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Neustart der Zeit Akademie: Netflix für Wissenschaft

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Neustart für die Zeit Akademie: Unter der Regie der neuen Chefin, Angela Broer, soll das Geschäft mit dem lebenslangen Lernen kräftig ausgebaut werden. Der spannende strategische Ansatz dabei: hochwertiger Wissens-Input, unterteilt in praktische 20 Minuten-Happen, als intellektuelle Freizeitbeschäftigung. Fern sieht diese Zielgruppe eh nicht mehr. So können sich klassische Zeitleser und Young Professionals auch nach dem Job weiterbilden, ohne gelangweilt zu werden. Also ein Netflix für Wissensschafts-Themen auf Uni-Niveau.

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Im Herbst des vergangenen Jahres gründete die Zeit ihr Akademie-Geschäft aus. Broer übernahm das Kommando. Aus den damals drei Mitarbeitern sind bereits sechs geworden. Zum Ende des Jahres plant die neue Chefin mit rund zehn Stellen. „Unser Ziel ist es aus der Akademie ein langfristiges, substantielles Geschäft zu machen. Wir wollen die bedeutendste deutsche Bildungsplattform im Bereich des lebenslangen Lernens aufbauen.“

Tatsächlich ist die Hamburgerin davon überzeugt, dass es längst den Bedürfnissen vieler Menschen entspricht in ihrer Freizeit weiter zu lernen und sich vertiefend mit bestimmten Themen zu beschäftigen. Diesen Menschen will die Zeit Akademie das richtige Futter für ihren Lernhunger liefern.


Trailer zum Archäologie-Seminar

Wichtig ist den Machern dabei, dass das neue Menü nicht zu trocken gerät, sondern abwechslungsreich und bunt. Die Seminare sollen dabei auf universitärem Niveau, aber auch mit einem gewissen Entertainment-Faktor serviert werden. „Hochkarätige Dozenten erklären den Zeitlesern ihr Fach, ein Zeitredakteur hakt nach und stellt die Fragen der Zuschauer“, fasst die Managerin zusammen.

Praktisch bestehen die Seminare aus DVD-Boxen in denen die jeweiligen Themen in 20-Minütige Kapitel unterteilt sind. An dieser Grundausrichtung will Broer nichts ändern. Allerdings soll die Gesamtlänge der Pakete verringert und das Produktionsniveau massiv erhöht werden.

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Einen ersten Einblick dafür liefert die neueste Produktion zum Thema Archäologie. Professor Hermann Parzinger begibt sich für die Zeit Akademie auf eine „Reise durch die Menschheitsgeschichte“. Der Preis für die DVD-Box liegt bei 99 Euro. Der Online-Zugang (Streaming) kostet 79 Euro.

Das Verhältnis zwischen DVDs und Digital soll sich in absehbarer Zeit jedoch ändern. „In unserer Wachstumsstrategie denken wir die digitalen Kanäle von Anfang an mit. Natürlich werden wir immer auch DVDs verkaufen. Aber dieser Bereich wird im Laufe der Zeit sicher abnehmen. Wo die Menschen unsere Inhalte sehen, soll uns egal sein. Deshalb bauen wir auch gerade eine vollkommen responsive Webseite auf. So wird die Akademie ein Streaming-Kanal für die unterschiedlichsten Bildungsthemen“, erklärt Broer.

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Eines der nächsten Seminare beschäftigt sich Professor Onur Güntürkün mit dem Gehirn

Bis es soweit ist, dauert es aber noch etwas und bis dahin will Broer vor allem zuhören, ausprobieren und selber lernen. „2015 ist für uns ein Test-Jahr. Wir haben zwölf Monate Zeit, um herauszufinden, was unsere Zielgruppe will und wer überhaupt alles unsere Zielgruppe ist.“ Im Visier der Hamburger sind der klassische Zeitleser, aber auch insbesondere Young Professionals. Also Menschen, die gerade aus dem Studium gekommen sind, aber bereits genügend eigene Kaufkraft haben und bei denen noch ein recht hohes wissenschaftliches Restinteresse besteht. Beide Schichten sind – nach Einschätzung von Broer – auf der Suche nach einer Alternative für die Flimmerkiste. „Lineares Fernsehen ist tot. Vor allem in gehobenen Bildungsschichten. Davon werden wir hier auch sehr stark profitieren“.

Sollte es Broer im ersten Jahr gelingen „zwischen tausend und zehntausend“ Kunden zu gewinnen, wären sie zufrieden. „Wir arbeiten und denken wie ein Startup und sind glücklich, wenn wir besser wissen, welche Themen und Formate unsere Nutzer wollen und wie wir diese digital aufbereiten müssen.“

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Alle Kommentare

  1. Ich selbst bin Studentin und habe einige Seminare (damals kostenlos über e-fellows möglich, nun wohl leider nicht mehr) der Zeit Akademie gesehen (Islam, Ernährung, Geschichte des 20. Jahrhunderts). Ich fand dies tatsächlich ein tolles Angebot: spannend, abwechslungsreich und unterhaltend. Ich denke die Zeit Akademie würde auch bei den Studenten eine ordentliche Zielgruppe finden.

    Leider ist der offizielle Preis wohl tatsächlich nur auf Leute „mit genügend eigener Kaufkraft“ ausgerichtet. Es ist ja ein schönes Ziel “ die bedeutendste deutsche Bildungsplattform im Bereich des lebenslangen Lernens“ aufzubauen. Lernen kann dann aber wohl auch nur der, der bereits zur gehobenen Bildungsschicht gehört und über das entsprechende Kleingeld verfügt. Schade!

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