Anzeige

Presserat rügt Bild wegen der Veröffentlichung einer Vergewaltigungs-„Trophäe“

Der Presserat kontrolliert die Medien unter ethischen Gesichtspunkten
Der Presserat kontrolliert die Medien unter ethischen Gesichtspunkten

Bild und Bild.de führen wieder einmal die Liste der vom Presserat gerügten Medien an. Drei der sieben öffentlichen Rügen gehen an Springers Boulevard-Marke. In einem Fall wegen einer gravierenden Verletzung der Würde eines Vergewaltigungs-Opfers. Bild habe ein Foto veröffentlicht, das der Täter während der Tat als "Trophäe" angefertigt hatte.

Anzeige
Anzeige

Der Täter habe sich und das Opfer während der Tat mit seinem Handy fotografiert, so der Presserat. Bild und Bild.de haben den Artikel mit diesem Foto illustriert. Darauf war das Gesicht des Opfers zwar verfremdet. Der Beschwerdeausschuss sah darin dennoch einen Verstoß gegen die Ziffern 1, 8 und 11 des Pressekodex.

Eine weitere Rüge gegen Bild.de sprach der Ausschuss aus, weil die Online-Plattform das Foto eines Mordopfers veröffentlicht, ohne es zu verfremden. „Damit verstieß es gegen Richtlinie 8.2 des Pressekodex, nach der die Identität von Opfern besonders zu schützen ist“, so der Presserat.

Die dritte Bild-Rüge gab es für Bild Hamburg. Die Regionalausgabe hatte über den Mordprozess gegen einen 16-Jährigen berichtet und dabei mit Vorname, abgekürztem Nachname und Wohnort genannt, sowie mit einem Porträtfoto gezeigt worden. Dies verstoße gegen den Pressekodex (Ziffer 8, Schutz der Persönlichkeit, Richtlinien 8.1 und 8.3), laut dem die Identität von Kindern und Jugendlichen besonderen Schutz genieße – auch bei schweren Straftaten.

SHZ.de bekam zudem eine Rüge, weil ein Angeklagter in einem Mordprozess und dessen Vater identifizierend dargestellt worden war.

Anzeige

Die drei restlichen Rügen gab es wegen Schleichwerbung: Die Goslarsche Zeitung berichtete über ein Nutzfahrzeug – und zwar mit einem Beitrag, der einen Tag zuvor bereits im Rahmen einer Anzeigen-Sonderveröffentlichung erschienen war und der auf einem Pressetext des Herstellers beruhte.

Die beiden Bauer-Zeitschriften Welt der Wunder und TV Hören und Sehen haben einen Artikel über „Kombinations-Präparate zur Behandlung von Erkältungskrankheiten veröffentlicht und ausführlich die Vorzüge dieser Produkte dargestellt. Direkt beigestellt war den Artikeln jeweils eine Anzeige für ein Präparat, das genau die Wirkstoffe enthält, die in dem redaktionellen Beitrag positiv hervorgehoben worden waren.“ Auch das gab jeweils eine Rüge.

Insgesamt sprach der Presserat diesmal 7 öffentliche Rügen, 17 Missbilligungen und 42 Hinweise aus. 78 Beschwerden wurden als unbegründet erachtet.

 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Rügen ist zu wenig. Damit wischt sich der Diekmann doch seinen bornierten Hintern ab.
    Die Betroffenen Medien sollten dazu verpflichtet werden Rügen gegen sie auf der Titelseite zuzugeben.
    Weiter müssen vor allem bei „Bildtypischen“ Vorkommnissen wie oben beschrieben, Verkaufsverbote ausgesprochen werden.
    Erst ein Tag, bei wiederholter Mißachtung, zwei oder mehrere.
    Es ist hinreichend belegt und ohne Zweifel, das die Bild“Zeitung“ betreffend ihrer Produzenten keinerlei charakterliche Eignung besitzt ein Medium zu sein das im öffentlich Raum feil geboten werden kann und sollte.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*