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Sondersendungen zum Germanwings-Absturz stoßen auf großes Interesse

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Das tragische Flugzeugunglück in Südfrankreich hat erwartungsgemäß viel Millionen Deutsche bewegt. Sie informierten sich auch im Fernsehen über die Ereignisse. 5,93 Mio. sahen den 48 Minuten langen "Brennpunkt", der damit das meistgesehene TV-Programm des Tages war. N24 und n-tv übersprangen teilweise die 3%-Marktanteils-Marke.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Dienstag wissen müssen:

1. „Brennpunkt“, „ZDF spezial“ & Co.: Großes Interesse an Unglücks-Sendungen

Fast 6 Mio. sahen also den überlangen „Brennpunkt“ zum Unfall des Germanwings-Flugzeugs. Auch in den jüngeren Zielgruppen war die ARD-Sondersendung das meistgesehene Programm des Tages: mit 2,61 Mio. 14- bis 59-Jährigen (14,5%) und 1,67 Mio. 14- bis 49-Jährigen (14,1%). Das „ZDF spezial“ erreichte direkt vor dem „Brennpunkt“ – ebenfalls mit einer Länge von über 45 Minuten – 4,37 Mio. Menschen (15,0%). Bei RTL informierten sich die Menschen vor allem in „RTL aktuell“, die „News-Spezials“ blieben bis auf das um 18 Uhr allesamt unter der 10%-Marke.

2. Infosender holen mit Live-Berichterstattung überdurchschnittliche Zahlen

Bei solch dramatischen Ereignissen schlägt natürlich auch immer die Stunde der Infosender N24 und n-tv. Hier können sie zeigen, dass sie neben dem Abspielen von Dokus auch das können, wofür sie ursprünglich standen: Nachrichten senden. Tatsächlich schalteten auch mehr Leute als Sonst die Sender ein: N24 erreichte mit seinen Sendungen in der Mittagszeit Marktanteile von bis zu 3,1%, n-tv welche von bis 3,3%. Phoenix blieb unter der 2%-Marke, landete aber auch über seinen Normalwerten.

3. „In aller Freundschaft“ stärkstes Nicht-Info-Programm, Hitler-Doku im ZDF mit wenig Interesse

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Direkt im Anschluss an den „Brennpunkt“ erreichte die Krankenhaus-Serie „In aller Freundschaft“ fast genau so viele Zuschauer: 5,76 Mio. Leute sahen zu – 18,3%. Offenbar suchten die Leute also nach den dramatischen Informationen über den Flugzeugabsturz Zerstreuung mit einer Serie. Das ZDF kam um 20.15 Uhr mit seiner Doku „Die Suche nach Hitlers Volk“ hingegen nicht auf sonderlich gute Zahlen: 2,44 Mio. sahen zu – schwache 7,6%.

4. Großer Erfolg für Sat.1-Krimikomödie „Einstein“

An einem solchen Tag gehen die Quoten-Erfolge mit Nicht-Infoprogrammen logischerweise etwas unter. Sat.1 darf sich dennoch freuen, denn die Krimikomödie „Einstein“ war ein voller Erfolg. 3,37 Mio. sahen insgesamt zu – ein Marktanteil von 10,8%. Der eigenproduzierte Film war damit das stärkste 20.15-Uhr-Programm abseits des „Brennpunkts“ – vor ZDF, RTL, etc. Bei den 14- bis 59-Jährigen (2,48 Mio. / 14,1%) und den 14- bis 49-Jährigen (1,60 Mio. / 13,8%) reichten die Zahlen sogar für den jeweiligen zweiten Platz der Tages-Charts – jeweils hinter dem „Brennpunkt“. RTL blieb bei 14-49 mit „CSI“ und „Bones“ bei schwachen Zahlen von 10,4% und 9,8% hängen, ProSieben kam mit „Two and a half Men“ auf 11,0% und 12,3%, mit „The Flash“ und „Gotham“ auf 11,5% und 10,2%.

5. RTL II extrem stark mit „Trödeltrupp“ und „Baurettern“, „Game of Chefs“ mit neuem Minusrekord

Bei den drei Sendern der zweiten Privat-TV-Liga setzte sich RTL II klar durch. Die beiden Doku-Soaps „Der Trödeltrupp“ und „Die Bauretter“ machen den Dienstagabend immer mehr zum erfolgreichsten Abend des Senders. „Der Trödeltrupp“ lief ab 20.15 Uhr bei 1,04 Mio. 14- bis 49-Jährigen, „Die Bauretter“ ab 22.15 Uhr immerhin noch bei 630.000. Das entsprach Top-Marktanteilen von 9,0% und 9,8%. Die Vox-Show „Game of Chefs“ fiel mit 500.000 jungen Zuschauern und 4,3% hingegen auf einen Tiefstwert, „Rosins Restaurants“ landete bei kabel eins mit 470.000 und 4,1% sogar noch dahinter.

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums, der 14- bis 49-Jährigen und der 14- bis 59-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Mit Innehalten, Trauer um die Geschehnisse ist Respekt zu zeigen.
    Für Interpretation ist es zu früh. Laudationen auf einen Flugzeugtyp deplatziert.
    Gabor Steingart , Handelsblatt, schreibt heute: » Die Fremdvergabe von Wartungsdiensten, das Anheuern von Piloten mit weniger Flugstunden, die im Vergleich zur Mutter Lufthansa doppelt so alten Maschinen der Germanwings, das sind keine Maßnahmen, die Vertrauen bilden.«
    http://goo.gl/0gf6qs
    Die Berichterstattung, die aus einer Tragödie einen Event zelebriert, ist zu rügen. Akteure aus Politik und Wirtschaft, die ein Unglück nutzen, um die sich in Vordergrund schieben, die Aufmerksamkeit auf sich lenken, gebührt Missachtung.

  2. Natürlich ist dieser Unfall eine Tragödie , wie jeder Unfall bei dem geliebte Mensch ihr Leben verlieren. Jedoch wenn auf der Autobahn ein Mercedes 180 einen Unfall baut wird auch nicht gleich die ganze Baureihe von Mercedes in Frage gestellt. Dieses Flugzeug ist eines der sichersten , das es gibt.
    Also lasst doch bitte die Kirche im Dorf.
    Bei dem Riesenaufkommen an Flügen liegt man immernoch bei unter 1.000 Toten im Jahr . Selbst durch Fahrradunfälle kommen mehr Menschen ums Leben.

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