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Und die größten Loser vom #Fingergate in dieser Woche sind …

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Mit Ablauf dieser Woche ist hoffentlich dann auch mal gut mit Fingergate. Zum Schluss nominieren wir nochmal die größten Verlierer der Stinkefinger-Affäre rund um „Günther Jauch“, Yanis Varoufakis, Jan Böhmermann und die Bild. Und sonst in diesem Wochenrückblick: die „Game of Thrones“-Sause in Great Britain, der Hype um die Sonnenfinsternis und leckere Wutburger.

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So, jetzt hat es das Fingergate des griechischen Finanzministers (Genitiv!) Yanis Varoufakis also auch in den Economist geschafft! Aber wer sind eigentlich die größten Loser dieser hysterischen Festspiele. Da wäre wohl mit weitem Abstand

auf Platz 1 Yanis Varoufakis himself.

Nicht nur, dass er seinen Mittelfingerzeig vergessen hat wie der deutsche Finanzminister 1999, dass er von dem Waffenhändler Schreiber eine 100.000 Mark Parteispende in bar erhielt – Varoufakis beharrt zudem darauf, noch nie in seinem Leben den Mittelfinger gezeigt zu haben. Und dann hält er auch noch die sensationell gelungene Jan-Böhmermann-Satire auf sein Fingergate offenbar für bare Münze. Einen anderen Schluss lässt seine Antwort in diesem Reuters Video nicht zu. Gegenüber der Bild hat ein Sprecher von Varoufakis gesagt, der Minister habe zum Zeitpunkt als er von Reuters auf das Böhmermann-Video angesprochen wurde, nicht gewusst, dass es sich bei der ZDF-Ausstrahlung um eine Satire handele. Dabei spricht die Reporterin in dem Video es noch an, dass es sich um ein Satire-Video und bei Böhmermann um einen Komiker handelt.

auf Platz 2 i & u TV, die Produktionsfirma von „Günther Jauch“.

Als schon überall Ungereimtheiten des Böhmermann-Videos kursierten, entblödete sich die Jauch-Firma nicht, noch eine Pressemeldung in die Welt zu schicken, in der sie von Böhmermann und dem ZDF „Beweise“ für die Echtheit der Fake-Behauptung fordern. Hätte man da nicht wenigstens ein kleines bisschen warten können, bevor man sich wieder so blamiert? Nicht ein kleines bisschen? Hätte man – um ganz vorne zu beginnen – die Sendung nicht ein bisschen besser vorbereiten können, die Gäste besser auswählen, besser moderieren, den doofen Stinkefinger-Ausschnitt weglassen können? Hätte man nicht? Nein? Na, gut.

auf Platz 3 die Bild.

Und zwar nicht wegen ihrer unangenehm auftrumpfenden Berichterstattung darüber, dass das Stinkefinger-Video doch echt ist, sondern wegen solch miesepetriger, verdrehender Tweets von Bild.de-Chef Julian Reichelt:

Böhmermann diskreditiert nicht, er betreibt Aufklärung.

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Über die Festungsmauern des London Tower huschten die Schatten von Drachen, großformatige Lautsprecher verbreiteten die Erkennungsmelodie von Game of Thrones in einer akustischen Endlosschleife, und ein 200 Meter langer Teppich wurde von Lagerfeuern und TV-Scheinwerfern erleuchtet: Bei der Weltpremiere der fünften Staffel von Game of Thrones ließen es HBO und Sky am Mittwoch richtig krachen. 1.000 aus Europa und den USA geladene Gäste sowie ein Großaufgebot an Darstellern der mittelalterlichen Fantasy-Serie feierten den Erfolg der aufwändigen Produktion des US-Bezahlsenders HBO, der ebenso wie Sky seinen CEO für ein Grußwort zum Event entsandt hatte. Die pompöse Veranstaltung war zugleich eine eindrucksvolle Leistungsshow des Pay TV und ein Signal an die Konkurrenten vom Free TV. Denn mit der auch kommerziell lukrativen Serie haben HBO und Sky Maßstäbe gesetzt und deutlich gemacht, dass solche Highlights ihren Abonnenten lange vor der Verwertung im frei empfangbaren Fernsehen exklusiv zur Verfügung stehen. Auch bei den deutschen Qualitätsmedien hat man die Zeichen der Zeit offenbar erkannt: Spiegel, FAZ und SZ schickten Redakteure ins Londoner Klein-Westeros, um das Event zu covern – so etwas wäre vor Jahren, als der damals unter dem Namen Premiere firmierende Sender noch als chancenloser Exot belächelt wurde, wohl kaum denkbar gewesen.

Na, die Sonnenfinsternis überlebt? Och jo, war ja bloß „partiell“. Hätten die lieben Medien nicht so ein Riesen-Buhei veranstaltet (Augen schützen!), es wäre vermutlich kaum aufgefallen. Allerdings gab es auch bei der Sonnenfinsternis so ein kleines Fake-Gate. Nämlich das angebliche Foto einer Sonnenfinsternis von der Internationalen Raumstation aus geschossen. Das Schweizer News-Buzz-Portal Watson.ch hat mit der gebotenen Selbst-Ironie aufgeschrieben, wer in der Schweiz alles darauf reingefallen ist.

Bildschirmfoto 2015-03-20 um 16.14.33

Überall diese verdammten, trügerischen Bilder! Die Medien haben es echt nicht leicht.

Ganz ohne spektakuläre Fake-Fotos über die Sonnenfinsternis zu berichten ist schwierig. Dass es geht, zeigte der Guardian. Das ist nicht spektakulär, aber lustig:

Und zum Schluss noch das finale Twitter-Fundstück der Woche zu den Blockupy-Protesten anlässlich der Einweihung des neuen EZB-Towers in Frankfurt (Update: Wie das Bildblog freundlicherweise mitgeteilt hat, ist das Foto schon etwas älter. Danke für den Hinweis!):

Bon appetit und schönes Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Na, Herr Winterbauer, dass Sie offensichtlich ein verkappter Grieche mit großem Herz und SPD-Parteibuch sind, lässt sich ja nun nicht mehr verheimlichen. Erklären Sie mir doch mal diesen „Alter-Käse-Hinweis“ auf das Schreiber-Geld. Aber dass Sie als gelernter Journalist der Jauch-Redaktion vorwerfen die wunderbare „Stinkefinger-Vorlage“ des Protagonisten gesendet zu haben, lässt mich doch ganz stark an Ihren Qualitäten zweifeln. Immerhin weiß die Nation jetzt, dass der Mann es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Erst mal nachmachen.

  2. Für mich ist „Jauch(e) Günther“ der größte Loser, weil er ein wichtiges politisches Thema, seinen Gast und seine Sendung der Lächerlichkeit preisgegeben hat.

  3. Der größte Loser ist ja wohl eindeutig die Jauch-Redaktion… Die haben ihre eigene Marke beschädigt, indem sie sich schlimmer (!) als die BILD-Zeitung verhalten haben, indem sie aus purer Effekthascherei den ausgestreckten Mittelfinger des damals-noch-nicht-griechischen-Finanzministers völlig aus dem Zusammenhang gerissen haben! Das sagt eigentlich alles über Günther Jauch & seine Sendung.

    1. Im Gegenteil, es ist ne journalistische Bestleistung aalglatte Rhetorik-Profis dazu zu bringen offensichtlich zu lügen.

      Hätte die Jauch-Redaktion so etwas z.B. mit einem deutschen CDU/CSU Politiker geschafft, die Leute, die jetzt Kritik üben, würden sich gar nicht mehr einkriegen vor Begeisterung.

      Da Deutschland noch nicht ganz so moralisch verkommen ist wie Griechenland würden solche Lügen hier allerdings auch zum sofortigen Rücktritt führen.

      Herrn Varoufakis hält auf EU Ebene jedenfalls keiner mehr für glaubwürdig, ein Verdienst von Jauch.

      1. „Da Deutschland noch nicht ganz so moralisch verkommen ist wie Griechenland… “

        Allein diese Aussage diskreditiert Sie leider völlig! Was sind das denn für Vergleiche…

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