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„The Team“: Drei Ermittler, sieben Sprachen und eine grenzenlose Verbrecherjagd

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Von wegen dröger Rentnersender: In Sachen TV-Serien hat das ZDF gerade einen Lauf. Denn neben der Schirach-Reihe "Schuld" können die Mainzer nun auch mit "The Team" punkten. Dabei beweist der Euro-Krimi, dass viele TV-Köche nicht immer den Brei verderben müssen und dass es doch möglich ist, auch in Europa Serien auf amerikanischem Niveau zu stemmen. Zuschauer sollten die Mini-Serie jedoch unbedingt im Netz und nicht in der Flimmerkiste sehen.

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„The Team“ ist im Grunde ein mutiges TV-Experiment. Zusammen mit dänischen und belgischen Kollegen drehte das ZDF einen Mehrteiler, der in Berlin, Kopenhagen und Brüssel spielt. In jeder der Metropolen wird eine Frau auf die selbe Weise bestialisch getötet. Die ermittelnden Kommissare, Lars Mikkelsen (Dänemark), Veerle Baetens (Belgien) und Jasmin Gerat (Deutschland) bilden daraufhin ein Team und hetzen mal allein, mal gemeinsam vier 90-Minuten-Folgen lang durch Europa.

Drei Ermittler, drei Mentalitäten, unzählige Schauplätze in Deutschland, Belgien, Dänemark, Österreich, Frankreich und Litauen sowie mindestens sieben Sprachen (Deutsch, Dänisch, Flämisch, Französisch, Englisch, Litauisch und Russisch) machen den Reiz der grenzenlosen Verbrecherjagd aus.

Allein dieses Grund-Setting macht aus einer soliden Krimi-Story ein sehenswertes TV-Event – vor allem dann, wenn man es im Netz schaut. Denn dort zeigt das ZDF die Produktion in acht – und nicht wie im TV – in vier Teilen. Das sorgt für eine wesentlich bessere Dramaturgie, als in der Glotze. Zudem läuft die Online-Version im Original-Ton. Heißt: Die Dänen sprechen dänisch untereinander, die Deutschen deutsch. Unterhalten sich die Dänen mit den Deutschen, sprechen sie englisch. Bis auf die deutschen Dialoge wird alles untertitelt.

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Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass man schneller verzeiht, dass manche Dialoge arg hölzern geraten sind. Ein platter Satz hört sich auf englisch oder französisch gleich weniger trist an.

Das Sprachengewirr und die vielen Schauplätze, das klingt alles sehr anstrengend, bringt aber ein großes Plus an Zusatzbefriedigung. Denn der eigentlich Trick bei „The Team“ ist, dass es den Machern gelang, die unterschiedlichen Sprachen, die verschiedenen Handlungsorte mit ihren jeweils eigenen Energien und vor allem die verschiedenen Mentalitäten der handelnden Kommissare und Gangster zum Treibstoff der Treibjagd zu machen. Das gab es so noch nie in einer US-Serie zu sehen. Unterm Strich bleibt „The Team“ deshalb eine Produktion, die es endlich mal auch mit der amerikanischen Konkurrenz aufnehmen kann.

Im Web ist „The Team“ bereits jetzt mehr als ein Achtungserfolg für das ZDF. So stellten die Mainzer erst einmal sieben Folgen online und wollten die finale Episode nur dann zeigen, wenn sie bis zum 8. März 25.000 Tweets mit dem Hashtag #TheTeam gezählt hätten. Das haben sie längst. So ist auch das Finale seit Freitag bereits online zu sehen.

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Alle Kommentare

  1. Ich frag mich ja immer, wie man heutzutage noch im Netz auf Themen im Netz berichten kann, ohne zumindest den entscheidenden Link zu setzen. Digitalisiertes Printdenken auf ewig?

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