Anzeige

Der People-Markt vor dem People-Launch: alle Player und ihre Auflagen

cover1.jpg

Große Print-Magazin-Launches sind in Zeiten des Internets seltener geworden. Bauer versucht es seit Donnerstag mit einer Weltmarke: People. Das Blatt stößt in ein Segment, das nicht gerade auf neue Konkurrenz gewartet hat - insbesondere in den vergangenen 12 Monaten aber erstaunlich stabile Auflagen verzeichnete.

Anzeige
Anzeige

Die Nummer 1 im People-Segment, das so heißt wie der – in Deutschland – jüngste Mitbewerber, heißt seit Ewigkeiten Bunte. Keiner der Angreifer konnte Burdas Bestseller je gefährlich werden. Allerdings: Die Auflagenverluste, die die Magazin-Branche in den vergangenen Jahren erfasst haben, machten auch vor der Bunten nicht Halt. So büßte das Magazin in den jüngsten fünf Jahren fast 20% seiner Verkäufe ein. Aus der siebenstelligen verkauften Auflage, die man bis Ende der 1980er-Jahre noch erreichte, sind inzwischen 519.570 Exemplare geworden. Allerdings: Im Jahr 2014 ging es für die Bunte kaum nach unten: ein Minus von 1,2% zwischen dem viertel Quartal 2013 und 2014 würde sich so manch anderer Titel wünschen.

Sogar leicht zulegen konnte die zweitplatzierte Gala: Um 0,3% wuchs die verkaufte Auflage im Vorjahresvergleich – auf 315.745 Exemplare. Auch Closer, der jüngste Neuzugang im Segment verlor mit 3,0% relativ wenig Auflage. Sogar zulegen konnte OK! zwischen 2013 und 2014 – um satte 10,7%. Allerdings liegt das Magazin mit 110.586 Verkäufen weiter auf Platz 7 der wöchentlichen People-Magazine.

IVW: People-Magazine im 4. Quartal 2014
2014-IV vs. 2013-IV 2014-IV vs. 2009-IV
Platz Titel 2014-IV absolut in % absolut in %
1 Bunte 519.570 -6.462 -1,2 -129.353 -19,9
2 Gala 315.745 1.053 0,3 -4.321 -1,4
3 inTouch 194.704 -32.835 -14,4 -100.557 -34,1
4 Closer 172.111 -5.305 -3,0
5 Grazia 153.962 -10.511 -6,4
6 in 136.093 -33.906 -19,9 -81.651 -37,5
7 OK! 110.586 10.704 10,7 -96.798 -46,7
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Im langfristigen 5-Jahres-Vergleich konnte einzig die Gala ihre Auflage halten, noch mehr als die Bunte büßten hier inTouch, in und OK! ein – jeweils zwischen 34,1% und 46,7%.

Anzeige

Die Auflagenkurven der fünf jüngeren Titel zeigen trotz der 5-Jahres-Verluste von inTouch, in und OK! nicht extrem nach unten. Im Vergleich zu anderen Segmenten erreichen die People-Zeitschriften insbesondere in der jüngsten Vergangenheit recht stabile Auflagen. Auch das wird ein Grund für Bauer gewesen sein, das Projekt People in Deutschland zu forcieren.

Im Übrigen sehen die Zahlen auch nach Abzug von Bordexemplaren, Lesezirkeln und sonstigen Verkäufen nicht dramatischer aus. In den beiden wichtigsten Auflagenkategorien Abonnement und Einzelverkauf in Kiosken, Supermärkten, etc. büßte die Bunte sogar nur 0,1% ein, die Gala 0,3% und Closer 4,5%. OK! liegt hier 11,7% über dem Vorjahr und nur inTouch und Grazia mehr als 10% unter den Zahlen aus dem vierten Quartal 2013. Ansonsten zeigt sich hier, dass insbesondere Bunte, Gala und Grazia auf Flugzeuge, Wartezimmer und Friseursalons setzen – ihre Auflagen bestehen zu großen Teilen aus Bordexemplaren und Lesezirkeln.

IVW: People-Magazine im 4. Quartal 2014 (Nur Abo+Einzelverkauf)
2014-IV vs. 2013-IV 2014-IV vs. 2009-IV
Platz Titel 2014-IV absolut in % absolut in %
1 Bunte 329.923 -250 -0,1 -97.660 -22,8
2 inTouch 184.046 -34.137 -15,6 -105.581 -36,5
3 Closer 156.677 -7.382 -4,5
4 Gala 135.021 -469 -0,3 -53.811 -28,5
5 in 116.535 -7.564 -6,1 -53.805 -31,6
6 OK! 104.837 10.975 11,7 -38.168 -26,7
7 Grazia 83.071 -10.611 -11,3
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Insgesamt lässt sich also konstatieren, dass das People-Segment kaum schrumpft. Zwar verzeichneten Bunte, inTouch, Gala, in und OK! im 5-Jahres-Trend deutliche Auflagenverluste, doch diese wurden durch die Neulinge Closer und Grazia fast komplett kompensiert. Im vierten Quartal 2013 verkauften sich die damals noch fünf Titel 1,69 Mio. mal pro Woche, im vierten Quartal 2013 waren es sieben Titel, die 1,68 Mio. Abnehmer fanden und im vierten Quartal 2014 immer noch 1,60 Mio.

Die entscheidende Frage beim People-Launch dürfte daher nicht nur die sein, ob People in Deutschland funktioniert, sondern auch die, welchen Konkurrenten das neue Magazin Käufer wegnimmt. Denn eins dürfte klar sein: Auflagenverschiebungen zwischen den Titeln sind realistischer als ein Auflagenwachstum für das Gesamt-Segment.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*