Hunderttausende Klicks: „Anstalt“-Clip über Griechenland wird zum Viral-Hit

imgo-44.jpeg

Fernsehen Die aktuelle Folge der ZDF-Kabarett-Show "Die Anstalt" beschäftigt sich gewohnt spitzzüngig und intelligent mit dem Konflikt zwischen der Troika und Griechenland sowie mit den Problemen der Austeritätspolitik. Das Lachen bleibt dem Zuschauer dabei an vielen Stellen im Hals stecken. Ein besonders emotionaler Ausschnitt der Sendung wurde bei Facebook hochgeladen und schon knapp eine Millionen Mal angesehen.

Werbeanzeige

Die Troika (verkörpert von den beiden Kabarettisten Claus von Wagner und Max Uthoff sowie ihrem österreichischen Kollegen Klaus Eckel) besucht eine Wirtschaft in Griechenland und erinnert den Wirt (Serdar Somuncu) drastisch an die Regeln, die er aufgrund der Sparpolitik einzuhalten hat. Darüber hinaus zwingen sie ihn, die griechischen Gerichte auf seiner Speisekarte durch Maultäschle, Sauerkraut und Trollinger zu ersetzen. Auch soll der Name der Wirtschaft umbenannt werden: von Dionysos in Austeros – das sei griechisch für „schwierige Umstände“. Aber wer wolle denn schon in so einer Umgebung speisen und trinken, fragt der Wirt verzweifelt. Und wie soll er so jemals seine Schulden zurückzahlen können?

Die neue Ausgabe der Kabarett-Show „Die Anstalt“ setzt sich 50 Minuten lang mit der Griechenland-Problematik auseinander. Die Sendung sollte am vergangenen Dienstag ausgestrahlt werden, wurde aber aufgrund des Germanwings-Absturzes um eine Woche verschoben. Seit einigen Tagen ist sie in der Mediathek des ZDF und bei YouTube zu sehen.

Der Nachfolger von „Neues aus der Anstalt“ geht auch dieses Mal wieder gewohnt intelligent und mutig genau dorthin, wo es weh tut – und dennoch ist diese Folge etwas Besonderes: Wenn sich Uthoff und von Wagner gemeinsam mit ihren Gästen Serdar Somuncu, Klaus Eckel und Arnulf Rating mit Sketchen und Stand-up-Monologen daran abarbeiten, dass die Austeritätspolitik Griechenland nicht hilft und dabei Angela Merkel, Günter Jauch und natürlich die Bild-Zeitung („Wer Bild liest, um sich zu informieren, trinkt auch Schnaps, wenn er Durst hat“) auf die Schippe nehmen, zeigen sie nicht nur klug, wie komplex die Situation ist – sondern sorgen auch dafür, dass der ein oder andere Lacher im Hals stecken bleibt. Die Gesichter der Zuschauer im Studio zeigen: Das Publikum durchlebt offensichtlich ein emotionales Wechselspiel zwischen Belustigung, Rührung und Beschämung.

Höhepunkt der Folge bilden die letzten Minuten, in denen ein älterer Herr aus Griechenland den Kabarettisten einen Ouzo spendiert und erzählt, dass er einer der Überlebenden eines Überfalls der Wehrmacht in Griechenland sei. Eine Entschädigung der Deutschen dafür habe er nie gesehen. Die Sendung endet mit betretenem Schweigen.

Dieser Ausschnitt wurde mit griechischen Untertiteln auf der Facebook-Seite „Ich bin Grieche“ hochgeladen, über 900.000 Mal angesehen und über 35.000 Mal geteilt. Auch bei YouTube wurde der Clip mit dem Untertitel „Solidarische Grüße an unsere Freunde in Griechenland“ veröffentlicht und ebenfalls mehrere hunderttausend Mal geklickt.

Like &Share !German TV (ZDF) Τρόικα στην Ταβέρνα (greek subs)like us: Ich bin Grieche

Posted by Ich bin Grieche on Sonntag, 29. März 2015

Werbeanzeige

Mehr zum Thema

Alle Kommentare

  1. Anstalt ist der Tropfen Wasser in der Wüste namens ÖR-Versorgungsanstalten

    Doch der doofe Mob klatscht und lacht und nachher kommt Lanz, der is ja so toll …

    1. Warum nehmen Sie die Anerkennung ihrer 1. Aussage gleich wieder zurück? Wieso sind die Zuschauer der Anstalt der Mob? Welche Schnittmenge haben die Zuschauer mit denen von Lanz & Co denn zu tun?

  2. Das war das Beste, was satirischer Journalismus seit Jahren zu bieten hat!!

    Größten Respekt für diese Art von unerwarteter Konfrontation mit der unglaublichen Realität!
    Womöglich bewirkt hier eine Satiresendung zum ersten Mal etwas in der Politik!?
    Dieter Hildebrand hat seine würdigen Nachfolger gefunden! Er würde sich wahrscheinlich verneigen.

  3. Also, ich kann nur sagen, eine Super-Super Sendung!! Bin ganz hingerissen und begeistert. Und auch bewegt wegen des Schlusses! Dass trifft mitten ins Herz! Ehrlich, so find‘ ich’s toll, Witz und Fact kombiniert, und was rauskommt, ist mehr als nur Kabarett.- Und die Richtigen, u.a. Journalisten, kriegen eins hinter die Löffel! Freut mich! Applaus, Applaus!
    Herzherzlichst
    e.funke

  4. Einige Teile der Sendung waren wirklich gescheit, das Ende mit dem alten Mann aus Griechenland sehr bewegend. Vielleicht wäre es wirklich eine gute Sendung geworden, wenn man nicht unablässig versucht hätte, Schwarzweiß-Malerei zu betreiben.

    Die volkswirtschaftlichen Ausflüge der Herren Uthoff und von Wagner wirkten zwar stimmig, aber stimmten oft nicht. Da hat man eine Haltung eingenommen, der alles unterzuordnen war – und an dem Punkt, wo der Satiriker nicht mehr bereit ist, Unstimmigkeiten einer politischen Position zuzulassen und sie vielleicht sogar zu thematisieren, zeigt er, auf welch wackligem Gerüst seine Bühne gebaut ist.

    Die Troika hat viel Bockmist gebaut, aber die griechischen Regierungen inklusive Tsipras sind bei weitem nicht die unschuldigen Opfer, die man uns im ZDF nun verkaufen wollte. An diesen Stellen war es eine richtig schlechte Sendung, was man leicht hätte vermeiden können. So wirkte es dann doch wie eine Wahlwerbesendung der Linkspartei.

    1. Die Aufgabe der deutschen Satire ist es, DEUTSCHE Politik zu beleuchten. Und hinter der Troika-Politik stecken maßgeblich deutscher Einfluss und deutsche Besserwisserei. In Europa wird ja wieder deutsch gesprochen, wie der Herr Kauder sagte. Um genau zu sein: schwäbisch!
      Die griechischen Missstände sind Aufgabe der Griechen, der griechischen Satire.

    2. Ich bin auch kein Fan von Linksaußenpolitik. Aber den Herrn Tsipras und Kollegen nach ein paar Wochen (am Anfang sogar ein paar Tagen) schon „Bockmist“ vorzuwerfen ist etwas zu krass. Es ist zwar eine unerfahrene Regierung, die sicherlich Fehler machen werden, aber was bitte ist die Alternative in Griechenland? – Es gibt leider keine (so wie auch zuweilen in Deutschland keine gesehen wird von vielen Menschen in unserem Land).

      Volkwirtschaftlich gesehen jedoch trifft die Sendung den Nagel auf dem Kopf und liegt alles andere als daneben. Es fehlen mir auch in Ihrer Behauptung die Argumente. Natürlich, dass weiß ein Erstsemester in VWL, ist Sparpolitik in einer solchen Situation das Falscheste was man tun kann. In Deutschland hat man auch Abwrackprämien und Kurzarbeitsausgleich geschaffen um die Finanzkrise zu überbrücken. Das sind Finanz- und Investitionsspritzen. Das tut man nun einmal in einer solchen Situation. In Griechenland hat die EU das Land „zu Tode“ gespart. Das kann man kaum in Zweifel ziehen und ich denke auch gar nicht dass sie diese Fakten meinten. Aber was denn dann?

    3. Welche „volkswirtschaftlichen Ausflüge“ stimmten nicht? Was meinen Sie mit „Unstimmigkeiten einer politischen Position“? Inwiefern wackelt die Bühne (schönes, wenn auch inhaltsfreies Bild übrigens)?

      Ja, klar, die bisherigen griechischen Regierungen waren keine unschuldigen Opfer, sondern haben die Rettungskredite dankbar angenommen, statt eine ordentliche Pleite hinzulegen. Sie haben die eigentlich insolventen Gläubiger griechischer Staatsanleihen, nämlich Banken, „gerettet“, statt für ihr Volk zu sorgen. Das ist jedenfalls nicht mehr die Leitidee der neuen Regierung.

      Klar, eine „Wahlwerbesendung“ für die Linkspartei. Die war ja auch die einzige Partei, die mit einigen denkfähigen Abweichlern aus den anderen Parteien konsequent gegen weitere Neuschulden Griechenland gestimmt hat. (Bei der letzten Abstimmung leider nicht, was zeigt, dass es auch in der Linkspartei Leute gibt, die bei schwierigen Fragen nicht zuende denken können. Und natürlich ist es richtig, dass eine Position nicht nur deshalb falsch ist, weil sie von der Linkspartei vertreten wird.

      Ich freue mich jedenfalls, dass die Kabarettisten die Volkswirtschaft so gut verstehen wie Sahra Wagenknecht, und die hat’s ja wirklich drauf.

  5. Diese „Satire“ Sendungen im ÖR sind wie alles andere in diesen Anstalten „politisch gelenkt“.

    Im Falle Griechenland soll der deutsche Bürger dazu bewegt werden weiter stillzuhalten damit er noch stärker ausgeplündert werden kann.

    Hier wird die nächste Stufe der Veruntreuung durch Merkel und Schäuble medial vorbereitet und flankiert.

    1. Klaus! Das kann doch nicht ihr Ernst sein, Sie haben ja gar nichts begriffen! Aber Ihr Kommentar liest sich auch durchaus so, als hätten Sie die Sendung möglicherweise gar nicht gesehen. Das wäre eine Erklärung für Ihren Kommentar, auch wenn er Sie wiederum auf eine andere Art in ein schlechtes Licht rückt.

    2. Dachte im ersten Augenblick der Kommentar ist ernst gemeint aber habe dann das Datum gesehen 🙂 Nicht schlecht der Scherz

    3. Aha! Und um das zu erreichen, prügeln die Medien seit Jahren auf die Griechen ein und verbreiten schlechte Stimmung Richtung Süden. Alles nur mit dem Ziel, die Deutschen von der Notwendigkeit zu überzeugen, weiteres Geld nach Griechenland zu schicken. Wer solchen hirnverbrannten Unsinn schreibt, muss blind und taub sein.

      1. Die meisten Medien zelebrieren den „Schuldkult“, kommen mit ollen Nazikamellen oder Geschichten von Hunger und Not.

        Der Grundgedanke ist stets, die Ablenkung von den wichtigen Fakten und Hilfestellung für Merkels Politik der fortgesetzte Untreue.

        Die BILD ist auch Teil des Spiels, von hier kommt ab und an Alibikritik, ohne jeglichen Willen die Bevölkerung über das wahre Ausmass, des durch nichts legitimierten Raubzugs, der „EU Partner“ aufzuklären

    4. Ich gebe Klaus Recht. Das war reinste Propaganda. Alles, was den Griechen hätte peinlich werden können, wurde weggelassen. Die Existenz der Gelder in der Schweiz wurden bezweifelt, Analysen der Wirtschaftswissenschaftler, zu denen längst auch Nobelpreisträger gehören, wurden lächerlich gemacht. Zudem wurde die Arbeit der Troika und die Folgen der Sparpolitik falsch dargestellt.
      Vom ursprünglichen Troika-Programm wurde nur ein Minimum umgesetzt – vielleicht 5%. Der Rest wurde NICHT umgesetzt, z.B. alles, was mit Investitionen zu tun gehabt hätte.
      Wie kann man davon ausgehen, dass ein Programm die richtige Wirkung zeigt, wenn nur 5% umgesetzt werden? Und wie kann man da noch Schuldzuweisungen vornehmen? Samaras hatte versucht, nur das umzusetzen, was seiner Wählerklientel möglichst gar nicht oder nur wenig schadet. Die Gewerkschaften haben Investitionen verhindert. Das alles kam nicht vor. Stattdessen die übliche Schuldzuweisung an andere, vorzugsweise an Deutschland. Eine Sendung für rührselige Masochisten, die nicht genug bekommen können von eigener Schuld und Sühne.
      Ich kann’s nicht mehr hören. DAS hilft Griechenland ganz bestimmt NICHT.

      1. Ergänzung:
        Die Sache mit der Troika und den Folgen, die angeblich den Troika-Maßnahmen anzulasten sind, kann man am besten mit der Wirkung eines Zwei-Komponenten-Klebers vergleichen. Niemand würde doch erwarten, dass das Zeugs auch wirklich klebt, wenn man die eine Komponente einfach weglässt. Aber beim Troika-Programm verhält man sich genauso: die Komponenten, die eine Belebung der Wirtschaft hätten bewirken können, wurden weggelassen. Stattdessen wurde nur bei den kleinen Leuten gespart, die Tarifverträge wurden für ungültig erklärt usw. usw.
        Darüber wird nie gesprochen. Man macht die Troika verantwortlich – jedenfalls in der „Anstalt“.
        Ich lehne die gesamte Euro-Rettungspolitik ab, weil ich überzeugt bin, dass die Gemeinschaftswährung für keines der Länder wirklich passt. Aber sich die Troika als Schuldigen auszugucken mit der dahinter erkennbaren Absicht, eine reguläre Gemeinschaftshaftung, also eine echte Transferunion, einzurichten, weil angeblich nur noch mehr Solidarität helfen kann – also DAS ist wirklich Unsinn. Insofern steht diese Sendung ganz im Dienste von SPD, GRÜNE und LINKE.
        Und nun überlegen Sie bitte noch, inwieweit „mehr Solidarität“ gegen den Mangel an Wettbewerbsfähigkeit helfen kann. Als Ergebnis halte ich fest, dass es NICHT hilft und dass deshalb diese ganze Diskussion und diese Sendung samt ihrer Aussage absurd ist, weil sie nämlich von einer verkehrten Basis ausgeht.

  6. Vielen Dank für die Lehrstunde in Deutscher Politik und ihrer selbstgefälligen Darstellungsweise, wie sie von vielen Medien nur zu gerne übernommen wird. Umso mehr ziehe ich den Hut vor den Machern dieser Sendung, die der Deutschen Regierung und vielen Medienvertretern den Spiegel vorhällt.

    Aber anstelle der Regierung die alleinige Verantwortung zu überlassen, möchte ich vorschlagen, dass das ZDF oder eine andere seriöse Institution ein Spendenkonto für die von Kriegsverbrechen betroffenen Griechen einrichtet.
    Meine Familie und ich würden gerne einen ( kleinen) Teil an Hilfe leisten. Sicher würden sich weitere Menschen finden, die dieses unterstützten werden.

    1. Wissen Sie eigentlich, wer den Deutschen beim Ausrauben griechischer Juden sehr gerne geholfen hat (und welches Land bis heute die Aufklärung darüber unterdrückt): es war die griechische bRegierung, es waren griechische Geschäftsleute. Das macht die Greuel der Nazis nicht ungeschehen, und man sollte es auch nicht aufrechnen. Aber es wäre auf jeden Fall ein Stückchen ehrlicher. Informationen darüber finden Sie allerdings nicht in der schablonenhaft schwarz-weißen Anstalts-Sendung. Dafür aber hier: http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kolumne-zu-griechenlands-verbalattacken-griechen-muessen-die-opferrolle-ueberwinden-,10808020,30137050.html

  7. Hallo zusammen
    was für eine Argumentation steckt denn hinter einem Satz wie
    die volkswirtschaftlichen Ausflüge wirkten zwar stimmig,stimmten aber nicht
    was genau stimmte denn nicht?War das gezeigte Diagramm bzgl.der wirtschaftlichen Entwicklung falsch?
    War die Erläuterung der Theorie der rationalen Erwartung falsch?
    Wo genau haben die Kabarettisten VWL Unsinn produziert?
    Was genau hat denn die Regierung Tsipras angeblich schlimmes in nicht einmal ei em halben Jahr denn gemacht.
    Dem Beitrag von Torsten mangelt es ein wenig an Belegen aber dafür enthält er viele Behauptungen!
    Seien sie so nett und klären sie uns auf

    1. Die Rotweinlinke will einfach nicht einsehen, dass Wohlstandsniveau proportional zur Wirtzschaftskraft ist.

      Man greift deshalb gern auf Kredite zurück um die Lücke zwischen Wohlstandsniveau-Anspruch und realer Wirtschaftkraft zu schliessen, nicht nur in Griechenland.

      Sobald die Schulden nicht mehr wachsen können, weil keiner mehr Kredit gibt, ist das Spiel aus.

      Das ist alles was man über Griechenland wissen muss.

      1. Aber eben nicht nur für Griechenland….
        Die Banken / Investoren suchen händeringend nach Schuldnern, die es (mit guter Bonität) kaum noch gibt.
        Sonst wäre der Zins nicht nahe Null!
        Wohin mit der ganzen Kohle?
        Auf ein Sparkonto, wo es dann verfault?
        In einer funktionierenden Marktwirtschaft sind die Unternehmer, die Investieren, um Gewinne zu erwirtschaften, mit denen sie Schulden und Zinsen bezahlen können und selbst auch noch ein Gewinn übrig bleibt, die „natürlichen“ Schuldner.
        Als Unternehmer investiere ich nur, wenn ich auf einen Gewinn Aussicht habe. Und auf einen Gewinn habe ich nur Aussicht, wenn die Kaufkraft, sprich die Löhne steigen. Ansonsten muss vorübergehend der Staat einspringen um den totalen Zusammenbruch zu verhindern.
        Austeritätspolitik ist ein sehr dummes Verbrechen!

      2. Argh… das passt doch alles nicht mehr zusammen, Klaus. Merken Sie das nicht selbst? Wenn jemand Sie darauf hinbweist, dass es sehr wohl extrem viel Kritik an der griechischen Politik gibt, dann hauen Sie raus: äh das…das ist Teil des Spiels!
        Mensch, so haben Sie ja immer Recht, egal was geschrieben wird. Hört sich genial an, aber ist ignoranter Blödsinn. Wachen Sie auf! Sie haben sich da in was verrannt und nein: sie haben nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen!

  8. Seit mehr als zwei Jahren verfolge ich mit zunehmenden Frust, wie im öffentlich rechtlichem Fernsehen und in den Printmedien anstelle einer sachlichen, ausgewogenen und überparteilichen Berichterstattung eine Meinungsmanipulation zur Rechtfertigung der gegenwärtigen Politik der Bundesregierung erfolgt. Unter diesem Aspekt war die Satiresendung „Die Anstalt“ gestern am 31.3. im ZDF ein beglückendes Erlebnis, dass es doch noch Stimmen gibt, die am Beispiel Griechenland das Gemenge an Halbwahrheiten und Täuschungen, dem wir permanent ausgesetzt sind, derart überzeugend auf`s Korn nehmen. Gratulation !

  9. Endlich mal ein anderer Einblick in den Vorgang. Jan Bömermann hat beim ZDF wohl einige wachgerüttelt. Das hätte ich dem OMA Sender ZDF nicht erwartet.

  10. Auch wenn ich es erst in der Mediathek gesehen habe, das war das stärkste Stück im deutschen Fernsehen seit Jahren. Besonders die Schlußsequenz müßte Pflicht-Material für deutschen Geschichtsunterricht werden.

  11. Ich hätte Priol gern zurück. Entsetzlich, diese hölzernen, völlig humorbefreiten Oberlehrer, die in der „Anstalt“ das Volk belehren.

    1. Offensichtlich hat ein Teil des Volkes solch hölzerne Belehrung nötig…

      13.000.000 Leser der Bild sprechen für sich. Es ist kein Vergnügen mit diesen zu sprechen und man muss es aushalten, dass man o-Ton die „Schlagzeilen“ ihrer Zeitung entgegengebrüllt bekommt (eigene Erfahrung).

      1. Vollkommen richtig und in Österreich ist die Krone (Bild im Kleinformat)das selbe Übel.

  12. Die beste „Anstalt“, die ich bisher gesehen habe. Schade, dass unsere Politiker sie nicht sehen wollen. Aber bei denen zählen nur die Banken, nicht die Menschen.

  13. Danke, die gradlinige Ironie schafft Vertrauen in das Konstrukt von Demokratie. Besonders junge Menschen werden ermutigt, sich Geschichte neu zu öffnen! Es ermutigt in der transkulturellen Zusammenarbeit.

  14. Comedy und Satire-Protagonisten als Nachfolger der Hofnarren, haben im Rahmen der heutigen Zwangsbespaßung schon einen kleinen Sympathiekredit
    und dürfen Missstandskritik auch ungestraft ein wenig übertreiben. Wenn die Fakten stimmen, dürfen auch unangenehme Tatsachen anprangert werden.
    Aber dass das öffentliche TV nun solche sozialistisch angehauchte Populisten mit unangemessenen Sendungsbewusstsein auch noch veröffentlicht, ist langsam unerträglich.

    Nicht mal die Tatsachen sind zutreffend. Nicht Deutschland, sondern Italien hat Griechenland überfallen. Einfach mal nachlesen. Hitler hat seinem Kriegspartner erst geholfen als englische und amerikanische Bomber von griechischen Flughäfen aus deutsche Stellungen bombardierten (Rumänien).

    Bevor 79% der Hilfsgelder an Griechenland nur für die Bankenrettung kritisiert werden, einfach mal nachdenken, wo die Ersparnisse der Griechen sich wohl befinden. Bankenrettung ist auch Rettung der griechischen Ersparnisse.

    Wo sind die 115 Millionen DM (rechnerisch 2 Milliarden €) vom 18. März 1960, die zweckbestimmt für griechische Opfer der NS-Herrschaft gezahlt wurden? Warum wurden die nicht an Destimo weitergereicht? Und dann stellt sich natürlich die Frage, wo die an Griechenland überwiesenen 300 Milliarden Euro (70 Milliarden allein aus Deutschland) aus der EU – Schatulle sind, samt bereits geschenkter 100 Milliarden (Schuldenschnitt). Unsere Kleinkünstler leiden wohl an selektiver Wahrnehmung.
    Warum haben die griechischen Regierungen (inkl Tsipras) nicht wenigsten einen Teil der Unsummen an Kriegsgeschädigte weitergereicht, statt sich im eigenen Edelpenthouse am Fuße der Akropolis hochglanzfotographieren zu lassen?

    Und dann ist es auch an der Zeit sich mal über den Umgang mit der Vergangenheit allgemeinverbindlich zu entscheiden. Sind Länder für unendliche Zeiten für die Missetaten ihrer verbrecherischen Ahnen verantwortlich, stellt sich die Frage, wieso Griechenland wegen der Perserkriege kein Geld an den Iran überweist. Oder ein wenig seriöser und näher für den Überfall auf die Türkei 1919, um ein Großgriechisches Reich (Megali Idea) zu gründen? Alles Vergangenheit? Gut dann aber auch bei Deutschland anwenden. Ich bin fast 70 Jahr alt. Meine steuerzahlende Generation hat weder ein Land überfallen noch Zivilisten umgebracht. Schuld ist nicht vererbbar!! Ich möchte endlich, dass meine Steuern in Deutschland verwendet werden. Armutsberichte gibt es auch in Deutschland.

  15. Sehr geehrter Herr Kurowski,

    sie fragen:
    „Warum haben die griechischen Regierungen (inkl Tsipras) nicht wenigsten einen Teil der Unsummen an Kriegsgeschädigte weitergereicht, statt sich im eigenen Edelpenthouse am Fuße der Akropolis hochglanzfotographieren zu lassen?“

    Könnte es sein, dass das Geld schon in den 60 Jahren zuvor aufgebraucht wurde, als man es an die jüdischen und nicht (!) die griechischen Opfer zu gezahlt hatte (Weil Griechen nunmal: -nicht-rassisch-begründete-Opfer der Kriegsführung waren – Juristendeutsch). [facepalm]

    Außerdem sehr schön, wie Sie die Bildzeitungskolumnen zitieren:
    „und sich Penthouse hochziehen…“
    Prof. Dr. Tsipras hat sein Geld nicht in der Politik verdient, sondern als international anerkannter Wirtschaftswissenschaftler, auch in den USA. Er gehört allerdings nicht Chicago-School an, die bis heute darauf wartet, dass auch nur eine einzige ihrer Prognosen zutrifft (z. Bsp. Wenn die Reichen reicher werden, fällt auch was für die Ärmeren ab! – selten so gelacht, schon mal in die USA geschaut).
    Das stört natürlich einige Quereinsteiger ins Fach des Finanzökonomen/ Finanzministers, und da man fachlich nicht rankommt (jenseits von FDP-Wahlsprüchen), wird arrogant von „Hausaufgaben“ getönt.
    Und der Deutsche weiß: Hausaufgaben macht man, wenn der deutsche Oberlehrer es sagt.

    Und natürlich ein Dieter Nuhr Zitat (wenn konservative versuchen intellektuell zu sein): „Perserkriege… = 2. WK in Griechenland“. Hier sei nur darauf hingewiesen, dass die Perser die Griechen überfallen haben und nicht umgedreht… Das kann man jetzt nicht wissen, wenn man sich nur nach dem Film richtet… Aber gerade, wenn man so kleinlich etwas kritisiert, was die Anstalt-Macher gar nicht gesagt haben, sollte man bei so etwas vielleicht korrekter sein. Für die Kriegsgräul waren im Übrigen SS und SD – nicht die Italiener zuständig.

    Beste Grüße von jemanden der viel jünger ist, als Sie es sind, die Bedenken der Griechen – jenseits alles dort ebenfalls betriebenen Populismus – verstehen kann.

  16. Satire soll durch Überspitzung Situationen , menschliches Verhalten etwas greller in ein Rampenlicht rücken und dort darstellen, Handlungen ins lächerliche ziehen und nach dem lachen zum Nachdenken anregen.

    Diese Satiresendung machte nun zu ihrem Ende sehr nachdenklich.

    Ich bin kein Freund der griechischen Reparationsforderungen und lehne diese auch in der seit kurzem vorgetragenen Form ab.

    Es ist gut dass dem deutschem Volk oft und permanent die Taten unserer Grossväter vorgehalten werden damit diese nicht in Vergessenheit geraten und solches nie wieder passiert. Dennoch erwarten wir aber von den Opfern der Taten unserer Grossväter Vergessen.

    Ich bin der Meinung dass es grundsätzlich richtig war das deutsche Volk nicht mehr mit Reparationsforderungen seit der Londoner Konferenz 1953 zu belasten. Wir sehen wohin dieses geführt hat dass wir nicht mit unübersehbaren Forderungen Millionen von Opfern, geschundenen Ländern und Völkern belastet wurden.

    Deutschland ist ein starkes, ökonomisch und politisch stabiles Land, ein sehr reiches Land geworden. Wir sind sehr stolz wie sich unser Land seit dem Ende des 2. Weltkrieges entwickelt hat und sind sehr überheblich geworden . Wir haben vergessen dass uns die geplünderten Völker, die Opfer damaliger Untaten die Hand gereicht haben, unseren Aufbau geduldet haben. Deutschland hat sich prächtig entwickelt, es hat sich wiedervereinigt, es hat mit einem Solidarfond die neuen Bundesländer wieder aufgebaut um das Leben im ‚Osten‘ dem ‚Westen‘ anzugleichen. Wir haben zusammengelegt und ernten seit langem die Früchte dessen. Und das freut uns Deutschen . Keinem europäischem Land geht es so gut wie uns.

    Ich lehne konkrete Reparationszahlungen auf den Groschen genau gerechnet ab. Dieses ist nicht praktikabel da es immer ungerecht sein wird und man immer unbekannte Opfer vergessen wird.

    Wir haben alles gut und solide erledigt in unserem Land. Nun sollen sich andere mit uns freuen. ich würde nach 25 Jahren Solidaritätsaufschlag nun sagen dass dieser vielleicht als Reparationsfond umgenutzt werden sollte. Noch lebende Opfer halbwegs gerecht daraus mit einer Rente entschädigt werden, ein Aufbaufond geschaffen wird der nicht den Banken Ihre Kredite an Staaten wie Griechenland absichert oder rückzahlt sondern den Binnenmärkten oder einem Sozialsystem zugute kommt. Wie wäre es denn wenn Anstatt einer Reparationszahlung an Griechenland eine Verbesserung im Sozialsystem unterstützt wird? Wenn eine Sozialversicherung eine geregelte Absicherung in Griechenland ähnlich Hartz IV schafft, die Leute ihre Grundbedürfnisse abgesichert bekommen, Miete, Strom, Kleidung, Essen?
    Das stärkt doch die Binnenkonjunktur, hilft den Leuten aus dem Elend und wieder auf die Beine. Uns täte es nicht weh wenn der Soli woanders hingeht, es täte es uns auch nicht sehr weh wenn die Mehrwertsteuer um 1% steigt und wir einfach einen kleinen Anteil unserer Wirtschaftskraft anstatt Reparation sinnvoll abgeben.

    Mir tut es sehr weh dass wir unsere Schuld vergessen, neue Schuld aufgebaut haben um bloß nicht das Reparationsproblem nackt und unbezahlbar auf dem Tisch zu sehen- aber nicht auf eine andere sinnvolle Idee kommen die für uns finanzierbar und umsetzbar wäre.

    Der kleine griechische junge hat mich sehr aufgerüttelt

    1. Eine angemessene Annäherung an das Thema, Herr Schomburg
      Allerdings : „Keinem europäischem Land geht es so gut wie uns“
      wird uns eingeredet, um uns weiter zu plündern. Richtig ist, wir haben einen hohen Außenhandelsüberschuss, der von der Arbeit eines Volkes abhängt. Wieviel Geld beim Volk hängen bleibt, ist was völlig anderes.
      Das mittlere Vermögen deutscher Haushalte beläuft sich auf rund 51.400 Euro netto – und liegt damit weit unter dem in Griechenland (101.900 Euro), Frankreich (113.500 Euro), Spanien (182.700 Euro) oder Zypern (266.900 Euro), Luxemburg 366 000 €

  17. Endlich mal ein anderer Einblick in den Vorgang. Jan Bömermann hat beim ZDF wohl einige wachgerüttelt. Das hätte ich dem OMA Sender ZDF nicht erwartet..

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige