-Chef Kai Diekmann
Kritik von Kriminalbeamten: Bild-Chef Kai Diekmann

Andy Neumann ist Vorsitzender des Bunds deutscher Kriminalbeamter. Am Freitag schrieb er eine wütende Mail an Bild-Chef Kai Diekmann, in der er diesen stellvertretend für viele Medienvertreter für die Berichterstattung zum Fall Germanwings kritisierte. Investigative Journalisten gerierten sich so, als wären sie selbst gerne Polizisten geworden, so Neumann. Weil er keine Antwort auf seine Mail erhielt, machte er den Brief auf seiner Facebook-Seite öffentlich.

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Und Ihnen, lieber Herr Diekmann, geht es ganz sicher nicht um Fakten. Auch nicht um die echten Hintergründe. Und am wenigsten um die Wahrheit. Es geht Ihnen um Auflagen! Um Klicks! Um Aufmerksamkeit. Und dafür geht man, im wahrsten Sinne des Wortes, auch mal über Leichen.

Meine Mail von Freitag an Kai Diekmann. Ich hätte ihm wenigstens die Eier zugetraut, zu antworten. Fehlanzeige… So…

Posted by Andy Neumann Bdk on Dienstag, 31. März 2015

Neumann ist sich sicher, dass die „so genannten ‚Investigativen‘ wirklich alle gern Polizist geworden wären“. Diese würden nun versuchen zu zeigen, „dass sie mich besser genommen hätten“. Neumann meint also, dass investigativ arbeitende Journalisten unter einer Art Minderwertigkeitskomplex gegenüber der Polizei leiden. Nun würden „Hunderte“ da draußen herumrennen und „Detektiv spielen“:

Also werden Zeugen vernommen, Orte durchsucht, „Beweise“ zusammengeklaubt, Berichte gelesen, und am Ende „Vermerke“ geschrieben. Die sich aber nicht in Gerichtsakten wiederfinden, Staatsanwaltschaft und Richter überzeugen und einer ordentlichen Verteidigung standhalten müssen, sondern ohne fachliche Prüfung einem Millionenpublikum zugänglich gemacht werden. Einem Publikum, das seine Informationen nur selten direkt aus den Kanälen bezieht, die jedenfalls das Maximum an Fakten kennen. Sondern das glauben muss, glauben will oder nur glauben kann, was Sie schreiben.

Für echte Polizisten und Kriminalisten, so Neumann, gebe es derzeit aber vor allem Fragezeichen. Die „strafprozessuale, also beweisbare Wahrheit“ würden vermutlich nur einige wenige Personen kennen und sicher nicht der „liebe Herr Diekmann“.

Neumann weiter:

Ich gebe Ihnen die einmalige Gelegenheit, zu verstehen, wie ein erfahrener Ermittler das sieht, was Sie zu sehen glauben, lieber Herr Diekmann. Und ich betone, dass sich alles, was ich schreibe, tatsächlich nur auf das bezieht, was man den Medien entnehmen kann!

Der Ermittler sieht eine unfassbare Tragödie. Eine Tragödie, die vielleicht, aber auch nur vielleicht, ein Verbrechen sein könnte. Konjunktiv eins!

Er hört von möglichen Abläufen, dargestellt aus berufenem Munde, die noch immer unheimlich viele Fragen offen lassen, und denkt sich: Wenn das so gewesen wäre, wäre das entsetzlich. Konjunktiv zwei!

Er nimmt wahr, dass eine Person im Raum steht, die möglicherweise allein für diese Tragödie verantwortlich ist. Er ist fassungslos und denkt sich: Bitte, lass das nicht wahr sein! Ist froh, dass noch zu viele Fragezeichen bleiben, um mit Sicherheit davon auszugehen. Und denkt sich: Okay, es könnte immer noch anders gewesen sein. Konjunktiv drei!

So würden das „Profis“ sehen, meint Neumann. Er schließt mit den Worten:

Lieber Herr Diekmann,
ich bin kein Feind der BILD. Wirklich nicht! Aber heute stehen Sie für mich für alles, was ich an und in den Medien absolut grauenhaft finde.

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Alle Kommentare

  1. Insiderinformation: Die Germanwings wurde vom CIA ferngesteuert zum Absturz gebracht. Es handelte sich hierbei um einen Warnschuss. Grund: Heimlich und fast unbemerkt haben 45 Staaten die Teilnahme an der neuen chinesischen Weltbank AIIB bekundet, um aus dem IWF auszusteigen. Deutschland ist ebenfalls dabei, zum Ärger der Amis. Die zeitliche Nähe zur Unterschriftsleistung und Beitrittserklärung sowie dem „Absturz“ sind unübersehbar und kann von jedem nachvollzogen werden.

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