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Bertelsmann-Bilanz für 2014: Bildung und Musik als Wachstumstreiber

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe

Der Umsatz von Bertelsmann erhöhte sich 2014 um 3,1 Prozent auf 16,7 Mrd. Euro. Der höchste Umsatz seit 2007, wie der Konzern betonte. Der operative Gewinn (Operating EBITDA) stagnierte bei 2,37 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,31 Mrd. Euro). Unterm Strich fiel das Konzernergebnis von 885 auf 573 Mio. Euro. Wachstums-Hoffnungen ruhen auf den Sparten Bildung und Musik.

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CEO Thomas Rabe zeigte sich zufrieden: „Das Jahr 2014 lief für uns erfreulich: Unser Umsatz ist so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr. Dasselbe gilt für unser operatives Ergebnis, es ist eines der besten der Bertelsmann-Geschichte.“ Das Konzernergebnis wolle er mittelfristig in Richtung einer Milliarde Euro steigern, so Rabe. Ein sportliches Ziel.

Gelingen soll dies vor allem mit dem Bildungsgeschäft, das – ebenso wie das Musikrechte-Geschäft der Bertelsmann Music Group (BMG) – bei der Sparte Corporate Investments einsortiert ist. Allerdings sank der Umsatz bei Corporate Investments 2014 um 6,6 Prozent auf 510 Mio. Euro. Grund: Das ebenfalls hier eingereihte und stark rückläufige Club-Geschäft zieht den Umsatz der Sparte runter. Das Operating EBITDA stieg dank der positiven Entwicklung bei BMG allerdings um satte 120 Prozent auf 44 Mio. Euro.

Als wichtigen Meilenstein bezeichnete Rabe die Übernahme des Online-Bildungsanbieters Relias Learning, die größte Akquisition von Bertelsmann in den USA seit der Übernahme von Random House 1998.

Als Gründe für das weitgehend stagnierende Geschäft in den angestammten Medien-Segmenten nannte CEO Thomas Rabe das rückläufige Geschäft mit Druckereien und Buchclubs, weitere Integrationskosten der Fusion der Verlage Penguin und Randomhouse, Effizienz- und Profitabilitätsprogramme bei Gruner + Jahr und der Dienstleistungssparte Arvato, Wertberichtigungen auf das TV-Geschäft in Ungarn und positive Sondereinflüsse im Vorjahr. Wie das so ist: Gründe gibt’s immer.

Bei der RTL Group stagnieren Umsatz und Gewinn auf hohem Niveau. Der Umsatz des TV-Konzerns lag 2014 bei 5,8 Mrd. Euro, der operative Gewinn bei 1,3 Mrd. Euro. Die RTL Group steuert also nach wie vor deutlich über die Hälfte des Gesamtgewinns des Konzerns bei. Und Musterknabe RTL Deutschland schaffte 2014 sogar wieder ein Rekordergebnis.

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Der fusionierte Buch-Riese Penguin Random House sorgte für ein Umsatzplus von 25,2 Prozent, das Operating EBITDA kletterte hier – ganz ohne „Fifty Shades of Grey“ – von 363 auf 452 Mio Euro. Gewinnbringer seien hier vor allem die US-Verlage mit starken Verkäufen von Kinder- und Jugendbüchern und verfilmten Bestsellern, so Rabe.

Bei Gruner + Jahr sank der Umsatz erwartungsgemäß um 13,3 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Der operative Gewinn bei den Hamburgern ging von 193 auf 163 Mio. Euro zurück. Die rückläufigen Zahlen erklären sich aus dem Verkauf des Druckgeschäfts und den branchenweiten Problemen bei Anzeigen und Vertrieb. Lässt man das abgelegte Druckerei-Geschäft außen vor, sei der operative Gewinn bei G+J stabil, so Rabe. Das Digital-Geschäft sei in den Kernländern um 26 Prozent gewachsen und mache nun 17 Prozent des Umsatzes aus.

Die Dienstleistungssparte Arvato konnte den Umsatz um 6,2 Prozent auf 4,66 Mrd. Euro steigern. Der operative Gewinn sank allerdings leicht von 397 auf 384 Mio. Euro. Schuld seien hier Anlaufverluste für Neugeschäfte und der Margendruck in einigen Geschäftsbereichen.

Die Druck-Sparte, die bei Bertelsmann Be Printers heißt, ist naturgemäß auch rückläufig. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 996 Mio. Euro, der operative Gewinn von 92 auf 64 Mio. Euro.

Das Mediengeschäft ist nach wie vor ertragreich. Hochfliegende Wachstumsziele lassen sich für Bertelsmann aber wohl nur außerhalb des Medienbiz verwirklichen.

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