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Jay Z und sein Superstar-Club sagen iTunes und Spotify mit Streaming-Service Tidal den Kampf an 


Power-Paar, das Apple gut zu Gesicht stünde: Jay Z mit Gattin Beyoncé bei der Vorstellung von Tidal
Power-Paar, das Apple gut zu Gesicht stünde: Jay Z mit Gattin Beyoncé bei der Vorstellung von Tidal

Was für ein Superstar-Auflauf: Jay Z, Kanye West, Beyoncé, Rihanna, Madonna, Coldplay, Daft Punk, Usher, Alicia Keys – alle auf einer Bühne in New York. Es war keine Preisverleihung von MTV, nicht die Grammy’s: Es war der offizielle Launch der neuen Musik-Plattform Tidal, die Rap-Modul Jay Z jüngst übernommen hat. Der bis zu 20 Euro pro Monat teure Streaming-Dienst hat gestern Nacht seinen Betrieb aufgenommen. 


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Wie glaubwürdig kann eine Soulmusikerin sein, die sich vor wenigen Jahren noch als „Kreativdirektorin“ beim strauchelnden Smartphone-Hersteller Blackberry verdingt hat, obwohl sie selbst ein iPhone benutzte?

Diese Frage musste Alicia Keys als Keynote-Speakerin gestern Abend nicht beantworten, dennoch schwang sie mit. In ähnlich wohlformulierten Superlativen wie vor drei Jahren neben dem seinerzeit noch deutschen CEO Thorsten Heins stand die 34-Jährige nun neben ihren Branchenkollegen – ein Superstar größer als der andere.

Der „Gamechanger“ Tidal ist „der Anfang einer neuen Welt“ (Kanye West / Jay Z)

Beyoncé, Rihanna, Madonna, Coldplay, Daft Punk, Usher, Kanye West und Jay Z – sie alle waren gekommen, um eine frohe Botschaft zu verkünden: Die Musik kehrt zu den Künstlern zurück, nicht länger die böse Musikindustrie hält die Rechte an der hohen Kunst – „der einen universalen Sprache, die Menschen miteinander verbindet“ (Alicia Keys) –, sondern Sängerinnen und Sänger selbst.

Möglich machen soll diesen „Anfang einer neuen Ära“ (Kanye West) der „Game Changer“ (Jay Z) Tidal. Kein Wunder, dass der HipHop-Superstar so gut auf den schwedischen Streaming-Service zu sprechen ist, der heute Nacht seine Pforten öffnete – Jay Z hat den Dienst schließlich im Januar selbst gekauft.

Deutschlandstart zu 9,99 und 19,99 Euro im Monat …

Für satte 56 Millionen Dollar hatte der schwerreiche Rapper das schwedische Start-up Aspiro übernommen, das nicht nur Tidal, sondern auch den beliebteren Streaming-Dienst WiMP („Wireless Music Player“) anbietet, der es immerhin in Skandinavien, Deutschland und Polen auf rund eine halbe Million Nutzer bringt.

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Tidal indes gilt als qualitativ höherwertige Weiterentwicklung, das Musikdateien mit einer Datenrate von 1411 kbp/s überträgt – das entspricht CD-Qualität. Diesen höherwertigen Klanggenuss – Spotify und Apples Musikplattfom iTunes bieten Songs in einer Übertragungsgeschwindigkeit von 256 kbit/s  an – lässt sich Tidal fürstlich bezahlen: 19,99 Dollar / Euro kostet der monatliche Zugang zur Streaming-Plattform in maximaler Soundqualität. Musikdateien mit standardmäßigen 320 kbit/s werden zu Spotify-Preisen von 9,99 Euro / Monat angeboten.

… mit 25 Millionen Titeln und 75.000 Videos 

Neben den USA launchte Tidal auch in Deutschland, Großbritannien – und 27 anderen Ländern, zumeist in Europa. 25 Millionen Songs und 75.000 Videos sollen zum Start bereitstehen  – ebenso wie redaktionelle Beiträge, Interviews, Empfehlungen und Playlisten von Künstlern. Im Gegensatz zu Spotify gibt es für Nutzer keine Möglichkeit einer kostenlosen, werbefinanzierten Nutzung.

Die Superstars der Musikbranche, die gleichzeitig zu Anteilseignern am neuen Streaming-Dienst wurden, sind von ihrer Mission dennoch vollauf überzeugt: „Tidal ist die Zukunft der Musikindustrie“, feierte Alicia Keys bei der Enthüllung die Branche.

Bleibt nur eine Frage nach so viel Superlativen: Was sagt Platzhirsch Apple, der in diesem Jahr bekanntermaßen ebenfalls mit der Weiterentwicklung von Beats Music einen Streaming-Service anbieten will und etwa mit U2 an eigenen, besonderen Formaten arbeitet, eigentlich zur Kraftprobe der Künstlervereinigung um Jay Z?

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