Keine Macht den Hatern: Presserat will, dass sich Medien mehr um Leser-Kommentare kümmern

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Publishing Der Deutsche Presserat hat den Pressekodex mit Blick auf den digitalen Wandel ergänzt und erweitert. So betont der Presserat nun, dass die Presse auch die Verantwortung für Nutzer-Beiträge, vulgo: Leserkommentare, trägt. Redaktionen müssten Verstöße gegen die Presseethik auch in Kommentarspalten beseitigen, sobald sie von diesen erfahren.

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Eine weitere Änderung besagt, dass unter Pseudonym veröffentlichte Online-Nutzerbeiträge auch als Leserbrief in einer Printausgabe veröffentlicht werden können, wenn auf die Quelle hingewiesen wird. Eine weitere neue Richtlinie hält außerdem fest, dass bei Online-Veröffentlichungen eine Richtigstellung mit dem ursprünglichen Beitrag verlinkt sein soll bzw. dass sie, wenn sie in dem Beitrag selbst erfolgt, kenntlich gemacht wird.

Der Presserat will mit diesen Änderungen auf „onlinespezifische Anforderungen“ reagieren. „Die Überarbeitung des Pressekodex war notwendig, da durch spezifische Erscheinungs- und Veröffentlichungsformen in Online-Medien neue presseethische Fragestellungen aufgeworfen werden“, erläuterte Presseratssprecher Tilmann Kruse die Kodexergänzung. „Mit den neuen Richtlinien trägt der Presserat den Entwicklungen im Online-Bereich Rechnung.“

 Den kompletten, überarbeiteten Pressekodex finden Sie hier auf der Website des Presserats.

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Alle Kommentare

    1. Den Pressecodex finde ich gut, er hat mir bei meiner Arbeit als Journalist schon sehr viel geholfen.

      Es hat sich durch online-Kommentierung sehr viel geändert. Vor allem die Einstellung zur Meinungsfreiheit. Wer anonym veröffentlicht und nicht den Mut hat, mit seinem Namen für seine Meinung einzustehen, beschädigt meiner Auffassung nach die Meinungsfreiheit. Eine Meinung ohne Urhebernennung entfaltet in einer offenen pluralistischen Gesellschaft sogar Bedrohungspotenzial. Leider verspüren viele Menschen an diesem Bedrohungspotenzial eine gewisse Lust. Das finde ich schlecht, weil es nicht dem Guten und nicht dem Frieden dient.

  1. ich würde sagen, das kommt gute 10 jahre zu spät, in denen ich ua. so gut wie jede redaktion mit entsprechenden beschwerden bombardiert habe.

    aber: den zeitungen waren die klicks eben mehr wert als ihr guter ruf. heute müssen sie eben mit dem schlechten leben. so verfrühstückt man den ast, auf dem man eben noch gemütlich hocken konnte für ein linsengericht …

    1. doch, man kann wissen, daß die die sind, die die BLÖD regelmäßig für ihre schweinereien tadelt. man kann natürlich auch sagen „alles idioten ausser mir“, was sie ja gerade eindrucksvoll getan haben.

  2. Moin von der Nordseekűste!

    Jetzt kann man auch sagen, die Zensur ist auch bei den Internet-Kommentaren angekommen.

    Eine kleine Ecke, wo der kleine Bundesbürger sich noch äußern konnte, wird tot gemacht – der Meinung des Volkes ein Maulkorb verpasst.

    Wann hat der deutsche Michel genug?
    Wann platzt die Bombe. PEGIDA war nur ein erster Schritt…

    Viele Grüße

    Ihr(e)URU = http://meedia.de/2015/03/12/keine-macht-den-hatern-presserat-will-dass-sich-medien-mehr-um-leser-kommentare-kuemmern/

    zzz_2015-03-13_Freitag_gg.05.34_h

    +++

  3. Klar. Schaffe eine Grundlage und der Deutsche (hier die Medien) führt aus. 70 Jahre haben sie sich die Finger wund geschrieben, wie schrecklich und überhaupt, „wehret den Anfängen.“
    Wie sagte Oskar Lafontaine, mit solchen Tugenden kannst du auch ein KZ führen. Sie wissen es, halten aber ihre Rezipienten für blöd. Die sind lange aufgewacht. Ihr hättet erst gar keine Foren einführen sollen.
    Nur noch lächerlich das Ganze.

  4. Kommt etwas spät, aber gut… Zum Glück für ein paar Kommentatoren hier verlangt der Pressekodex nicht, dass kommentierende Leser Ahnung haben müssen vom Thema zu dem sie kommentieren 😉

    1. Gesegnet sei die Dressurelite welche uns doofen Hatern erklärt wo der Bartel den Most holt.

      Zumindest solange bis in die „Bewerbungsphase“ entlassen wird mangels Umsätze … und das ist auch GUT so, liebe Qualitätsjournalist_X_*Innen

  5. Dann kommentier ich doch gleich mal: dass die Presse verallgemeinert Schwierigkeiten mit Kritik hat, sei sie berechtigt oder nicht, hat sich ja in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Andererseits hat der Pressekodex bisher nicht verhindert, dass die Presse sich als Manipulations- und Meinungsmachermedium versteht – bis in die unterste ethische Schublade, Ich erinnere nur zu gern an den Spiegel Artikel: „Eine Krankheit namens Mann“ – im Sexismus dass, was einst der Stürmer im Rassismus war, die gleiche Perfidie. Auch hier fand das der Presserat in Orndung und „wissenschaftlich). Auf Grund dieser eigennützigen ethischen Kriterien soll jetzt das Kommentieren kontrolliert werden? Ich sehe immer noch schwarz für jede Qualitäts- und Zahlinitiative der Medien. Wer zur Zeit Geld zahlt für Pressemeldungen, ist wirklich selbst schuld.

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