Anzeige

„Für Pussy und Bello“: Vier öffentliche Rügen wegen sexistischer Werbung

imgo4.jpeg
Der Werberat hat vier öffentliche Rügen wegen sexistischer Motive ausgesprochen

Der Deutsche Werberat hat vier Unternehmen wegen frauenfeindlicher Werbemotive gerügt. Die nackten Frauenkörper hätten nichts mit den beworbenen Produkten zu tun und würden auf degradierende Art und Weise als Blickfang genutzt. Die Unternehmen hatten Kritik aus der Bevölkerung zuvor ignoriert.

Anzeige
Anzeige

Anfang März hatte der Deutsche Werberat bereits seine Bilanz für das Jahr 2014 vorgelegt: Insgesamt sind 14 öffentliche Rügen ausgesprochen worden, allesamt wegen sexistischer Werbung.

Am Donnerstag verteilte die Selbstkontrollinstanz der Branche schon die nächsten öffentlichen Rügen: Die vier Unternehmen hätten sich trotz Beschwerden aus der Bevölkerung uneinsichtig gezeigt und weiterhin Frauenkörper als Blickfang und ohne erkennbaren Zusammenhang mit den beworbenen Produkten genutzt. Daraufhin rügte der Werberat die Firmen öffentlich.

Die Autowerbung des Tierhaus-Landhof Tiernahrung und Landhandel aus Grevesmühlen (Meckenburg-Vorpommern) zeigt eine Frau in Unterwäsche neben Hund und Katze – und schrieb dazu: „Frischfleisch gibt es bei uns… für Pussy und Bello.“ Der Werberat stufte diese Kombination „als schweren Verstoß gegen seine Verhaltensregeln gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen ein“, da der Eindruck erweckt werde, das weibliche Model sei ebenso zu kaufen wie der Tierbedarf und zudem werde die Frau durch das Wort „Frischfleisch“ zum Objekt degradiert.

imgo (1)

Bei der Werbung der URR GmbH Universal Rohrreinigung & Kanalsanierung aus Nürnberg, die mit dem Slogan „Service rund ums Rohr“ wirbt, werde das weibliche Hinterteil „ohne jeglichen Bezug zur Dienstleistung als reiner Blickfang missbraucht“. Ähnliches gilt für das Motiv der Lift Reith GmbH; auch dieses Motiv samt Slogan stufte der Werberat als frauenherabwürdigend ein.

Anzeige

imgo (2)

imgo (3)

Die vierte Rüge gegen den Lokalsender Radio EINS des Funkhauses Coburg betrifft das Anzeigenmotiv unter der Überschrift „Mehr muss man nicht anhaben! Die meisten 80er und die Hits von heute.“ Zu sehen ist der nur mit einem BH bekleidete Oberkörper einer Frau, deren obere Kopfhälfte fehlt. Entscheidend sei hier nicht, wie der Werbungtreibende seine Werbung verstanden wissen will, sondern wie sie von den Betrachtern wahrgenommen wird, betont der Werberat.

imgo (4)

Alle vier Unternehmen hatten die Kritik an ihren Motiven zunächst ignoriert – dies sei allerdings die Ausnahme, betont Julia Busse, Geschätfsführerin des Deutschen Werberates: „Angesichts einer Durchsetzungsquote von 93 Prozent im 1. Quartal 2015, in denen der Werberat Unternehmen zur Änderung oder Absetzung ihrer Werbung anhalten konnte, sind diese vier ein Randphänomen.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*