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Fragen Sie Dr. Geo: Gruner startet neue Edel-Heftreihe mit Gesundheits-Nutzwert XXL

Michael Schaper
Michael Schaper

Heute liegt mit Geo Wissen Gesundheit ein Vertreter der Engel-Generation aus Gruners Geo Gruppe erstmals am Kiosk. Die neue Reihe, die sich mit großen Volkskrankheiten befasst, erscheint zweimal im Jahr und ist ein Ableger des Geo-Ablegers Geo Wissen. 190.000 Exemplare wurden gedruckt, 80.000 bis 100.000 will der Verlag auf die lange Strecke verkaufen. Der Launch ist vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil Geo damit erstmals einen reinen Nutzwert-Titel startet. MEEDIA sprach mit Chefredakteur Michael Schaper über Geo und "Rücken".

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Die erste Ausgabe von Geo Wissen Gesundheit zeigt eine nackte Frau von hinten zum Thema „Rückenleiden“. Wollen Sie stern und Focus jetzt das Wasser abgraben?

Michael Schaper: Das Thema Gesundheit haben wir bei Geo schon seit Jahren im Blick, wir sind nur bisher einfach nicht dazu gekommen, eine Heftreihe dazu aufzulegen. Wir nehmen uns mit Geo Wissen Gesundheit nun die großen Volkskrankheiten nach und nach monothematisch vor. Das unterscheidet uns vom stern, der immer mal wieder Gesundheitsthemen macht, aber natürlich auch vieles andere.

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Wenn Geo ein Thema wie „Rücken“ aufgreift, was ist die GEO-spezifische Herangehensweise?

Wir haben versucht, in der Breite und Tiefe alles zum Thema „Rücken“ anzubieten, was man in einem populärwissenschaftlichen Magazin präsentieren kann. Dafür haben wir u. a. mit Chefärzten und anderen wissenschaftlichen Beratern zusammengearbeitet, etwa mit einem renommierten Rückenzentrum in Hamburg. In der Breite ist uns so hoffentlich kein einziges Thema entgangen, und der Tiefe beschreiben wir Vieles sehr viel genauer, als man das in einem General-Interest-Magazin finden würde. Die Krankheitsbilder und Therapien, die wir vorstellen, die Möglichkeiten der Prävention und Übungen zu Rückenschmerzen, das findet man so detailliert in keinem anderen Heft.

Der Detailreichtum ist in der Tat beeindruckend. Es gibt Geschichten zu speziellen Krankheitsbilder wie Myofaziales Schmerzsyndrom oder Osteoporotische Wirbelbrüche. Wollen die Leute das wirklich so genau wissen?

Wir gehen davon aus, dass das Heft zu einem hohen Prozentsatz von Menschen gekauft wird, die betroffen sind. Jedes Jahr gehen 20 Millionen Deutsche wegen Rückenproblemen zum Arzt. Das ist eine unglaubliche Zahl. Die haben sehr viele unterschiedliche Beschwerden, und wir wollten für jeden Einzelnen Inhalte anbieten. Jeder, der Rückensbeschwerden hat, soll in diesem Heft etwas finden, das ihn persönlich angeht.

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Der Heftpreis ist nicht unerheblich: 11,50 Euro ohne, 16,50 Euro mit DVD. Die Grenzen zum Buch sind fließend …

Das ist auch bei Geo Epoche oder Geo Kompakt so. Wir sind mit diesen Heftreihen genau an der Grenze von Magazin und Buch. Geo Wissen Gesundheit soll ebenfalls ein Longseller werden. So lange es keinen medizinischen Fortschritt gibt, der eine Aktualisierung notwendig macht, wird dieses Heft am Kiosk in dieser Form erhältlich sein, bzw. nachgedruckt werden. Sollte es aber zum Thema Rücken wichtige neue Therapien oder Erkenntnisse geben, wird das Heft aktualisiert und dann neu herausgebracht.

Der Unterschied zu Geo Kompakt oder Geo Epoche ist, dass es sich bei Geo Wissen Gesundheit um Nutzwert handelt. Geo Epoche oder Geo Kompakt nimmt man gerade am Bahnhofskiosk gerne als Reiselektüre mit. Geo Wissen Gesundheit verspricht nicht so viel Lesespaß unterwegs. Denn in diesem Heft muss man sich mit Krankheiten auseinandersetzen.

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Wir haben auch in Geo Wissen Gesundheit einige unterhaltende Elemente, etwa wenn Hans Zippert eine Rückenschule besucht. Aber es stimmt, das Heft hat nicht so einen unterhaltenden Charakter wie Geo Epoche oder Geo Kompakt. Das ist keine leichte Reiselektüre, sondern etwas, das wir bei Geo so noch nie gemacht haben: richtig harter Nutzwert, aber mit höchster Verständlichkeit. Darum gibt es auch dieses Heft auch nicht im Abonnement. Kein Mensch will alle Volkskrankheiten im Abo haben. Die Zielgruppen werden sich von Heft zu Heft extrem unterscheiden.

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Haben Sie Marktforschung betrieben?

Nein, es gibt hier keine Marktforschung, sondern nur unser Bauchgefühl, dass das funktionieren wird. Wir haben uns in der Geo-Gruppe noch nie monothematisch mit  dem Thema Gesundheit befasst,  und fanden es nun an der Zeit.

Wie viele Volkskrankheiten haben Sie denn identifiziert – gibt es genügend, dass die Erscheinung der Reihe auf Jahre hinaus gesichert ist?

Wir haben eine Shortlist von zehn Volkskrankheiten. Die werden dann natürlich auch spezieller, und uns ist auch bewusst, dass sich ein Heft zum Thema Krebs vermutlich nicht besonders gut verkaufen wird. Wir werden dieses Heft eines Tages aber trotzdem machen, weil es in diese Reihe gehört und es ein wichtiges Thema ist. Meine Erfahrung zudem aus anderen Heftreihen ist, dass einem auch weitere Themen einfallen, wenn die Reihe erst einmal läuft.

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Glauben Sie, den Ärzten wird es lieber sein, der Patient kommt von Dr. Geo statt von Dr. Google?

Die Erfahrung aller Ärzte ist, dass Patienten heutzutage sehr viel besser informiert sind als noch vor 15 Jahren. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, wird aber problematisch, wenn Patienten Informationen von obskuren Websites in die Praxis mitbringen. Wir wollen diesen Menschen die Chance geben, mit Medizinern quasi auf Augenhöhe zu reden, ohne dass die Patienten die Ärzte nerven. Die Texte, die wir drucken, sind aufwändig geprüft und von Medizinern gegengelesen. Zudem nehmen uns wir in jedem Heft verschiedene Mythen aus dem Internet vor und widerlegen sie.

Welchen Rückenmythos haben Sie im aktuellen Heft entzaubert?

Da gibt es zum Beispiel eine Theorie, wonach eine fehlerhafte Pulsation der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit – umgangsprachlich: des „Hirnwassers“ – für Rückenschmerz verantwortlich ist, die man durch leichte Berührungen am Kopf therapieren könne. Schwache Studienlage, umstrittene Wirkungsweise. Ziemlich gaga.

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Alle Kommentare

  1. Endlich mal ein Beitrag der nicht dazu einläd sich zu fragen ob Sie mit sich und der Welt auf Kriegsfuß stehen. Das ist schön.

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