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Die Apple Watch ausprobiert: Das taugt Apples erste Smartwatch

Viele Möglichkeiten zur Individualisierung: die Apple Watch
Viele Möglichkeiten zur Individualisierung: die Apple Watch

Seit September haben Apple-Fans gewartet, am Montag hat Apple seine erste Smartwatch in der finalen Version endlich vorgestellt. MEEDIA war vor Ort und konnte Hand an die Apple Watch legen.

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Ist es Mode oder ist es Technik? Diese Frage stellt sich die Techszene, seitdem Apple im September die Apple Watch enthüllte. Denn zum Event hatte der Konzern aus Cupertino neben der üblichen Tech-Journaille auch viele Fashion-Blogger. Aus Marketingsicht war das ein Erfolg. Denn in Folge feierte die Smartwatch ihr Debüt auf etlichen Covern von Modezeitschriften. Dieser Philosophie blieb Apple auch während der Keynote am Montag treu: Die Apple Watch soll abseits der technischen Features vor allem ein Lifestyle-Gadget sein – mit individualiserbaren digitalen Ziffernblättern und unterschiedlich farbigen Gehäusen und Armbändern. Für fitnessverrückte Studenten mit schmalem Geldbeutel bis zum luxusverwöhnten Firmenlenker bietet Apple ein Gerät an, dessen Preise bei 350 Euro beginnen und erst bei 18.000 Euro ihren Höhepunkt finden. Die reine Technik, von der höheren Pixeldichte der 42mm-Version einmal abgesehen, ist bei allen Uhren identisch.

Design hin oder her: Nachdem ich im September zum ersten Mal Hand anlegen konnte an Demogeräte der Apple Watch war ich gespannt darauf, wie sich denn nun die Technik in der finalen Version schlägt. Um es kurz zu machen: Ich bin sehr positiv überrascht, wie flüssig sich die Uhr bedienen lässt. Ob per Touchbefehl, Wischgeste oder über den Zoom mit der seitlich angebrachten Krone: Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Menüs und Apps läuft sehr flüssig. Verzögerungen beim Aufbau von Informationen, etwa in der Standard-Fitness-App, gibt es nicht. Im Innern werkelt ein S1-Chipsatz, der auf dem Niveau eines iPod touch liegt. Da haben Apples Entwickler bei der Umsetzung des iOS-Ablegers für die Uhr wohl ganze Arbeit geleistet. Zumal der Chipsatz auch verhältnismäßig viele Pixel mit Informationen versorgen muss. Zum Vergleich: Die Apple Watch mit dem 38 Millimeter großen Gehäuse hat ein Display mit einer Pixeldichte von 290 ppi verbaut, das größere 42-Millimeter-Modell kommt auf 302 ppi. LGs neue Watch Urbane schafft gerade einmal 245 ppi, die neue Huawei Watch erreicht 286 ppi. Wem das wenig sagt, dem sei versichert: Das Display, gerade das der 42mm-Variante, ist extrem scharf. Pixel lassen sich selbst bei genauer Betrachtung nicht erkennen.

Ungewöhnliche Steuerung, tadellose Verarbeitung

Zweifelsohne ist die neue Art der Steuerung und der gewöhnungsbedürftige Look des Homescreens, bei dem kreisrunde Symbole scheinbar wahllos aneinandergereiht sind, erst einmal ein wenig verwirrend. Doch nach einer kurzen Einführung in die Bedienung erschließt sich das Grundprinzip doch recht schnell. Wichtigstes Steuerelement ist die Krone, die im Homescreen als Zoom dient. Befindet man sich in einer App bzw. einem Untermenü, bringt den Nutzer ein Antippen des integrierten Buttons zurück zur App-Übersicht. Ein weiterer Tipp, und die Ansicht zentriert sich. Über den zweiten Button gelange ich in ein kreisrundes Auswahlmenü von Kontakten, die ebenfalls eine Apple Watch besitzen.

Sie kann ich nun anrufen, ihnen Nachrichten schicken oder – und das ist die wohl ungewönlichste, aber auch coolste Art – Bilder malen. Die Zeichungen erscheinen wenig später auf dem Uhren-Screen des Kontakts. Durch reines Tippen auf dem Screen kann ich quasi bei meinem Gegenüber anklopfen. Denn die Taps werden als Vibrationen an das Handgelenk des Kontaktes weitergeleitet. Hält man zwei Finger länger aufs Display gedrückt, Apple nennt das “Force Touch”, schickt die Software dem gewünschten Kontakt den eigenen Herzschlag. Das funktioniert in einem ersten Kurztest auch absolut problemlos.

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Die sonstige Verarbeitung der Apple Watch ist tadellos. Das Displayglas geht an den Kanten fast nahtlos in die Gehäuse aus eloxiertem Aluminium, Edelstahl oder Gold über. Spaltmaße gibt es nicht. Die Buttons verfügen über gute Druckpunkte. Doch neben der Verarbeitung der Gehäuse hat mich vor allem die Qualität der Armbänder interessiert. Apple lässt sie nicht zusammen mit der Apple Watch produzieren, sondern arbeitet mitunter mit italienischen Ledermanufakturen und Spezialbetrieben zusammen. Die Gummivariante der Sports-Edition wirkt zunächst ein wenig härter als die Standardarmbänder etlicher Android-Smartwatches. Der Sitz ist stramm, aber angenehm. Schöner fühlt sich die Auswahl an Lederarmbändern an. Allerdings taugen diese nicht wirklich zum Workout. Dasselbe gilt für die präzise gefertigten Metallarmbänder, die sich mit wenigen Handgriffen auf die richtige Länge kürzen lassen.

Genau zur rechten Zeit

Viele, gut gemachte Armbänder, unterschiedliche Cases, hochauflösende Displays, eine schnelle Bedienoberfläche – klingt nach einem recht soliden Gesamtpaket, oder? Zu meckern hätte ich dann doch etwas: Schon nach einigen Minuten zeigte sich, wie anfällig das Displayglas für Fingerabdrücke ist. Für die Bedienung einer Smartwatch ist das nicht unbedingt von Vorteil. Ob das nun an den vielen aufgeregten Menschen oder an der Struktur des Glases lag, lässt sich ohne einen ausführlichen Test nicht beantworten. Der muss auch Aufschluss geben über die Akkulaufzeit. Apple spricht von 18 Stunden, Vorabberichte von lediglich 5 Stunden.

Bis ich das Testgerät in den Händen halte, lässt sich schon einmal festhalten: Apples Idee von einem modischen Begleiter für den digitalen Alltag geht auf. Die verbaute Technik ist hochwertig, die Bedienoberfläche schnell, die Auswahl aus unterschiedlichen Gehäusen und Armbändern groß. Mit Blick auf die neue Smartwatch-Konkurrenz, die es in Barcelona auf dem Mobile World Congress zu sehen gab, ist die Apple Watch auf der technischen Basis mindestens gleich auf, hat teilweise sogar die Nase vorn. Vor allem zeigt die aktuelle Entwicklung, dass es einen Bedarf gibt an Smartwatches, die nicht nur technisch gelungen sind, sondern auch über einen gewissen Chic verfügen.

Da es sich hierbei um ein Hands-on handelt, das sich nicht mit Preisstrukturen des Gerätes befasst, wären Aussagen zur Preis-Leistung – auch ohne einen ausführlichen Test – fehl am Platz. Nur so viel: Werde ich 11.000 Euro für eine Golduhr ausgeben? Natürlich nicht. Müsste ich mich entscheiden, so würde ich wohl zur Sports-Variante greifen und ein zusätzliches Lederarmband für den Alltag dazunehmen.

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Alle Kommentare

    1. @ Heinz: Die Uhr ist nicht ganz wasserdicht und sollte laut Apple selbst lieber nicht untergetaucht werden. Sie ist aber wie die meisten Smartwatches nach IPX7 zumindest für vorübergehendes Untertauchen zertifiziert.

      Zum Artikel: Die Uhr ist in der Tat ganz nett und sicherlich von hoher Qualität wie bei Apple üblich. Doch der Artikel liest sich in der Tat eher wie eine Werbeanzeige.
      Die einzigen neuen Funktionen gegenüber anderen Smartwachtes sind doch, soweit mir bekannt, die Krone an der Seite zum bedienen sowie die Möglichkeit zu malen oder Kontakte anzutippen/den Herzschlag zu senden, was sich für mich eher wie ein gimmick liest – nicht wie “ die coollste Art“ mit anderen zu kommunizieren.
      Für mich wäre es zumindest erwähnenswert, dass man hier gerade technisch einmal aufschließt Konkurrenz. Auch eine erste Einschätzung zum Preis wäre nicht schlecht gewesen, ist die erwähnte Kombination von Apple Sports watch (42mm) und Lederarmband mit Schlaufe erst ab 618Euro zu haben. Für fitnessverückte Studenten recht viel, zumal die Uhr ohne Iphone wohl auch beim Sport recht sinnfrei ist. Hier ist übrigens eine fehlerhafte Preisangabe im Text, die Uhr kostet in der günstigsten Variante 350 US Dollar, in Europa verlangt Apple dafür meines Wissens 399 Euro.

      Und gerade beim Sport liegt meiner Meinung noch viel Potenzial. Wenn man etwa nur noch mit der Smartwatch und ohne sperriges Smartphone laufen geht und über Bluetooth auch noch Musik hören kann – das schafft ein Sony mit seiner SWR 50 doch schon! Und ein paar Generationen weiter sollte dann irgendwann auch die Akkulaufzeit stimmen. Vermutlich dann mit der new iWatch.

  1. ich finds ein bisschen peinlich, dass sich dieser Artikel wie eine einzige große Werbeanzeige. Und das für ein Gerät, dass keiner braucht der eine Uhr und ein Handy hat.
    Da gabs hier schon bessere und ausgewogenere Artikel.

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