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Viele Verlierer: die 50 umsatzstärksten Zeitschriften Deutschlands

Die umsatzstärksten Zeitschriften des Landes: Spiegel, stern, Focus, Hörzu und TV Digital (v.r.n.l.)
Die umsatzstärksten Zeitschriften des Landes: Spiegel, stern, Focus, Hörzu und TV Digital (v.r.n.l.)

Auch im Jahr 2014 haben die großen deutschen Publikumszeitschriften wieder weniger Geld im Vertriebs- und Anzeigenmarkt umgesetzt. 21 der Top-25-Titel blieben nach MEEDIA-Berechnungen unter den Vorjahreszahlen, in der Top Ten gibt es nur Verlierer. Die umsatzstärksten Magazine Deutschlands bleiben Spiegel, stern, Focus, Hörzu und TV Digital.

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258,030 Mio. Euro setzte Der Spiegel im Jahr 2014 brutto mit Anzeigen, sowie am Kiosk und per Abo um. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 12,658 Mio. weniger – ein Minus von 4,7%. 2010 lag der Brutto-Umsatz des Wochenmagazins noch bei 298,887 Mio. Euro – 40 Mio. mehr als jetzt. Ähnlich die Situation beim stern: Von 249,823 Mio. im Jahr 2010 ging es auf 201,717 Mio. herunter. Im Vergleich zu 2013 ein Minus von 12,482 Mio. bzw. 5,8%.

MEEDIA errechnet die Zeitschriftenumsätze traditionell zweimal im Jahr aus den Brutto-Werbeumsätzen laut Nielsen, sowie den Brutto-Vertriebsumsätzen aus Abos und Einzelverkauf. Diese Kennziffern übernehmen wir aus der Fachzeitschrift der neue vertrieb. Dort werden aus Abo-, bzw. Copypreis, sowie Abo- bzw. Einzelverkaufsauflage die Brutto-Umsätze in den beiden Segmenten errechnet. Die Zahlen für das Jahr 2014 finden sich in den dnv-Ausgaben 4/2015 und 6/2015.

Der Spiegel blieb dabei in allen drei Teilumsätzen unter den Zahlen des Vorjahres. Der stern gewann immerhin bei den Abo-Umsätzen – dank einer Preiserhöhung im Herbst 2013. Auch das drittgrößte Magazin, der Focus, blieb wie Der Spiegel in allen drei Berechnungsgrundlagen unter den Werten aus 2013.

Die Top 5 wird von der Hörzu und TV Digital komplettiert – wie die Titel auf den Rängen 6 bis 10 erreichten auch sie nicht die Umsätze aus dem Vorjahr. Der erste Gewinner folgt auf Rang 13: Das kostenlose TV-Supplement rtv West gewann laut Nielsen 15,1% bei den Werbe-Umsätzen – und klettert damit von Platz 19 auf 13. Leicht über dem Vorjahr blieb dank gestiegener Abo- und Anzeigenumsätze die Gala, ebenfalls im Plus liegen innerhalb der Top 25 die Sport Bild und die Neue Post. Bei beiden Titeln lag das einzig am Werbeumsatz.

Die deutlichsten Verlierer heißen prozentual gesehen im ersten Teil unseres Top-50-Rankings ADAC Motorwelt und TV Spielfilm: Beide büßten mehr als 10% ihrer Brutto-Umsätze aus 2013 ein. Die ADAC Motorwelt leidet im Werbemarkt offenbar immer noch unter den ADAC-Affären vom Anfang des Jahres 2014, auch TV Spielfilm verlor vor allem bei den Anzeigenumsätzen massiv, während die Vertriebszahlen halbwegs stabil blieben.

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Top 50: Brutto-Umsätze der Publikumszeitschriften 2014
Umsatz brutto* 2014 vs. 2013
2014 absolut in %
1 Der Spiegel 258,030 -12,658 -4,7%
2 stern 201,717 -12,482 -5,8%
3 Focus 154,787 -3,364 -2,1%
4 Hörzu 135,007 -5,598 -4,0%
5 TV Digital 132,535 -4,789 -3,5%
6 Bunte 130,403 -2,137 -1,6%
7 Brigitte 113,014 -5,449 -4,6%
8 Bild der Frau 107,590 -2,798 -2,5%
9 TV Movie 104,556 -5,270 -4,8%
10 TV 14 99,096 -1,225 -1,2%
11 Auto Bild 93,938 -7,260 -7,2%
12 Freundin 81,749 -3,983 -4,6%
13 rtv West 81,315 10,658 15,1%
14 TV Spielfilm 80,839 -9,398 -10,4%
15 TV Hören und Sehen 80,417 -3,947 -4,7%
16 Gala 78,232 1,028 1,3%
17 Freizeit Revue 73,954 -0,088 -0,1%
18 Auto, Motor und Sport 71,790 -4,187 -5,5%
19 Auf einen Blick 71,489 -2,857 -3,8%
20 Sport Bild 64,690 0,166 0,3%
21 InStyle 64,118 -4,277 -6,3%
22 Wirtschaftswoche 61,110 -2,456 -3,9%
23 Neue Post 60,865 2,050 3,5%
24 ADAC Motorwelt 58,855 -8,030 -12,0%
25 Tina 56,427 -1,235 -2,1%
*Brutto-Vertriebsumsatz + Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Datenquellen: der neue vertrieb, Nielsen, MEEDIA / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 folgen ein paar mehr Gewinner: Immerhin zehn Titel blieben über dem Jahr 2013, die Mehrheit von 15 Magazinen erreichte die Vorjahreszahlen hingegen nicht. Die größten Gewinner sind auch hier TV-Supplements: prisma West und rtv Ost verbesserten sich am Werbemarkt um mehr als 20%. Satte 17,2% über dem Jahr 2013 landete Bauers People-Magazin Closer. Es gewann in allen drei Teilsegmenten hinzu – vor allem im Einzelverkauf und Anzeigengeschäft. Abos spielen bei Closer bisher keine große Rolle.

Zu den Gewinnern gehören hier ansonsten vor allem weitere Magazine mit einer weiblichen Zielgruppe: Vogue, Für Sie, Cosmopolitan und Grazia. Auch Super Illu, Das neue Blatt und Die Aktuelle werden vornehmlich von Frauen gelesen und gekauft.

Deutlich abwärts ging es hingegen für die Bravo, die satte 12,1% verlor. Das Plus im Anzeigenmarkt wurde von einem massiven Minus im Einzelverkauf und einem ebenfalls deutlichen bei den Abos pulverisiert. Fast 10% büßte Schöner Wohnen ein, fast 8% Glamour.

Top 50: Brutto-Umsätze der Publikumszeitschriften 2014
Umsatz brutto* 2014 vs. 2013
2014 absolut in %
26 kicker (Montag + Donnerstag) 55,800 -0,674 -1,2%
27 Computer Bild 54,178 -2,160 -3,8%
28 Vogue 51,398 3,852 8,1%
29 c’t 50,708 -2,232 -4,2%
30 Glamour 48,116 -4,099 -7,9%
31 Elle 45,952 -1,905 -4,0%
32 Super Illu 45,932 1,447 3,3%
33 Für Sie 45,420 0,097 0,2%
34 Das neue Blatt 44,387 2,606 6,2%
35 InTouch 41,738 -0,103 -0,2%
36 Cosmopolitan 40,296 2,301 6,1%
37 TV Direkt 38,983 -0,868 -2,2%
38 Schöner Wohnen 38,932 -4,201 -9,7%
39 Grazia 38,778 3,452 9,8%
40 Funk Uhr 38,668 -2,737 -6,6%
41 Die Aktuelle 36,772 3,116 9,3%
42 Landlust 36,162 -1,704 -4,5%
43 Fernsehwoche 36,042 -0,647 -1,8%
44 prisma Gesamt West 35,847 7,087 24,6%
45 Geo 32,589 -1,297 -3,8%
46 rtv Ost 31,608 6,723 27,0%
47 Lisa 29,292 -2,035 -6,5%
48 Closer 28,832 4,239 17,2%
49 Bravo 28,730 -3,953 -12,1%
50 Gong 26,678 -0,287 -1,1%
*Brutto-Vertriebsumsatz + Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Datenquellen: der neue vertrieb, Nielsen, MEEDIA / Tabelle: MEEDIA

Insgesamt verloren die 50 Titel 2,3% ihrer Vorjahres-Umsätze – bzw. 83,6 Mio. Euro: Aus 3,602 Mrd. Euro wurden 3,518 Mrd. Der Blick auf die Umsatzbestandteile zeigt, das vor allem der Rückgang bei den Einzelverkaufsumsätzen in Kiosk, Supermarkt, Tankstelle, etc. deutlich ausfällt: 5,4% weniger setzten die 50 Titel hier um. Bei den Abos ging es um 2,9% herunter, am Werbemarkt nur um 0,6%.

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