Tilo Jungs frauenfeindlicher Instagram-Fehltritt – Krautreporter kündigen Konsequenzen an

Tilo Jung und sein Instagram-Fehltritt (Foto Jung: dpa)
Tilo Jung und sein Instagram-Fehltritt (Foto Jung: dpa)

Es sollte wohl ein Witz sein, wird aber Folgen haben. Der Videoblogger und Krautreporter Tilo Jung veröffentlichte am gestrigen Weltfrauentag eine Fotoreihe auf Instagram, auf der einer Frau in den Rücken getreten wird. Das Posting sorgte für einen veritablen Shitstorm. Krautreporter-Herausgeber Sebastian Esser kündigt Konsequenzen an.

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Auf den vier zusammenmontierten Fotos ist eine Frau im Bikini von hinten zu sehen, die eine Männerhand hält. Auf dem zweiten Foto hat der Mann losgelassen und man sieht seinen Fuß am Rücken der Frau. Auf dem dritten Bild tritt der Fotograf die Frau augenscheinlich von hinten. Auf dem vierten Bild liegt sie im Sand. Dazu schrieb Tilo Jung „Women’s Day“. Er veröffentlichte das Posting gestern, am 8. März, dem internationalen Weltfrauentag, der ein Bewusstsein für die Benachteiligung von Frauen schaffen soll.

Der Instagram-Fehltritt Jungs war kurze Zeit später auch Thema in Blogs. So bei Don Alphonso bei der FAZ und den Ruhrbaronen. Jung hat das Posting mittlerweile gelöscht und sich via Twitter entschuldigt.

Im Social Web kam der Witz gar nicht gut an. Zahlreiche Nutzer beschwerten sich über die Frauenfeindlichkeit und den Aufruf zur Gewalt durch Tilo Jung, der mit seiner YouTube-Reihe „Jung & Naiv“ bekannt wurde. Jung gehört mit seinen Videos auch zum Team des Online-Magazins Krautreporter. Dort ist Jung ohnehin nicht unumstritten, da er überproportional viele Beiträge abliefert und mit seinem Format Gesprächspartnern oft auch eine Bühne ohne kritische Einordnung gibt. Jung & naiv eben.

So dauerte es auch nicht lange, bis auf Twitter die Forderung laut wurde, dieKrautreporter sollten sich wegen des frauenfeindlichen Postings von Tilo Jung trennen.

Am Montag folgte nun eine öffentliche Reaktion von Krautreporter-Herausgeber Sebastian Esser.

Wie genau die Konsequenzen aussehen, wurde nicht kommuniziert. Alles andere als eine Trennung der Krautreporter von Jung wäre aber eine Überraschung.

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Alle Kommentare

  1. …und plötzlich reicht es nicht mehr, einfach „witzige“ Bilder zu posten, um ein Digital-Held zu sein.
    Auweia.
    Das ist wohl web 3.0

  2. Können wir bitte das Internet von vor 10 Jahren zurückbekommen?
    Eventuell könnten sich die ganzen Dauerkorrekten und Ständigerschreckten auf Facebook zurückziehen und dort in einer Wutgruppe gegenseitig Solidarität bekunden. Dann kann der Rest wieder Spaß haben. Denn so war das Netz mal, locker und offen und selbstverständlich (!) auch etwas daneben. Da hätte man als Antwort auf den „Skandal“ halt ein Bild von einem Mann gepostet, der etwas Sand frisst – und fertig. Dramaqueens überall… *kopfschüttel*

  3. Also hätte der Herr das als Anti-Post im Zeichen von „Frauenrechte werden mit Füßen getreten“ gepostet, dann hätte er sich im Nachhinein auch sicherlich so versucht zu erklären. Das hat er aber nicht, er hat selbst zugegeben, dass das ein absolut niederträchtiger und sexistischer Witz war.
    So jmd. darf kein Vorbild sein und sein Gedankengut weiter verbreiten.
    Für mich ein No Go.

  4. Wenn so ein Beitrag ein millionenfacher Aufreger wird, zeigt es nur, dass es den Leuten wirklich gut geht. Wo keine Probleme sind, werden welche gemacht.

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