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Doppelpass statt Zweikampf: Zeit Hamburg und Tagesspiegel erscheinen mit gemeinsamen Olympia-Sonderseiten

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Publizistischer Wettkampf mal anders: In der kommenden Woche soll die Entscheidung in der Frage fallen, ob sich Hamburg oder Berlin um die Olympischen Spiele bewerben sollen. Der Tagesspiegel und die Zeit haben das zum Anlass einer ungewöhnlichen Kooperation genommen. So erscheinen die Tages- und die Wochenzeitung am morgigen Donnerstag jeweils mit einem gemeinsamen Sonderteil zur Olympia-Bewerbung.

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Unter dem Titel „Olympia – Kampf der Städte“ vergleichen die beiden Redaktionen in Kolumnen, Reportagen und Interviews die Städte in Bezug auf Kultur, Politik und Wirtschaft. So testeten Zeit-Hamburg-Chefin Charlotte Parnack und Sebastian Leber vom Tagesspiegel, welche Türen härter sind. Die vom Berliner Top-Club Berghain oder dem noblen Hamburger Überseeklub.

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Zudem zeigt Harald Martenstein, den sich Zeit und Tagesspiegel ohnehin schon als Kolumnisten teilen, so gar keine klare Kante und schrieb gleich zwei flammende Plädoyers, warum gerade die Elb- oder Spree-Metropole die Spiele verdienen.

So kann sich Martenstein immerhin sicher sein, dass keiner seiner Chefredakteure von ihm enttäuscht ist. Denn sowohl Giovanni di Lorenzo, wie auch die Berliner Blattmacher Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt scheinen fest an die Chancen ihrer Städte zu glauben.

„Haben uns riesig gefreut, dass die Kollegen vom Tagesspiegel die Herausforderung angenommen haben“
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„Nichts gegen Berlin – aber wir Hamburger haben Olympia nötiger, und vermutlich würden wir auch alles pünktlich fertigkriegen“, sagt der Zeit-Boss. Seine beiden Kollegen aus der Hauptstadt widersprechen dem. „Das Stadion haben wir schon – den Rest bekommen wir auch noch hin. Und wer fährt nicht gerne nach Berlin?“.

„Charlotte Parnack hatte die geniale Idee zu einem Wettkampf zwischen den zwei Städten. Wir haben uns riesig gefreut, dass die Kollegen vom Tagesspiegel trotz der sportlich knappen Zeit die Herausforderung angenommen haben“, sagt Patrik Schwarz, Geschäftsführender Redakteur und verantwortlich für die Zeit-Regionalausgaben, gegenüber MEEDIA. „Ein tolles Projekt, das ganz auf unserer Linie liegt, kreativ Zeitung zu machen“, findet auch Arno Makowsky, stellvertretender Chefredakteur des Tagesspiegels, der das Olympia-Special für die Berliner koordinierte.

Insgesamt produzierten die Hamburger und Berliner zusammen zehn Seiten. Wobei die Strecke in der Zeit wegen der besseren Anzeigenauslastung 14 Seiten lang ist.

Für die Hamburger ist das Olympia-Special allein schon deshalb etwas besonders, weil sie erstmals in ihrer rund einjährigen Geschichte ein eigenes Cover in der Metropol-Region bekommen.

Welche Redaktion und welche Stadt nun den Wettkampf gewonnen hat, kann nach Einschätzung von Schwarz, nur die höchste aller journalistischen Instanzen entscheiden: „die Leser“.

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Alle Kommentare

  1. „Publizistischer Wettkampf mal anders“

    Schau an, was hier schon unter Wettkampf verortet wird ist ja interessant. Diese dröge Aktion beweist nur, wie gleichgeschaltet die Blätter alle sind und dem Publikum soll in so einem „Wettkampf“ auch noch angedient werden, wir würden in einer pluralistischen Gesellschaft leben. Die gute alte ND lässt grüßen.

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