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Trotz vermeintlichem Vertrauensverlust von TV-Nachrichten: „Tagesschau“ mit steigenden Zuschauerzahlen

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Totgesagte leben länger: Trotz der massiven Kritik an der Ukraine-Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen TV-Nachrichten, der vermeintlichen Bedrohung durch das Internet und dem grundsätzlichen Vertrauensverlust unter dem die öffentlich-rechtlichen Nachrichten leiden, konnte vor allem die "Tagesschau" in den ersten drei Monaten des Jahres Zuschauer dazu gewinnen.

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Nach einer Auswertung der Marktforschungsfirma Media Control verbesserte sich das Nachrichten-Flaggschiff der ARD bei den absoluten Zuschauerzahlen ein wenig. Die „heute“-Sendung im ZDF um 19 Uhr blieb praktisch stabil.

Die „Tagesschau“ um 20 Uhr steigerte sich von durchschnittlich 5,29 Millionen Zuschauern (Marktanteil: 17,1 Prozent) pro Ausgabe im Jahr 2014 auf aktuell 5,36 Millionen (17,4 Prozent). Die „heute“-Sendung um 19 Uhr lag dieses Jahr im ZDF bei 4,07 Millionen (16,0 Prozent) nach 4,06 Millionen (16,1 Prozent) vor Jahresfrist. „RTL aktuell“ büßte hingegen von 3,86 Millionen (16,1 Prozent) auf 3,57 Millionen (14,9 Prozent) ein.

Geringfügiger fielen die Veränderungen bei Sat.1 und RTL II aus, die auch ihre Nachrichtensendungen parallel zur Hauptausgabe der „Tagesschau“ ausstrahlen. Sat.1 hatte durchschnittlich 1,65 Millionen (1,63 Millionen) Zuschauer bei seinen Hauptnachrichten ab 19.55 Uhr, RTL II 950.000 (970.000) mit seinen „RTL II News“ um 20 Uhr.

Die Gewinne der „Tagesschau“ im Ersten sind auch auf Verbesserungen beim jüngeren Publikum zurückzuführen. Bei der Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren stieg der Wert von 1,33 auf 1,36 Millionen, bei den ganz jungen zwischen 14 und 29 Jahren von 190 000 (7,0 Prozent) auf 230 000 (8,8 Prozent). Nach Marktanteilen ist in dieser Altersklasse hier „RTL aktuell“ trotz der Verluste mit 13,5 Prozent top, die „RTL II News“ liegen mit 11,2 Prozent auch noch vor der „Tagesschau“.

Diese Ergebnisse stehen in einem interessanten Widerspruch zu anderen Untersuchungen, die eigentlich eine Abwendung der Zuschauer von den Hauptnachrichten der TV-Nachrichten vermuten lassen könnten. So kam gerade erst eine Forsa-Studie zu dem Ergebnis, dass die meisten Zuschauer darüber besorgt sind, das die Fernseh-Nachrichten immer drastischer würden. Demnach hätten 38 Prozent der Befragten das Gefühl, dass „Tagesschau“, „heute“ & Co. in letzter Zeit immer schlimmer würden. Besonders gilt dies für Ostdeutsche (45 Prozent), für Frauen (41 Prozent) sowie für Zuschauer im Alter von 30 bis 44 Jahren (44 Prozent).

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Die Studie belegt weiter, dass permanent beunruhigende News psychologische Folgen für die Zuschauer haben: 68 Prozent derjenigen, die die Nachrichten zunehmend als schockierend empfinden, bekennen: Die aktuelle Entwicklung macht uns Sorgen.

Auch an der Einseitigkeit vieler Beiträge, vor allem im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Kritik. „Tagesschau“-Chef Kai Gniffke reagierte bereits und kündigte Veränderungen an: Es könne darauf hinauslaufen, dass die Redaktion in Zukunft die Zahl der Themen reduzieren wird, um die verbleibenden ausführlicher aufzubereiten. „Die Möglichkeiten für jedermann, unsere Arbeit zu überprüfen und nachzurecherchieren, haben sich durch das Internet und soziale Netzwerke erheblich ausgeweitet“, so Gniffke.

Grundsätzlich büßten die traditionellen Medien wie Zeitschriften, Zeitungen, Fernseh- und Rundfunksendern in der deutschen Bevölkerung kräftig an Vertrauen ein. Das traditionelle Trust Barometer von Edelmann maß hier gerade ein Minus von elf Prozent auf 66 Prozent, innerhalb eines Jahres.

Trotzdem all diesen Untersuchungen scheinen die Menschen bei „Tagesschau“, „heute“ & Co. nicht ab-, sondern eher einzuschalten.

Mit Material von dpa

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Alle Kommentare

  1. Absolute Unsinn ich schaue Tagesschau um zu sehen was für Lügen erzählen die heute !
    USA liefern Waffen für Ukraine , für alle tv Sender ist das nicht interessant das die damit dem 3 Weltkrieg starten. Nein es ist wichtig das Schröder sich getrennt haben !
    Leute was soll diese Unsinn !
    Lügen Medien !

  2. Das Vertrauen in den Journalismus schrumpft eher, wenn man keinen Satz geradeaus schreiben kann. In diesem Text sind Kommata nach Mikado-Prinzip verteilt, und der letzte Satz haut auch nicht hin. Beschämend.

  3. Ohne absoluten Wert ziemlich sinnfreie Zahlen.

    Evt. schalten auch mehr Leute den TV garnicht mehr ein. Die ARD Zuschauer merken ja meist erst etwas später das sie zum Narren gehalten werden…

    1. Absolute Werte sind enthalten. Bitte lesen. Ihr müsst lernen euch mit Fakten zu beschäftigen, dann kommt das Differenzieren von ganz allein. Ich glaub an euch!

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