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Schnappatmung einstellen: ZDF erklärt Böhmermanns #Varoufake-Coup offiziell zur Satire

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler, Yanis Varoufakis, Jan Böhmermann
ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler, Yanis Varoufakis, Jan Böhmermann

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler hat sich in Sachen Stinkefinger-Fake-Fake gegenüber Spiegel Online geäußert und klargestellt, dass das Video, in dem Komiker Jan Böhmermann behauptet, das Stinkefinger-Video des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis gefälscht zu haben. Böhmermann landete mit dem treffsicheren Witz den bislang größten Coup seiner Karriere.

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ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler versucht auch ein bisschen lustig zu sein und sagte gegenüber Spiegel Online: „Wir sehen uns gezwungen, das Neo Magazin Royale zukünftig als Satiresendung zu kennzeichnen. Für die Moderation des „heute journals“ wird Jan Böhmermann sicherheitshalber vorerst ausgeschlossen.“

Damit kann Medien-Deutschland die kollektive Schnappatmung nach der Veröffentlichung des Böhmermann-Videos vorerst wieder einstellen. Das ZDF hatte zuvor offenbar schon gegenüber der Bild-Zeitung vertraulich durchblicken lassen, dass das Video Satire ist – vermutlich um noch Schlimmeres zu verhindern.

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Spiegel Online twitterte die „Nachricht“, dass das Böhmermann-Video ein Witz ist am Donnerstag Vormittag als Eilmeldung. Kurze Zeit später wurde der Tweet gelöscht.

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Alle Kommentare

  1. Böhmermann ist nur aufmerksamkeitsgeil. Zuerst wollte er Stefan Raab in Rente schicken und zeigen, daß er Leute besser verarschen kann, dann die Nummer mit dem geklauten Foto, wo er sich erst als armes Opfer und dann doch wieder mit TV-Macht nachtretender Macker dargestellt hat, nun das. Nee, ich finds nicht witzig, ist für mich dasselbe wie irgendeine Facebook- oder Youtube-15-Minuten-Ruhm-Ente. Und der Typ ist sowas von selbstverliebt…

  2. Ich weiß nicht, woraus sich für den Autor und v.a. das Meedia-Lektorat aus der seit Jahren offensichtlichen satirischen Ausrichtung der Böhmermann-Show zwingend ergibt, dass das Böhmermann-Video ein Fake sein sollte.

    Die Titanic als Satiremagazin hat etwa bei Wetten Dass…? eine Buntstiftwette laufen gehabt, hat eine Schwarzgeldgeschichte der CDU getürkt, einen Fackelmarsch von Rechten aufs Brandenburger Tor usw. usf. Alles Satire.

    Und selbst wenn das zielgerecht zurechtgebogene Missverständnis von Satire, das Meedia hier augenscheinlich vorsätzlich zu kreieren sucht, zutreffen sollte, hätte sich ein Redaktor die Frage stellen müssen: Weiß der Himmler wirklich mehr als wir?

    Die Überschrift ist so oder so hinfällig und Beweis, dass in der deutschen „Journalisten“-Landschaft nur noch eine Devise zählt: Schnell eine polarisierende Schlagzeile! Bestenfalls sollte das Meedia-Team (als gemeinhin doch etwas kundigere Metajournalisten) deutlich gewissenhafter agieren als die Bildreporter und NDR-Krakeeler dieser Welt. Die Indizien-, wenn nicht gar Beweislage spricht nach wie vor stark dafür, dass das Mittelfingervideo eine Fälschung ist. Da mag bei Meedia zeitweise der Verstand aussetzen und durch ein Rummanipulieren ersetzt – allerdings gereicht dies Meedia eben nicht gerade zur Glaubwürdigkeit. Es sei denn, Meedia selbst versucht sich seit neuestem als satirisches Format. Sechs, setzen.

    1. Varoufakis behauptet, dass bei Jauch gezeigte Video sei gefälscht. Dann muss er Belege dafür bringen. Wie bei jeder Behauptung, die aus guten Gründen angezweifelt wird (diverse Untersuchungen, die offenbar gründlich waren, legen ja die Echtheit nahe.

      Fest steht, dass von Varoufakis keinerlei Belege gekommen sind. „Die Indizien-, wenn nicht gar Beweislage spricht nach wie vor stark dafür, dass das Mittelfingervideo eine Fälschung ist.“ schreiben Sie. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

      Wer sich zwei- oder dreimal so verhält wie Varoufakis, bei dem stelle ich zumindest meine Ohren auf Durchzug. Aber keine Sorge: Wir hören jetzt von Merkel und Schäuble ein paar Starksprüche, damit die AfD nicht zu stark wird. Zum Schluss, allen Beleidigungen Deutschlands zum Trotz, werden diese Leute wieder Geld bekommen. Ich hoffe es nicht, befürchte es aber.

  3. Also, dass der griechische Finanzminister ein deutsches Millionenpublikum belogen hat, interessiert ja wohl weniger als irgendwelche Dönekens mit J. Böhmermann?

  4. Herr Ulrich Schulze,

    ich bitte Sie. Herr Böhmermann und seine Sendung ist genau das, was die teils verkrustete Programmstruktur in den Ö-R aufzuweichen vermag. Eine Sendung, die eine Zielgruppe anspricht (und auch da ankommt), die noch nicht im Rentenalter angekommen ist. Man muss sich eigentlich viel eher wundern, weshalb das ZDF mit dem Rundfunkbeitrag, den alle Haushalte zahlen, nicht noch viel mehr intelligente, junge Menschen wie Herrn Böhmermann, der nun eindrucksvoll mit köstlicher Satire alle an der Nase rumführte, bezahlt und zeigt und das auf einem halbwegs erträglichen Sendeplatz.

  5. Liest hier eigentlich jemand Korrektur? Was soll bloß dieser Satz bedeuten?

    „ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler hat sich in Sachen Stinkefinger-Fake-Fake gegenüber Spiegel Online geäußert und klargestellt, dass das Video, in dem Komiker Jan Böhmermann behauptet, das Stinkefinger-Video des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis gefälscht zu haben.“

    Vier Zeilen und nichts gesagt. Glückwunsch!

  6. Ich kann garnicht an mich halten vor überraschter Erregtheit…

    Hat außer Medienaffen eigentlich überhaupt irgendjemand diesen Schafscheiss wahr- und/oder ernstgenommen?

  7. Böhmermann ist kein Komiker, kein Comdedian, er ist ein Quatschkopp. Man muss sich wundern, dass das ZDF mit den öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühren so eine Firgur bezahlt.

  8. Die Frage an das ZDF bleibt, was haben gepushte (als Pressemitteilung/Vorankündigung veröffentlichte) Lügen mit Satire zu tun ?

    Hätte Böhmermann nur in seiner Sendung behauptet, er hätte Jauch ein falsches Video untergeschoben, dann wäre das absolut ok.

    Wie gesagt, man kann nicht alles unter „Satire“ laufen lassen, nur um den Pressekodex nicht beachten zu müssen.

    Kann man natürlich schon, nur macht man sich dann selbst zum absoluten Lügenmedium

    1. Beim Lesen Ihrer Behauptungen stelle ich mir schon besorgt die Frage, an welcher Universität Sie Journalistik oder ein vergleichbares Fach studiert haben. Wieso soll Böhmermann versucht haben, den Pressekodex zu umgehen? Der legt die publizistischen Grundsätze für die jounralistische Berichterstattung fest und hat folgende 16 Punkte zum Inhalt:

      Ziffer 1 – Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
      Ziffer 2 – Sorgfalt
      Ziffer 3 – Richtigstellung
      Ziffer 4 – Grenzen der Recherche
      Ziffer 5 – Berufsgeheimnis
      Ziffer 6 – Trennung von Tätigkeiten
      Ziffer 7 – Trennung von Werbung und Redaktion
      Ziffer 8 – Schutz der Persönlichkeit
      Ziffer 9 – Schutz der Ehre
      Ziffer 10 – Religion, Weltanschauung, Sitte
      Ziffer 11 – Sensationsberichterstattung, Jugendschutz
      Ziffer 12 – Diskriminierungen
      Ziffer 13 – Unschuldsvermutung
      Ziffer 14 – Medizin-Berichterstattung
      Ziffer 15 – Vergünstigungen
      Ziffer 16 – Rügenveröffentlichung.

      Zu den verschiedenen journalistischen Genres – sachlicher Bericht, Reportage, Kommentar oder satirischer Glosse – trifft er jedoch keine inhaltlichen Aussagen. Gerade bei satrischen Genres ist es aber der von Polemik, Ironie, Komik, überraschenden Pointen oder feuilletonistischen Elementen geprägte Charakter, der sie von einem auf Tatsachenbehauptungen beruhenden Bericht oder einer Meldung unterscheidet. Was Satire zur Sprache bringt, sind meist typische Unsitten oder Marotten des Alltags, die sprachlich überspitzt, aus ungewöhnlichen Perspektiven oder mit vorsätzlich gewollten Bedeutungsverschiebungen oder -gewichtungen so „aufgespießt“ werden, dass sie komisch wirken. Daher ist die verpackte „Moral“ oder Botschaft meistens versteckt, und der Gegenstand wird meist nicht direkt kritisiert. Und begründen Sie doch bitte einmal, wieso man auf die an Peinlichkeit nicht zu überbietende Sendung des Populisten Jauch und seiner ebenso peinlichen Studiogäste nicht nicht mit Satire reagieren darf?

      1. Was sie nicht verstehen wollen, diese „Satire“ Magazine bei den ÖR sind nix anderes als Kampfinstrumente der politischen Klasse um die Opposition im Lande mit Schweinesystem-Methoden anzugreifen und mundtot zu machen.

        „Satire darf alles“ und muss sich so praktischer Weise an keine journalistischen Regeln halten. So kann man wunderbar und ohne jedes Risiko den politischen Gegner angehen.

      2. Bestes Beispiel dafür ist die Heuteshow und deren Umgang mit der AfD. Jedenfalls war es früher mal so, als ich die noch gesehen habe.

  9. Liebes Meedia-Team, auch an Euch der nett gemeinte Hinweis: Was Ihr meint, nennt sich „Scoop“. Das sollte ein Medienmagazin eigentlich wissen. Ein „Coup“ ist ein Staatsstreich und das läge wohl selbst Jan Böhmermann fern 😉

    1. Ein Staatsstreich heißt „Coup d’État“. Ich möchte ungern den Duden zitieren, aber nach diesem ist ein Coup ein „[frech und] kühn angelegtes, erfolgreiches Unternehmen“.
      Ich kann mich auch erinnern, diesen Begriff in dieser Bedeutung schon gehört zu haben.

    1. Sehr schade, dass man ausgerechnet der ekelhaften Bild vorher einen Hinweis gibt. Kai Diekmann hätte die Gelegenheit doch bestimmt wieder genutzt, um sich auf Twitter sofort zum Affen zu machen.

      1. Keine Sorge, Diekmann und Reichelt haben sich auf Twitter zum Affen gemacht. Es war köstlich.

  10. Böhmermann und sein Team hatten dieses Spielchen zuvor schon erfolgreich an Stefan Raab und „TV Total“ ausprobiert. Das war quasi der Testballon für die BTF.

    Es ist kein Wunder, dass das ZDF nun hart zurückrudert, was bleibt Ihnen auch anderes übrig? Man kann davon ausgehen, dass dadurch auch eine rechtliche Lawine losgetreten wurde und nun muss man sich eben distanzieren.

    Vielmehr sollten sich BILD, SPON, das Team von Günther Jauch und Co. entschuldigen und mal kurz inne gehen, wie künftig mit „Quelle: Internet“ umzugehen ist.

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