Mobiler Nachrichten-Traffic: 60 Prozent Websites, 40 Prozent Apps

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Publishing Die Deutschen informieren sich immer öfter via Smartphone über das Weltgeschehen. Die Top-20-News-Anbieter holen bereits fast 40% ihres Traffics mobil. Doch wie geschieht das? Mit Apps oder mobilen Websites? MEEDIA hat sich die aktuellen IVW-Zahlen angeschaut. Ergebnis: Apps sind besser als ihr Ruf.

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Am Donnerstag haben wir aus den IVW-Daten analysiert, dass mobile Angebote eine immer wichtigere Rolle bei den Online-Nachrichten spielen. 38,6% des Gesamt-Traffics erzielte die Top 20 des IVW-News-Rankings im Februar bereits mobil – ein Rekordwert und ein Plus von 7,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Spannend ist nun natürlich die Frage, wie dieser Traffic entsteht, welche Angebote die Leute also nutzen. Apps? Oder mobile Websites? Journalistische Apps, auf die sich viele Verlage stürzten und darin einen großen Hoffnungsträger – auch für neue Umsätze – sahen, werden vielerorts schon abgeschrieben. Zu recht? Auch für diese Analyse haben wir wieder die Top-20-Nachrichten-Anbieter (Liste hier) genommen und die Zahlen ihrer einzelnen mobilen Websites und Apps zusammen gestellt.

Eins der Ergebnisse: Websites sind beliebter als Apps. 60,4% der etwas mehr als 400 Mio. mobilen Visits erzielten die 20 Kontrahenten mit ihren mobilen Websites. 39,6% entfallen demnach auf Apps. Ein dennoch beachtlicher Anteil, der zeigt, dass Nachrichten-Apps alles andere als tot sind. Dafür spricht auch die Entwicklung der vergangenen Monate und Jahre, denn der App-Anteil am News-Traffic ist weitgehend stabil, pendelte in den vergangenen 12 Monaten zwischen 38,2% und 43,0%. Eine Entwicklung zugunsten mobiler Websites ist jedenfalls nicht erkennbar:

News_MEWs_vs_Apps

Die tatsächlichen Zahlen des mobilen Nachrichtenkonsums – insbesondere von Websites – dürften noch darüber liegen. Denn: Die IVW misst als mobile Visits nur die auf mobilen Websites und Apps. Besucht ein Nutzer aber eine herkömmliche, nicht explizit mobile Website mit seinem Smartphone-Browser, zählt dieser Besuch nicht als mobiler Visit. Durch Weichen beeinflussen manche Anbieter ihre Zahlen, lenken die Leser gern mal auf die stationäre Website und nicht automatisch auf die mobil optimierte Seiten. Derzeit lässt sich mit den Visits der herkömmlichen Websites ja schließlich mehr Geld verdienen als mit den mobilen Angeboten.

Spannend ist der Blick auf die Einzelzahlen der Anbieter. Hier werden die unterschiedlichen Strategien und Erfolge sichtbar. So verfügen alle 20 Konkurrenten über mobile Websites, aber nur 14 über Apps, bzw. lassen deren Zahlen von der IVW messen. Die Giganten bei den mobilen Websites sind Bild.de mit 98,7 Mio. Visits (Februar), Spiegel Online mit 30,0 Mio. und Focus Online mit 15,5 Mio. Bei den Apps heißt die Nummer 1 Spiegel Online mit 43,0 Mio., Platz 2 geht hier an n-tv, das auf 40,0 Mio. Visits kommt. Auf Rang 3 folgt wiederum Focus Online mit 33,6 Mio. Bild.de erzielt 17,4 Mio. Visits mit Apps, hat aber ja auch eine Paid-App-Strategie, die größeren Traffic verhindert. Von den 14 Anbietern mit Websites und Apps erzielen vier mehr Traffic mit Apps als mit Websites: Focus Online, n-tv, N24 und Spiegel Online.

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