Anzeige

Neue Studie: Warum immer mehr Menschen im Job dopen

Job.jpg

Drei Millionen Deutsche putschen sich regelmäßig mit Medikamenten auf, um im Job leistungsfähig zu bleiben. Zu dieser Erkenntnis kommt eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Weitere Gründe sind Stressabbau und Ängste. Ausgerechnet Top-Manager und Kreative sind am wenigsten betroffen.

Anzeige
Anzeige

Die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten hat demnach zugenommen. Innerhalb von sechs Jahren sei der Anteil der „gedopten“ Beschäftigten von 4,7 auf 6,7 Prozent gestiegen. Für die Studie haben Forscher die Arzneimitteldaten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten analysiert und zusätzlich mehr als 5.000 Berufstätige im Alter von 20 bis 50 Jahren befragt. Außerdem wurden diese Daten noch mit den DAK-Umfrageergebnisse aus 2009 verglichen.

Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Experten gehen von bis zu fünf Millionen Deutschen aus, die leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Substanzen zu sich nehmen. Jeder Zehnte sei zudem generell der Einnahme solcher Substanzen gegenüber aufgeschlossen. Zu den Auslösern zählen vor allem Ängste und Stress (60,6 Prozent). Vier von zehn Befragten erklärten, vor wichtigen Präsentationen Mittel zur Beruhigung einzunehmen. 34 Prozent gaben an, Medikamente gegen Depressionen zu nehmen. Jeder Achte schlucke Tabletten gegen Tagesmüdigkeit, rund elf Prozent nehmen zudem Betablocker ein.

Das Bild des dopenden Top-Manager zerstört
Anzeige

Männer nehmen in erster Linie Mittel zu sich, um leistungsfähiger zu sein und nach der Arbeit noch genug Energie für Sport und Freizeit zu haben. Frauen hingegen nehmen Medikamente, um emotional stabiler zu sein. Kurios: Manager und Kreative gehören nicht zu denen, die am häufigsten zu Substanzen greifen. Es gilt: Je einfacher der Job und je unsicherer die Anstellung, desto höher das Risiko. Laut DAK sind es unter den Hochqualifizierten nur 5,1 Prozent, die Medikamente zur Leistungssteigerung nehmen. Bei Menschen mit einfachen Tätigkeiten seien es rund 8,5 Prozent.

Mehr als jeder Zweite bekommt laut DAK-Report für die entsprechenden Medikamente ein Rezept vom Arzt. Jeder Siebte erhält Tabletten von Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen, und jeder Zwölfte bestellt sie ohne Rezept im Internet. Dabei zeigen die Mittel oft nicht die gewünschte Langzeitwirkung. Im Gegenteil: Nebenwirkungen können Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Schwindel und Auswirkungen auf die Psyche sein. Effektiver für die Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit sind demnach regelmäßiger Sport und eine gesunde Ernährung.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. seit wann gehören denn medikamente gegen depressionen zu leistungssteigerndem doping bitte schön? ein bisschen differenzierter wäre schön…

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*